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Alle Rezensionen zu Robyn
(Genre »Beats«, Land »Schweden«)

 

Robyn
(2007, Konichiwa Records KOR-006)

Mit dem 2003 erschienenen Album »Deep Cuts« von The Knife hörte Robyn das erste Mal jene ehrliche, harte und doch eingängige Musik, die sie sich unter futuristischem Pop vorstellte. Und zum ersten Mal nahm sie ihre Geschicke selbst in die Hand und produzierte sich selbst auf eigenen Label. Herausgekommen ist eine Mischung aus überakzentuiert zuckenden Bässen, die Erdbeben gleichen, und Melodien wie Sahnecrémetorten. Ein Amalgam aus Dance und Pop.

Es ist Musik für den Augenblick, der so effektiv funktioniert, wie ein schlichter Doppelpass. In der Selbstbezüglichkeit des Pop im Schwingungsfeld von Madonna, Missy Elliott und The Knife angesiedelt und nie weit entfernt vom einstigen Sklaven-Schaffen als R'n'B-Blondine auf einem Major-Label mit Britney Spears-Produzent. Das Naiv-Kandierte, der Plüsch-Kitsch und die chrompolierte Oberfläche wird jedoch oft von der Wildheit der Tieftöner und dem Trash der Lyrics gebrochen, um pauschal jegliche Fragen zur Glaubwürdigkeit, zum Image oder Mythos und geschürten Ängsten vor verwerflichem Massensound zur Unbeantwortbarkeit zu stilisieren. »You're a selfish narcissistic psycho freaking boot-licking Nazi creep« singt sie in »Handle Me« und beweist eben ihren eigenen Kopf. Ob in den Indie-Clubs oder Charts spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Single »Konichiwa Bitches« seufzt jedenfalls mit sensationell kokettierendem Gebimmel, und »Cobrastye« – basierend auf einem Song der Teddybears Sthlm – programmiert das Arschwackelzentrum auf Dauerschwung. Robyn erlebt ihre Pop-Pubertät. Und wir dürfen mitmachen. (maw)



Siehe auch:
Knife
Teddybears Sthlm
Röyksopp & Robyn

 Robyn: Robyn

Offizielle Website

Die CD »Robyn« war »CD des Monats« im Monat 9 / 2007.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Hat mich das Hören von zuviel seltsamer Musik verdorben? Oder reagiere ich nur leicht allergisch auf Dosen-Beats und dicke Hosen? Keine Ahnung, aber trotz geiler, fetter, tiefer Bässe, ein paar lustiger Samples und steiler Texte ist das Album für mich doch nicht mehr als Durchschnittsware – gut gemachte allerdings, ich gebs ja zu. Zum »Radio kurz hochdrehen und dann wieder vergessen«.
Sebastian Pantel

Etwas mehr Respekt, bitte! Mir taugt's nämlich sehr. Robyn schreibt starke Texte, und die Melodien sind catchy, die Bässe druckvoll, die Sounds frisch. Obendrein hat die junge Dame sehr viel selber gemacht, ist also absolut kein Suppenhuhn. Mich erinnert sie sogar an die frühe Neneh Cherry und deren Debut »Raw Like Sushi« von 1989, wobei »Konishiwa Bitches« das Pendant ist zu »Buffalo Stance«.
Tim Jonathan Kleinecke

Manchmal muss es eben Pop sein. Unakademisch, gradlinig, schnörkellos. Für die gute Laune, für den zu frühen Morgen, für die Wohnung, in der dringend mal wieder gestaubsaugt werden müsste. Dass diese Scheibe nächstes Jahr nicht mehr aktuell sein dürfte? Das ist herrlich egal - Pop wie dieser ist eben wie ein Schokoriegel für den Moment gemacht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Frank Keil

Bei meiner Schwäche für dick aufgetragene Angriffe auf beide Ohrmuscheln kommt diese platinblonde Schwedin gerade recht, die alles an zeitgenössischen Bassaufgebot in die Schlacht wirft, was geht. Die alles wüst verkitscht und den superperfekten R'n'Blues-Diven nebenbei elegant den Stinkefinger zeigt. »Konichiwa Bitches« ist eindeutig der unwiderstehlich tanzbarste Song des Spätsommers.
Eva-Maria Vochazer

