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Alle Rezensionen zu Astrid Swan
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Hits (Pavement For Girls)
(2011, Sonar Kollektiv/Playground SOLITI-1)

Lange bevor Mitte 2011 Mastermind Stephen Malkmus nicht nur Pavement wieder- und eine neue Band erstbelebte, hatte Astrid Swan die Idee für dieses Album, das einzig aus Pavement-Songs besteht. Mit dem Ergebnis, dass ihr bisheriges großes Label sie vor die Tür setzte. Kommerziell, steht zu befürchten, wird sich das für die Plattenfirma nicht rächen, künstlerisch schon. »PAVEMENT FOR GIRLS« wirft einen völlig anderen Blick auf die Songs der ebenso grandiosen wie legendären Indie Rock-Band. Kein Wunder, ist doch Astrid Swan selbst ebenso schwer fassbar wie Pavement, deren Songs sie natürlich schon lange liebt – und die kann man fast nur lieben oder hassen mit ihren schrägen Melodien, Brüchen und recht freien Attacken.

Was macht sie nun anders, wie wirkt sich der feminine Blickwinkel aus? Ganz im Alleingang hat sie sich den Songs genähert, alle Instrumente selbst gespielt, mit vielen Tasten und weniger Gitarren als bei Malkmus. Natürlich macht die Stimme einen großen Unterschied, aber es ist viel mehr: Faszinierend »Cream Of Gold«, das ziemlich nackt beginnt, dann webt sie eigenen Chorgesang um ihre Stimme. »Shady Lane« verliert einiges Gitarrengefrickel und auch ein paar Disharmonien, ist dafür insgesamt rauer, mit leichter LoFi-Attitude. Mit metallischer Percussion unterlegt sie »Cold Soundz«, darüber nur spärliche Gitarren. Auch die anderen sechs Songs sind weniger Covers denn Neuinterpretationen. Astrid Swan hat sich mal wieder neu erfunden, und es wird höchste Zeit, dass nicht nur Finnland, sondern auch der Rest der Welt das erkennt und honoriert. Was wohl Stephen Malkmus dazu sagt? (tjk)



Siehe auch:
Astrid Swan & The Drunk Lovers

Astrid Swan: Hits (Pavement For Girls)

Offizielle Website

Die CD »Hits (Pavement For Girls)« war »CD des Monats« im Monat 8 / 2011.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Ein Lob für LoFi, Respekt für die Reduktion, für die Stimme voller Stimmung und das Augenzwinkern im Angesicht der großen Vorbilder. Aber vielleicht reicht, liebe Astrid, nach diesem Album doch das Geld für eine etwas abwechslungsreichere Drummachine ...
Sebastian Pantel

Die Drummaschine muss doch »müllig« und öde klingen. Nehme ich zumindest an. Ich freue mich darüber, das Astrid Swan und ihre Vorbilder hier etwas Aufmerksamkeit bekommen - auch wenn ich meinem Kandidaten dieses Monats - Helgi Jonsson - noch immer etwas hinterher trauere ...
Peter Bickel

Eine erwachsene Frau, die weiß, was sie will. Den eigenen Weg gehen und sich von keinem sagen lassen, wo es langgeht. Astrid Swan hat sich mit jedem ihrer bisherigen Alben weiterentwickelt. Die Pavement-Covers sind keine braven Nachgesänge, sondern eigenwillige Interpretationen - aufregend, aufmüpig und schwer zu fassen. Einigen (Männern) dürfte das Angst einjagen. Herrn Malkmus sicher nicht.
Eva-Maria Vochazer

Erst mal erinnert man sich wohl an Tori Amos und ihre vor genau zehn Jahren veröffentlichte Kollektion von Männer-Songs aus weiblicher Sicht. Doch Astrid Swan ist anders, eine tolle Entdeckung und auch Überraschung. Da muss ich Tim und Eva voll zustimmen. Und es ist völlig egal, ob man die "Originale" von Pavement kennt oder nicht (ich kenne sie eigentlich nicht, will sie jetzt aber umso mehr endlich mal kennenlernen).
Ingo J. Biermann

Offizielle Website      astridswan.blogspot.de/

   

From the Bed And Beyond
(2017, Soliti SOL059)

Es gibt Alben, die sich nicht von der persönlichen Biographie trennen lassen. Weil es einfach nicht anders geht. In »FROM THE BED AND BEYOND«, dem fünften Album der finnischen Musikerin Astrid Swan, geht es um nichts Geringeres als ums Überleben. Und vor allem um den Kampf gegen den Brustkrebs. Und es geht um Angst, die das Leben einhüllen kann wie ein dunkler Mantel. Wer den reduzierten, beklemmenden Track »Song Of Fear« hört, wird ihn so schnell nicht vergessen. Keine Frage: »FROM THE BED AND BEYOND« ist ein kompliziertes, anspruchsvolles und vielschichtiges Album geworden. Ein Album über grundlegende Veränderungen des eigenen Körpers.

