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Alle Rezensionen zu Kari Bremnes
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Og Så Kom Resten Av Livet
(2012, Strange Ways/Indigo 97084-2)

Mittlerweile hat Kari Bremnes akzeptiert, dass sie zumindest hier in Deutschland mehr verehrt wird, wenn sie in ihrer Heimatsprache singt statt im international leichter verständlichen Englisch. Klar, denn die Sprachmelodie und der nordnorwegische Akzent der von den Lofoten stammenden Songpoetin lassen ihre Lieder mit norwegischer Lyrik einfach noch stärker wirken. Bereits der erste Track »E Du Nord« klingt unverkennbar nach Kari Bremens, die hier inzwischen beim 15. Studio-Solo-Album angekommen ist: Mit schwermütigen und doch hoffnungsvollen Melodien, begleitet mit sparsamer Perkussion, schwelgerischen Keyboards und dunklen, wie aus ergebenen Seemänner-Kehlen stammende Stimmen – so singt die 55jährige über die dunkelsten Momente der Winter-Dunkelheit weit im Norden.

Natürlich erfindet sich Kari Bremnes mit dieser CD nicht neu - wozu auch? Und natürlich schöpft sie aus einem letztlich doch nicht unendlichen Repertoire an Song-Ideen und Sounds. Doch was macht das schon, wenn sie von den phantastischsten Musikern Norwegens begleitet wird und abermals hinreißend textet über kleine Alltags-Details: Ein Foto der Mutter in Jugendjahren, eine Frau, die durch Oslos Geschäftsstraßen läuft und einen großen Kronleuchter trägt, ein Blick durchs Küchenfenster hinaus aufs Nordmeer – Erlebnisse wie diese reichen ihr, um ganze Charaktere vor uns auszubreiten oder gar Lebensvisionen zu erzählen. Auch eine historische Gestalt ist – wie schon öfters auf vergangenen CDs – wieder Mittelpunkt eines Lieds: »På Kanten Av Et Liv« erzählt die tragische Geschichte von Dagny Jule, die mit Edvard Munch und August Strindberg befreundet war und 34jährig in Georgien von ihrem Liebhaber ermordet wurde. »OG SÅ KOM RESTEN AV LIVET« mag nicht ihr bestes Album sein; ein betörendes ist es aber allemal. (peb)



Siehe auch:
Ola & Lars Bremnes
Verschiedene: 30 Years' Fidelity


Zum Artikel über Kari Bremnes


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Kari Bremnes: Og Så Kom Resten Av Livet

Offizielle Website

Offizielle Website      www.karibremnes.no

   

Fantastisk Alleredde
(2 CDs, 2010, Strange Ways/Indigo 933002)

30 lange Jahre Kari Bremnes und ihre betörenden Songs, 13 veröffentlichte Alben in dieser Zeit. Teils englische Texte mit Blick auf den internationalen Markt, aber ohne ihren nordnorwegischen Akzent wirkt ihre Musik nur halb so intensiv. Das hat sie mittlerweile auch selbst eingesehen und lässt das mit den englischen Texten gottlob bleiben. Für die Doppel-CD »FANTASTISK ALLEREDDE« (Jetzt schon phantastisch) hat sie 33 Lieder ausgewählt, zwei davon sogar neu arrangiert eingespielt.

Ihre mitunter schmerzhaft intensiven »Lofoten-Chansons« bleiben haften, und eine Beschäftigung mit den Texten, in denen sie meist kleine Alltagsszenen beschreibt, lohnt ohne Ausnahme. Den Titelsong »Fantastisk Alleredde« kommentiert sie im Booklet etwa folgendermaßen: »Im Zug zum Flughafen fing sie schon an, darüber zu reden, was alles gemacht und durchdacht werden müsse, damit die Ferien optimal werden. Er ließ sie eine Weile reden, bevor er sie ankuckte und mit ruhiger Stimme sagte, dass er es jetzt schon fantastisch fände. Ich weiß das, denn ich war da.« (peb)

   

Ly
(2009, Strange Ways/Indigo 92764-2)

Auch »LY« zeugt wieder von Kari Bremnes' Feinfühligkeit und ausdrucksstarke Stimme, aber auch vom enormen Können ihrer Begleiter: Drummer Helge Norbakken, Bassist Sondre Meisfjord, Gitarrist Hallgrim Bratberg und der auch produzierende Keyboarder Bengt Hanssen standen der Singer/Songwriterin von den Lofoten schon beim letztem Live-Album zur Seite. Die immer melodischen, oft ruhig-sensiblen, aber auch das Leben umarmenden Songs bereiten selbst Nicht-Norwegisch-Kundigen höchsten Genuss.