Offizielle Website      www.robyn.com

   

Body Talk Pt.1
(2010, Konichiwa Records/Embassy of Music 05186595222)

So im Rückblick ein Popspektakel zu rezensieren, wenn der Rauch sich verzogen hat und man, ganz nach dem Motto »Was interessiert mich das blöde Geschwätz von gestern« vor allem die Musik beurteilen kann, ist mal ne feine Sache. 2010 kündigte Robyn an, binnen eines halben Jahres drei (Mini-)Alben zu veröffentlichen – und allerorts war die Bewunderung groß: »was für eine krass kreative Leistung / ach Wahnsinn, wie eindrucksvoll / wird ihr das gelingen / unglaublich... usw.« Andere Bands und Sänger veröffentlichen auch Alben, nutzen Zweitklassiges und Alternativversionen eben für B-Seiten – sie wissen nur vielleicht ihr Tun nicht so effektiv zu vermarkten. Dass Robyn die Masche »Madonna« schon ganz ordentlich zu nutzen wusste, bleibt letztlich das Interessanteste an »Body Talk«.

Fünf der acht Tracks (all die Dancefloor-Füller) fanden sich ein halbes Jahr später auf dem regulären »Body Talk«-Album wieder; und bei den übrigen dreien handelt es sich tatsächlich um B-Seiten: Bei der wenig reizvollen Ballade »Cry when you get older« und der »acoustic version« von »Hang with me« fällt vor allem Robyns quäkige Stimme unangenehm auf, und bei »Jag vet dejlig rosa« handelt es sich, trotz Volksmusikliedchen, um ein lasches Outro. Kein Wunder, dass alle drei es nicht aufs Album geschafft haben. Unbestreitbare Hits dagegen – und sattsam bekannt – der Rest: »Dancing on my own« (Achtziger-Disco-Revival), »Dancehall Queen« (Diplo goes Pop), ein paar 2010-State-of-the-Art-Popsongs und natürlich die Zusammenarbeit mit Röyksopp, »None of dem«. (ijb)



Siehe auch:
Röyksopp

   

Body Talk Pt.2
(2010, Konichiwa Records/Embassy of Music 5052498237524)

Wenn »Body Talk Pt.2« auch ein Megahit à la »Dancing on my own« fehlt, ist dies doch die bessere Platte der beiden. Wie auf »Pt.1« gibt es hier erstens einen klasse mit Diplo produzierten Song (»Criminal Intent«), sowie zweitens die »acoustic version« eines Dancefloor-Hits, der sich erst auf der folgenden EP findet (»Indestructible«), welche darüber hinaus deutlich interessanter ist als die mittelprächtige »acoustic version« von »Hang with me« auf der ersten EP.

Diese beiden Songs plus das ziemlich gute »Include me out« sind nur hier auf »Pt.2« und nicht auf der »Body Talk«-Compilation zu finden. Mit 33 Minuten ist dies auch noch die längste – und klar vielseitigste - der drei EPs und summa summarum die einzige, die im Nachhinein noch den Einzelkauf lohnt. Ein (absichtlich) albernes Duett mit Snoop Dogg, kantige Very-2010-Elektrotracks, Eighties-Pop-Momente (als das Achtziger-Revival noch nicht in Langeweile erstickt war) und ein paar Donna-Summer-Gedächtnis-Synths: Unter den acht Songs ist keine Niete. (ijb)

   

Body Talk Pt.3
(EP, 2010, Konichiwa Records/Embassy of Music 5052498372522)

Die dritte EP der »Body Talk«-Trilogie erschien zeitgleich mit der Kompilation (und hat sogar das gleiche Coverbild), welche schließlich als das eigentliche Album stehen bleibt. »Pt.3« beinhaltet nur noch fünf Tracks über eine Laufzeit von knapp 19 Minuten - und kommt als kaum mehr als eine Resteverwertung daher, da sich hier die schwächsten Songs des »Body Talk«-Projekts finden.

