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Alle Rezensionen zu Umo Jazz Orchestra
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Electrifying Miles
(1998, a-Musik AL 73153)

Miles Davis elektrifizieren?? Wie soll das denn gehen? Die elektrische Phase von Miles gibt's doch schon, und den Rest? Der elektrisiert doch selbst, allein das Quintett mit Wayne Shorter! Und wenn man sich als Big Band eben daran wagt, hängt die Messlatte mit George Russells »SO WHAT« sehr hoch. Das kann auch gut schief gehen ...

Von wegen! Hier ist schließlich das UMO am Werk, eine der besten Big Bands der Welt, und eine der modernsten. Was Dirigent Eero Koivistoinen (auch ts) und die Arrangeure Tim Hagans (amerikanischer Star-Trompeter als Gast), Jarmo Savolainen (el-p), Jarmo Saari und vor allem Raoul Björkenheim, der auch grandiose Gitarren-Soli spielt, aus den Stücken von Miles und Shorter machen, ist schlichtweg sensationell! Die Band groovt höllisch, die Bläser attackieren wahnsinnig präzise, und es gibt tolle Soli von Pertti Päivinen (bcl), Jouni Järvelä (as) und den oben genannten. Eine absolute Power-Platte: »High Speed Chase« ist genau das, ebenso packend »Fast Track – Come Get It«, »Nefertiti« und das 12-minütige »Calypso Frelimo«: geradezu furchterregend gut, eine der besten Big Band-Aufnahmen in der Geschichte des Jazz. Und Miles Davis wäre auch begeistert. (tjk)



Siehe auch:
Tim Hagans & Norrbotten Big Band
Raoul Björkenheim
Heikki Sarmanto
Eero Koivistoinen

 Umo Jazz Orchestra: Electrifying Miles

Offizielle Website

Offizielle Website      www.umo.fi

   

Beauty And The Beast: UMO plays the music of Pekka Pohjola
(2010, UMO Production UMOCD 110)

Nicht allzu viele Musiker bzw. Komponisten kommen zu der Ehre einer veritablen Hommage des UMO (nach wie vor eine der besten Big Bands Europas!): zu den Auserwählten gehört der früh verstorbene Bassist und Tondichter Pekka Pohjola, mit dessen Musik sich das UMO seit längerer Zeit immer wieder beschäftigt.

Dieser Sampler umfasst daher Aufnahmen von 1979 bis 2004, alle Stücke sind nicht nur von PP, sondern auch mit ihm am E-Bass – was natürlich zu einer hohen Anzahl Bass-Soli führt – allein sein unbegleitetes im Titelstück ist mustergültig! Wieder einmal wird auch deutlich, wie melodisch durchdacht und raffiniert Pohjolas Stücke sind, und wie farbenfroh das UMO bzw. die Arrangeure dies umsetzen! Aus dem original eher kargen »Sampoliini« tropfen die Bläser förmlich aus den Boxen, der schon ursprünglich geniale »Imppu’s Tango« gewinnt durch Klangfülle. Hoch interessant und durchweg begeisternd, wie hier großartige Kompositionen durch feine Arrangements und das UMO auf eine andere Ebene gehoben werden. Und ja, Pekka Pohjola: wir vermissen Dich! (tjk)



Siehe auch:
Pekka Pohjola

   

Taikapeitto feat. Satu Sopanen
(2008, UMO Production UMOCD 108)

Eine sehr untypische Aufnahme für eine ernst zu nehmende professionelle Big Band ist »TAIKAPEITTO« nur auf den ersten Blick: dieser eröffnet nämlich eine CD für Kinder! Aber auch in Finnland hat man erkannt, dass wenn man gute Musiker haben möchte, diese von früh auf fördern muss. Musikunterricht ist daher in Finnland wesentlich mehr verbreitet und öffentlich gefördert als hierzulande.

Diese CD präsentiert neben den üblichen Bandmitgliedern vor allem die Sängerin Satu Sopanen, die die fünfzehn Lieder nicht nur für, sondern auch mit verschiedenen Kindern und Kinderchören singt. Sehr peppig das Ganze, die Kinder gehen begeistert mit und die Band swingt wie immer – größere solistische Eskapaden sind bei solchen Anlässen ohnehin fehl am Platz. Ein großes Vergnügen also für alle Beteiligten und für Jung und Alt, vorausgesetzt natürlich, man beherrscht die Sprache. Ansonsten wird’s freilich eng. (tjk)

   

Transit People
(2000, Naxos 86067-2)

Auf ihrer 2000er CD konzentriert sich das UMO unter Leitung von Kirmo Lintinen wieder auf Kompositionen finnischer Musiker wie Eero Koivistoinen, Heikki Sarmanto (das anfangs Bolero-ähnliche »Federico Garcia«) und sogar Pekka Pohjola, dessen verträumtes »Me (Us) Part II« in großer Besetzung sehr reizvoll klingt.