Astrid Swan will nicht verstummen. Will die Widersprüche benennen. Will Chronistin sein und sich mit dieser Rolle nicht begnügen. Was hat sie zu verlieren? Sie experimentiert: Mit eigenwilligem Pop, mit großen Pop, mit Weirdfolkigem, mit jazzigen Einflüssen, mit Pianoballadigem, mit Songwriter-Sounds. Ist laut und leise und sehr reflektiert. Besetzt den feministischen Standpunkt, souverän, selbstbewusst und doch verletzlich. Und vielleicht ist das eigensinnige »Who´s The Witch Now«, in dem Astrids Stimme und ihr Piano im Mittelpunkt stehen, der heimliche Albumhöhepunkt. Stürme peitschen hier angedeutet durch karge Soundlandschaften. Zausen die Künstlerin. Aber können sie nicht entwurzeln. (emv)

   

Astrid4
(2013, Soliti SOLITI018)

Songs für Erwachsene, von einer ambitionierten Musikerin: Wer jetzt das Laufen kriegt, dem ist auf dieser Welt nicht mehr zu helfen. Astrid Swan zelebriert auf ihrem fünften Studioalbum »ASTRID4« die reduzierte Form und gewährt Bläsern Einlass in ihr musikalisches Universum. Man kann sich diese Tracks live am besten zur späten Nachtstunde in einer leicht plüschigen Bar vorstellen. Trotz des scheinbaren Minimalismus ist hier nichts einfach oder eindimensional. Frau Swan zitiert in »Four Months To Kill« T.S. Eliots legendäre erste Zeilen »April is the cruellest month«, ohne dass es ansgestrengt wirkt. Die Frau hinter dem großen Steinway-Flügel will von naheliegenden Vergleichen zu Tori Amos nichts wissen und geht ihren eigenen Weg. Siedelt sich im Niemandsland zwischen kluger Ballade, anspruchsvollem Chanson und intellektuellem Popsong an. Nur um dann allen eine lange Nase zu zeigen und in »Black Bear And A Hoofer« beherzt loszuswingen.

»ASTRID4« ist ein Album von Abschied und Aufbruch. Von der Geburt ihres Sohnes und vom Tod des Komponistenfreundes Otto Donner, in dessen Studio die Aufnahmen zunächst begannen. Intime Songs wie »A.R.I.Z.O.N.A« sind von unterkühlter Zärtlichkeit und von untergründigem Optimismus. »Your Last Song« kommt fast schon jazzig daher: Eine intelligente Reflexion über Werden und Vergehen. Wie die Dinge funktionieren? Darauf will Astrid Swan mit Sicherheit keine Antwort geben. Die Sängerin sinniert über über das Vergeben, aber das niemals Vergessen. Um komplizierte Zwischenzustände also. Und genau dort lässt sich die Swan noch am besten verorten. (emv)

   

Spartan Picnic
(2008, Johanna Kustannus Oy RAMCD 3154)

Intelligent, eigenwillig, sonderlich, selbstbewusst: Frauen wie die Sängerin und Pianistin Astrid Swan hätten vor 200 Jahren als geduldete und insgeheim gefürchtete Außenseiterinnen in einem kleinen Haus abseits des Dorfes gewohnt. Ein angepasstes Weibchen ist Swan nie gewesen, aber auf ihrer zweiten Veröffentlichung »SPARTAN PICNIC« gibt es nicht einmal mehr den Versuch, nett sein zu wollen. Fiona Apple und Tori Amos sind auch nicht nett. Wie die beiden als Inspiration wirkenden Diseusen setzt sich Swan in ihrer Tönen und ihren Texten mit Frauenrollen und den daraus resultierenden Fragezeichen auseinander. Feministisch? Selbstverständlich!

Klingt nach Manifest? Abschminken, bitte! »SPARTAN PICNIC« ist eine musikalisch überzeugende Mischung aus Achterbahn und Geisterbahn. Die Frau am Klavier hat sich ein paar rockige Jungs zur Verstärkung geholt und bricht die Brücken zum Bravsein endgültig hinter sich ab. Experimentiert mit Versatzstücken vom Walzer bis zu 80er-Jahre-Synthies und schlägt mit temperamentvollen Tempowechseln ungestüme Kapriolen. Diese Lady ist ein Tiger. (emv)

   

Poverina
(2005, Delphic Recordings Delphic 006)

Weiblich, jung, reichlich glamourös. Piano, Stimme, englische Texte: In Finnland ist Astrid Swan mit dieser Kombination eine Ausnahmeerscheinung. Auf ihrem Debütalbum »POVERINA« nutzt die Musikerin das Klavier als ihre Spielwiese und ihre Stimme als Spiegel für komplizierte Seelenzustände. Vor allem tut sie eins: Sie schlüpft in Rollen, probiert aus, zeigt ihre Bandbreite vom naiven Mädchen über die Diva zur Diseuse bis hin zur jazzig angehauchten Barsängerin. Die üblichen verdächtigen Damen in dieser Sparte - Tori Amos, Heather Nova und selbst Joni Mitchell - tauchen als einflussreiche Referenzen auf, doch Astrid Swan spielt mit intelligenten, temperamentvollen, anspruchsvoll aufgebauten Songs bereits in ihrer eigenen Klasse.

Und hat sich mit Jimi Tenor, dem Jazzmusiker Tapani Varis, Janne und Heikki von Mummypowder und Tuomas Toivonen von Giant Robot exzellente Mitstreiter mit ins Boot geholt. Die kleine Pop-Perle »The Kinda Tea You Like To Cry in« und das balladig-freche Sahnestückchen »Good Girl« bleiben in Ohr und Gedächtnis hängen. Chapeau, gelungener Einstand, Miss Swan! (emv)



Siehe auch:
Mummypowder
Giant Robot



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