Inklusive dem Hit »Indestructible« sind alle Songs nach so ziemlich dem selben Strickmuster gebaut, als wären sie letztlich Alternativ-Versionen bzw. Remixes voneinander. Sie nutzen ein paar Achtziger- und diesmal noch mehr Neunziger-Jahre-Sounds und bleiben wenig eigenständig und memorabel. Nicht wirklich schlecht, zugegeben, aber doch ist dies genau das Füllmaterial, um aus »Body Talk« eine einstündige 15-Track-CD zusammenzubekommen. (ijb)

   

Body Talk
(2010, Konichiwa Records/Embassy of Music 5052498364428)

Wie gesagt, »Body Talk« bleibt rückblickend auch nur ein Popalbum des Jahres 2010. Ein ziemlich gutes allerdings, mit ein paar State-of-the-Art-Hits und trotz einer Stunde Laufzeit und 15 Tracks wenig Überflüssigem. Madonna war bestimmt ein bisschen neidisch und hat in der Vorbereitung ihres folgenden Albums mehr als ein bisschen reingehört und sich inspirieren lassen. Wie sonst kam Robyns Produzentenpartner Klas Åhlund, der »Body Talk« komplett mitgeschrieben und ausgeführt hat, auch als Co-Autor und -producer auf »MDNA«?

Zu den einzelnen 15 Songs bleibt nach den vorherigen Rezensionen nicht mehr viel zu ergänzen. Die Hits wird kennen, wer im Jahr 2010 ein oder zwei Mal an einem Radio vorbeigelaufen ist. Die 1979 geborene Robyn kondensiert ihre ganze musikalische Sozialisation durch den Mainstream-Pop der Achtziger und Neunziger plus einige gegenwärtige Einflüsse (Diplo, Ghetto-Rave, New Elektro...) zu einem überzeugenden eigenen Mix. Das ist nicht genial oder phänomenal, aber es weist sie als talentierten Popstar (inklusive der richtigen Vermarktung und Verpackung) aus. Nicht mehr und nicht weniger. Aber bitte: 19 Songs innerhalb eines Jahres (nach drei Jahren Pause) zu veröffentlichen, hat nun wirklich nichts mit einer rekordmäßigen Meisterleistung zu tun. (ijb)

   

Robyn
(2005, Konichiwa Records KOR–002)

Wie süß war sie, als sie sich 2002 mit ihrem Hit »Don't Stop The Music« in die Herzen der Schweden sang. Sie war talentiert, jung, frech und charmant. Doch die Jahre gingen ins Land, Robyn trennte sich von ihrem Jugendimage, ihrem Label und entwickelte ein neues Selbstbewusstsein. Danach hat sie ihr Album »ROBYN« auf ihrem eigenen Label Konichiwa Records veröffentlicht und ist stolz auf sich.

Doch ob das so gut war, ist fraglich. Nicht nur versucht sich die Soulpopperin jetzt an nichtssagendem Rap und hartem Wortjargon. Nein, sie hat es sogar fertig gebracht, langweilig-schmierige Balladen zu schreiben und platte Beats in fast jeden Song zu programmieren. Eine ganze Handvoll Interludes machen das Album zudem länger als es eigentlich ist, und selbst die Radio-Singles »Who's That Girl« und »Be Mine« überzeugen nicht. Enttäuschend. (lic)

   

Robyn Is Here
(1997, RCA/BMG 74321 50902 2)

Wunderkind, was sonst. Da bringt die 17jährige Robyn auf dem omnipotenten RCA-Label ihr Debüt »ROBYN IS HERE« heraus, landet mit »Show Me Love« und »Do You Know (What It Takes)« gleich zwei Mal in den US-Top-Twenty. Das ist der Nährboden, auf dem Identitätskrisen gedeihen, wenn später das künstlerische Erwachsenwerden ansteht. Die schwedische Sängerin bringt mit ihren eigenen Songs eine gute Prise Minnie Mouse auf Helium-Frechheit in die Welt der keimfreien R'n'B-Pop-Diseusen á la Britney Spears oder Debbie Gihson. Lebt ihr Faible für bonbonrosa Kitsch und romantische Übertreibungen in einem Stilmix aus Dance, Soul, Funk und Blubber-Electronics aus.

Sie bleibt aber auf diesem Jugendwerk fest in den Fängen ihres Major-Labels, von dem sie sich Jahre später nach erbitterten Kämpfen befreien wird. »ROBYN IS HERE« ist hervorragend produzierter Mainstream auf hohem Niveau, der allein durch die Aufmüpfigkeit der jungen Interpretin eine höhere Halbwertszeit erhält. (emv)



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