Mit gewohnter Präzision und Spielfreude bei den Musikern und vor allem passenden Arrangements macht diese Aufnahme richtig Spaß, besonders dank Pekka Sarmanto (b), Markus Ketola (dr, perc), Teero Saarti (flh) und Jouni Järvelä (as). Zwei Standards sind auch dabei: In »Afro Blue« wechseln kraftvolle Tutti mit leisen Percussion-Parts, und Markku Veijonsuo hat ein tolles Posaunensolo. Und ob man »Naima« von Coltrane für Big Band noch schöner arrangieren kann? (tjk)



Siehe auch:
Pekka Pylkkänen
Pekka Pöyry

   

Ellington Tribute
(1999, Finlandia 3984-27857-2)

Wie schon öfters in der seiner Geschichte beschäftigt sich das UMO mit der Musik eines einzelnen Komponisten: hier eben mit Duke Ellington. Und dessen Sohn und musikalischer Erbe, Mercer Ellington, war schon 1985 vom UMO so angetan, dass er einige Original-Arrangements für diese Aufnahme 1997 beisteuerte.

Das UMO erweist sich hier als ausgesprochen stilsicher, gleitet und swingt durch »Satin Doll«, »Caravan« und »Prelude To A Kiss«; nicht einmal »Take The A Train« bleibt außen vor. Dirigent ist Kirmo Lintinen (auch p), und schöne Soli hört man von Pentti Lahti (as), Markku Veijonsuo (tb) und allen Trompetern. Das hat freilich Stil, aber das UMO ist mit moderneren Stücken wesentlich spannender. Und was man aus Ellington machen kann: Frag nach beim Vienna Art Orchestra. (tjk)

   

Umo Jazz Orchestra
(1997, Naxos 86010-2)

»One of the best big bands I've ever played with« sagte kein geringerer als Dizzy Gillespie, als er mit dem UMO auftrat. Auch auf dieser CD wird die Big Band aus Helsinki ihrem Ruf mehr als gerecht. Der Sound ist sehr modern, mit manchmal tanzbaren Grooves und elektrischen Instrumenten.

Die Stücke und Arrangements stammen großteils von (auch früheren) UMO-Mitgliedern wie Eero Koivistoinen (ts) oder Jarmo Savolainen, auch von den beiden Dirigenten Kari Heinilä und Kirmo Lintinen. John Coltranes »Equinox« fügt dem Stück neue Aspekte hinzu, auch Miles Davis' »All Blues« kommt mit der Gast-Sängerin Bina Nkwazi sehr erfrischend up-tempo daher. Solistisch ragen heraus Manuel Dunkel (ts), Anders Bergkrantz (tp), Seppo Kantonen (p) und Jarmo Saari (g). (tjk)

   

Green & Yellow – UMO Plays The Music Of Bennie Wallace
(1994, Pro Records PROCD 008)

Unter den vielen Kooperationen des UMO (im Innencover sind ca. 80 Namen aufgelistet, nur bis 1994, versteht sich!) ragt diese Aufnahme von 1987 durchaus heraus: Bennie Wallace war zu der Zeit auf der Höhe seiner Kraft und ein Star der internationalen Szene. Wie bei diesen Zusammenarbeiten üblich, stammt die komplette Musik aus seiner Feder – nicht nur die Kompositionen, auch die Arrangements.

Die haben es in sich: das Orchester darf richtig Gas geben und groovt teilweise höllisch, wie im fetzigen »Yard & Newk« und im Latin »Green & Yellow«. Buchstäblich angetrieben wird die Big Band von Stardrummer Alvin Queen, ebenso ein Kraftwerk wie Posaunist Ray Anderson. Wallace haut auch krachende Soli raus – bei diesen dreien kann es nur nach vorne gehen. Im UMO die damals führenden Kräfte, von Simo Salminen (tp), Markku Veijonsuo und Mircea Stan (tb) über Pentti Lahti, Eero Koivistoinen und Pertti Päivinen (sax) bis zu Seppo Kantonen (p) und Pekka Sarmanto am Bass. (tjk)



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