Doch die Texte dieser aufmerksamen Beobachterin sind einfach zu gut, um nicht explizit auf sie hinzuweisen – zumal in deutscher Übersetzung enthalten. »Egentlig En Danser« etwa handelt von einem taxifahrenden Tänzer, der seit dem Verlust seiner Frau nicht mehr das Parkett betreten kann. Und in »Ytterste Pol« – mit Trompeter Arve Henriksen! – wandert eine Mutter aus Tromsø nach Spitzbergen aus, um dort ihr weiteres Leben zu bestreiten. (peb)

   

Reise
(2007, Strange Ways/Indigo Way 268)

Darauf dürften viele Fans gewartet haben: Das erste Live-Album der norwegischen Singer/Songwriterin wurde während zahlreicher Konzerte in Norwegen und vor allem in Deutschland aufgenommen. Neben den Dauer-Begleitern Bangt Hanssen an den Keyboards und Drummer Helge Norrbakken waren noch Gitarrist Hallgrim Batberg und Bassist Sondre Meisfjord mit von der Partie – ihr volles norwegisches Ensemble also.

Im Repertoire wird jeder Bremnes-Freund andere Songs vermissen, doch die wichtigsten und schönsten sind alle dabei, 20 Jahre alte ebenso wie neue: Man trifft auf die berührenden Balladen aus »SVARTA BJØRN«, aber auch auf die Vertonung von Munchs »Skrik«, den Langzeit-Klassiker »Hurtigrute« oder den wunderbar sehnsüchtigen Neuling »You'd Have To Be Here« – neben »To Give You A Song« fast der einzige englische Beitrag. Kari Bremnes zieht auch live mit einer emotionalen Performance und ausgezeichnetem Sound in ihren Bann. (peb)

   

Over En By
(2006, Strange Ways/Indigo 6558-2)

Album Nummer 14 der wohl größten norwegischen Pop-Chansoniere. Nach einigen für den internationalen Markt englisch besungenen Alben ist »OVER EN BY« wieder durchgängig (nord)norwegisch – was ihre Musik einfach am intensivsten wirken lässt. (Deutsche Übersetzungen sind jedoch neben den norwegischen im Booklet enthalten.) Möglich, dass man beim kühlen Eröffnungstrack »Ansiktet Te Månen« noch nicht Feuer fängt. Doch dann folgen ewig gültige Meisterwerke wie »En Stemme In Athen« oder »I Stjernelause Døgn«, in denen dank der zauberhaften Musik und der melancholischen Poesie die Zeit stillsteht.

Kari Bremnes war schon immer ein Meister zwischenmenschlicher Kleinigkeiten; sie erzählt scheinbar belanglose Beobachtungen, und doch eröffnen sich darin ganze Lebensdramen, wenn man nur zwischen den Zeilen zu lesen versteht. Die Musik steht dem nicht nach: Keyboarder Bengt Hanssen sowie Drummer Helge Norrbakken sorgen – assistiert u.a. vom grandiosen Trompeter Arve Henriksen, Gitarrist Knut Reiersrud und Bassist Bjørn Kjellemyr – wieder für kultivierte Pop-Kunst auf höchstem Niveau. Möge Kari Bremnes' Fanschar trotz der norwegischen Texte mit dieser CD weiter wachsen. (peb)



Siehe auch:
Arve Henriksen
Knut Reiersrud

   

You'd Have To Be Here
(2003, Strange Ways/Indigo 2929-2)

»You'd Have To Be Here« wendet sich stark zum Pop, seidig weich und luftig dargeboten, veredelt durch Nils Petter Molværs heisere Trompete. Am Ende covert Bremnes sogar noch einen Song der Fairport Convention-Sängerin Sandy Denny.

Doch statt des norwegischen Originals »11 UBESVARTE ANROP« kommt hierzulande nur eine englische, bei weitem weniger intensive Fassung auf den Markt: Poesie wie »Og du skal fylle begge dine hender og stille all din lengsel ved min hud« darf man nicht übersetzen mit Plattitüden à la »And later what was lost will be returned, You’ll satisfy your longing by my side«. (peb)



Siehe auch:
Nils Petter Molvær

   

Desemberbarn
(2001, Kirkelig Kulturverksted)

Zusammen mit dem schwedischen Singer/Songwriter Rikard Wolff sang Kari Bremnes ein sehr persönliches Winter-Weihnachtsalbum ein. In ihrer gewohnt lyrischen Pop-Handschrift präsentiert sie mit ihrem Kompagnon Volkslieder wie »Nu Flinteskudd Og Klokkeklang«, aber auch ins Norwegische übersetzte Evergreens á la »Little Road To Betlehem« und »In The Black Winter«.

Neben Bachs »Ave Maria« und Georges Moustakis »Josef« begeistern vor allem Karis eigene Kompositionen: Mit federleichten, wunderbar melodischen Liedern wie »Desemberbarn« und »Finn Veien Engel« hängt ihre charmante Stimme den etwas bisweilen unbeholfen agierenden Wolff weit ab. Trotzdem: ein ideales Album für die Adventszeit. (peb)

   

Norwegian Moods
(2000, Kirkelig Kulturverksted FXCD221)

Zum 25jährigen Jubiläum von Kirkelig Kulturverksted haben sich Label-Chef Erik Hillestad und seine erfolgreichste Künstlerin etwas Besonderes ausgedacht: Kari Bremnes spielte ihre größten Erfolge wie »En Elsker I Berlin«, »Sang Til Byen«, »Montreal« oder »Hurtigrute« neu mit englischen Texten ein – was dann lautet: »A Lover In Berlin«, »Song To A Town« oder »Coastal Ship« (gerade jener großartig in seiner majestätischen Wucht).

Obwohl gerade ihre norwegische Lyrik stets ein reizvoller Bestandteil der Chanson-Pop-Balladen war, wollte sie mit diesem international ausgerichteten Vorstoß ihren Fankreis vergrößern: eine Taktik, die nur zum Teil aufging. Immerhin: Die in der Neueinspielung nun wesentlich eleganteren, klanglich transparenteren und einfach moderneren Arrangements überzeugen restlos und tun ihr Übriges dazu, Bremnes' Ruf als »norwegische Joni Mitchell« weiter zu festigen. (peb)

   

Svarta Bjørn
(1998, Kirkelig Kulturverksted FXCD 200)

Ein Konzept-Album über eine legendäre Frau, die um 1900 für die Bauarbeiter der Kiruna-Eisenerz-Bahn gekocht hat. »SVARTA BJØRN« schildert das mündlich und daher nicht zweifelsfrei überlieferte Schicksal der Anne Rebecka Hofstad aus Utskarpen bei Nesna bis zu ihrem Ende – einem weißen Kreuz mit der Aufschrift »ANNA-Norge« auf dem Wanderarbeiterfriedhof in Tornehamn.

Man kann nicht anders als tief bewegt zu lauschen, wie sich Anna bei »Sangen om fyret ved Tornehamn« weit weg träumt vom winterlichen Transport des Eisenerzes, wie sie im »Lied über die Begegnung mit dem Gebirge« ihren beschwerlichen Weg ins Narviker Ofot-Gebirge schildert und schließlich selbst im Angesicht des Tods noch ihr Fieber und den blutigen Husten zu verbergen versucht. Und wieder begleiten Keyboarder Hanssen, Gitarrist Petersen-Øverleir und Bassist Kjellemyr sehnsüchtig bis schwelgend; neu im Team ist der schlicht geniale Drummer Norbakken. Ein herzloser Narr, wer bei dieser Platte nicht mitfiebert und mitleidet. (peb)

   

Månestein
(1997, Kirkelig Kulturverksted FXCD 180)

Spätestens mit dieser wohl rockigsten CD gelang Kari in ihrer Heimat der große Durchbruch. Zu Recht, denn der Reiz der diesmal vielleicht nicht so einprägsamen Kompositionen liegt gerade in ihrer nur vordergründigen Unscheinbarkeit. Beim genaueren Hinhören offenbaren sich nämlich doch wieder tief berührende Texte: »Englevaksted« etwa thematisiert die Sehnsüchte in einer geschlossenen Anstalt; »I Mai« handelt ebenso wie der Titelsong vom menschlichen Aufeinandertreffen von Heiß und Kalt, bzw. Wüste und Tundra.

Mit dem grummelnden Tiefton von BjøKjellemyr, der kratzbürstigen Gitarre von Børge Petersen-Øverleir und besonders der facettenreichen Rhythmik von Bjørn Jenssen (dr) und Finn Sletten (perc) – man höre etwa die »dengeligen« Metall-Sounds auf » Du Har Sett Dem« – stärkt ihr eine wahre Traum-Mannschaft den Rücken. Und auch die von Jan Erik Kongshaug und Techniker Asle Karlstad realisierte Aufnahme zeigt sich makellos transparent und doch voluminös-druckvoll. (peb)

   

Erindring
(1995, Kirkelig Kulturverksted FXCD 156)

Eine »Best-Of so far«: Ihre »Erinnerung« beginnt 1987 bei »Det Sandeste«, »Mit Hjerte Hamrer Og Hamrer« und eben dem Titelsong – allesamt vom Album »MITT VILLE HJERTE«. Vom 1989 erschienenen »BLÅ KRUKKE« wählte sie das poetische »Dagen«, das elektronisch verspielte »Barn Av Blå Krukke« – Joni Mitchell lässt grüßen – und das sehnsüchtige, wie kaum ein zweites Lied Fernweh erzeugende »Hurtigrute« aus.

Weiter geht's mit dem Album »SPØR«, dem sie drei Songs entnahm, darunter das warmherzige »Sang Til Byen« zum »immer und immer wieder Hören». Neben zwei Beiträgen aus dem Munch-Album »LØSRIVELSE« und dem Titelsong von »GÅTE VED GÅTE« fallen noch zwei »Querschläger« auf: »Alle Vet Jo Det« vom Cohen-Tribute »COHEN PÅ NORSK« und ihr Beitrag von »SALMER PÅ VEIEN HJEM«, einem Gemeinschaftswerk mit Mari Boine und Ole Paus. (peb)



Siehe auch:
Verschiedene: Cohen På Norsk
Verschiedene: Salmer På Vejen Hjem

   

Gåte Ved Gåte
(1994, Kirkelig Kulturverksted FXCD 143)

Kari Bremnes wird selbstsicherer und beginnt immer mehr zu komponieren – nicht nur die Texte, sondern auch fast alle Melodien auf »GÅTE VED GÅTE« stamen von ihr selbst. Dazu entwickelte sie optisch wie musikalisch eine chansonhafte Eleganz von »weltfraulicher« Erhabenheit. Songs wie »En Elsker I Berlin«, »Fiola« oder »I Dine Skap« haben sich der französischer Leichtigkeit noch mehr angenähert, während wie ein warmer Lufthauch daherwehende Balladen á la »En Bar In Tanger« und »Lysbroen« noch seidig weicher, noch ätherischer geraten sind.

Musik wie ein modernes Stilleben bei Ikea, was nicht negativ gemeint ist. Denn schon ein Blick auf das zarte Cover spricht Bände: Die halb transparenten Fotoebenen eines dünnen Baumwollstoffs, eine einzelne rote Blume und die mit geschlossenen Augen ihren Träumen nachhängende Sängerin demonstrieren: Hier wird's niemals laut. (peb)

   

Løsrivelse
(1993, Kirkelig Kulturverksted FXCD 123)

Ein außergewöhnliches Projekt, berührend verstörend zugleich: Kari Bremnes vertonte 15 Texte von Edvard Munch zu dessen Bildern. Die Musik schrieb Ketil Bjørnstad, der hier auch die Keyboards bedient. Weitere Beteiligte: Der bewährte Bjørn Kjellemyr am Bass, Trommler Audun Kleive und Paolo Vinaccia als Perkussionist. Ein grandioses Team.

Auch die Höhepunkte sind zahlreich gesät: Das traumverlorene »Madonna« bringt man wohl kaum ohne Gänsehaut hinter sich, und das herzzerreissende Lied »Syk Pike« über ein sterbendes Kind kann Kari Bremnes laut eigener Aussage selbst kaum singen ohne Tränen in den Augen: »Ja, visket hun jeg skulle gjerne leve!« Doch wäre diese wunderbare Kombination unvollständig ohne den berühmten »Schrei«, der unterschwellig-bedrohlich startet, in ein Gitarrensolo eskaliert und mit einem Mönchs-Chor endet. (peb)

   

Folk I Husan
(1993, Kirkelig Kulturverksted TNCD 2004)

Auf ihrer Website führt Kari Bremnes diese CD nicht mehr in ihrer Discografie auf. Schämt sie sich dafür, oder liegt es nur daran, dass »FOLK I HUSAN« keine reguläre Veröffentlichung, sondern eine Zusammenstellung ihrer allerfrühesten musikalischen Gehversuche aus den frühern Achtzigern ist? Immer und immer wieder gibt's gemeinsame Songs mit ihrem Bruder Ola – darunter der wirklich eingängige Titelsong – zu hören, aber auch zahlreiche Lieder von der Gruppe Stiftelsen, in der sie einst sang.

Musikalisch bewegt sich die CD noch nahe am Folk, bisweilen sogar an der Grenze zum Schlager. Kari Bremnes' Stimme hat noch längst nicht die heutige Reife erreicht und wirkt – ebenso wie die Arrangements – oft ungelenk und hölzern. Nett: »Ottar« als norwegische Coverversion eines Joni-Mitchell-Songs (»Carey«), der aber dem Original nicht das Wasser reicht. (peb)

   

Spor
(1991, Kirkelig Kulturverksted FXCD 110)

»SPOR« markiert einen Meilenstein in Kari Bremnes' Karriere, und so spielt sie auch heute noch etliche dieser brillanten Songs auf der Bühne: »Københavenerkneipe« etwa versetzt die dänische Hauptstadt geistig an die Seine, während das chansonifizierte »Montreal« eine skurrile Begenung in einem Klamottenladen erzählt. Und »Birds« geht nicht nur musikalisch tief unter die Haut; Zeilen wie »Birds are like words, suddenly away, words are like birds, some of them will stay« haben das Zeug zum Klassiker.

Karis Brüder Ola und vor allem Lars fungieren wieder überwiegend als Komponisten und teilweise auch als Textdichter. Aus der damals noch nicht so elegant und geschmeidig agierenden Musikerschar ragt besonders Knut Reiersrud heraus, der etwa bei »Berg Og Båre« eine einfach zauberhafte Slidegitarre spielt. Der Zauber der Bremnes beginnt zu wirken. (peb)



Siehe auch:
Lars Bremnes

   

Blå Krukke
(1989, Kirkelig Kulturverksted FXCD 87)

Mit dem gleichen Team wie auf »MITT VILLE HJERTE« – Iver Kleive an Keyboards und Audun Kleive am Drumset – gewinnt Kari Bremnes an Selbstsicherheit. Ihr Gesang hat mehr Kontur, die Texte schreibt sie nun erstmalig selbst. Petter Henriksens Melodien besitzen allerdings mehrheitlich nicht das Ewigkeits-Potenzial wie die auf anderen ihrer Alben – nicht umsonst hat Kari keinen Song auf ein späteres Album übernommen, von »Barn Av Blå Krukke« abgesehen, das auch 1:1 aus Joni Mitchells Pop-Phase stammen könnte.

Halt, stimmt nicht ganz: Am Ende taucht noch unser allseits geliebtes Lied »Hurtigrute« auf: Schon als kleines Kind stand Kari am Kai und träumte von der großen weiten Welt, die dieses Schiff für sie symbolisiert. Wow – was für ein Song! Und allen werdenden oder frisch gebackenen Eltern sei versichert, dass junges Kinderglück noch nie so poetisch und berührend beschrieben wurde wie in den mehrheitlich dieses Thema behandelnden Songs. (peb)

   

Mitt Ville Hjerte
(1987, Kirkelig Kulturverksted FXCD 71)

Kari Bremnes eigentliches Debüt. Und gleich ein Haufen toller Songs, die sie auch in späteren Jahren immer wieder gern live sang oder in einer neuen Fassung einspielte (siehe »NORWEGIAN MOODS«): das atemlos antreibende »Mit Hjerte Hamrer Og Hamrer« etwa mit den knallenden Drum-Intermezzi von Audun Kleive, das sanft wiegende »Det Sandeste« oder das wehmütige »Erindring«. Eine tragende Rolle spielt überall Keyboarder Iver Kleive als zweiter und wichtigster Begleiter.

Wer die neueren Alben der Bremnes kennt, merkt schnell, dass die Sängerin noch nicht die spätere Ausdruckskraft und ihre Stimme noch nicht die Reife gefunden hat. Auch ihr Selbstvertrauen war noch so schwach, dass sie weder Lieder noch Texte selbst schrieb und stattdessen Gedichte der Dänin Tove Ditlevsen vertonte. Und doch spürt man bereits: Hier wird etwas Großes wachsen. (peb)



Siehe auch:
Audun Kleive
Iver Kleive



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