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Alle Rezensionen zu M.A. Numminen
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

M.A. Numminen singt wüste wilde Weihnachtslieder
(2003, Zweitausendeins/EfA SP143)

Nur Mut! Noch mehr Mut! Und etwas Entschlossenheit. Und die Kerzen angezündet, die Spekulatius in den Glühwein getaucht. Denn Numminen, den man mit seinem neorustikalen Jazzorchester als Finnlands Tango-König erst schätzen und dann lieben gelernt hat, nahm eigens für sein treu ergebenes deutsches Publikum eine CD mit Weihnachtsliedern auf.

Ja, Weihnachtslieder. Die somit von Weihnachten handeln, vom kurzen Leben der Ferkel und Schweine und Weihnachtskarpfen, von klingenden Glöckchen und von Vati und Mutti und vom Heiligen Abend, wenn sich das Chaos nicht länger aussperren lässt. Dazu streicht der Besen selbstvergessen die Felle, verdrückt der emsige Pianist vor Rührung zwei, drei Tränen, lässt der Sänger seine süß-verquere Stimme ertönen: »Unbegreifliches Weihnachtsfest/glühende Herzen in Asbest/wo ist der süße Weihnachtsglockenklang/der Stadtlärm übertönt den Engelsang, lalala ...« (frk)



Siehe auch:
M.A. Numminen & Sanna Pietänen
Verschiedene: Tule Tanssimaan
Verschiedene: Arktinen Hysteria


Zum Artikel über M.A. Numminen


Zur Buchkritik »Der Kneipenmann«

M.A. Numminen: M.A. Numminen singt wüste wilde Weihnachtslieder

Offizielle Website

Die CD »M.A. Numminen singt wüste wilde Weihnachtslieder« war »CD des Monats« im Monat 12 / 2003.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Köstlich - Numminen singt alle jenen aus der Seele, die nichts am Hut haben mit »Stille Nacht«-Kitsch und Säusel-Streichern. Dieser Santa Claus sauft und rauft, zecht mit dem Vater und flirtet mit der Mutter. Und singt uns das altbekannte Traditional »Oh Galgenbaum« auf seine spezielle Art.
Peter Bickel

Ein Leckerbissen für alle, denen Friede, Freude und Tannenbaum zum Hals raus hängt! Wunderbare Musik, gepaart mit Texten von saufenden Schweinen, Singen gegen die EU-Norm und die Ode ans Ferkel: »Ferkel, du wirst nun abgeknallt, Weihnachten kommt schon bald« – das Ganze auf Deutsch mit unwiderstehlichem finnischen Akzent.
Nathalie »Natte« Martin

Das richtige Geschenk für alle Menschen mit einem Weihnachtstrauma. Mit Numminens gspaßigen »seasonal songs« auf dem Gabentisch, seiner Abrechnung mit Brauchtumskitsch und Bigotterie wird man Christfest-Geschädigten eine große Freude machen. Heiligabend kann kommen, ich bin gewappnet.
Harald Kepler

»Am Weihnachtsabend bereue ich nichts«, schon gar nicht diese witzig-eigenwillige CD meinem Player als Festschmaus zu gönnen. So wird es wohl nach dem Fest heißen: »Kaum stieg Pappa in den Keller, sauste ich zum Plattenteller«, um in der »stiihihihile(n) Nacht, haaaailige(n) Nacht« mit dieser Scheibe die versammelte Verwandschaft wieder aufzuwecken.
Petra von Schenck

Offizielle Website      www.ma-numminen.net

   

M.A. Numminen singt Heinrich Heine
(2006, Trikont US 357)

»Die Zeiten sind vorüber, steif sind alle Glieder, bis auf eins.« Das ist Heine? Wenn M.A. Numminen Heinrich Heine vertont, passiert entschieden mehr als nur eine gut gemeinte Reproduktion von Liedern des großen Dichters, garniert mit harmloser Klavierbegleitmusik. Numminen folgt Heine, zerlegt Heine, dichtet ihn nach – und neu.

Auch musikalisch folgt die Produktion dem Projekt der Moderne, Klassisches nicht zu konservieren, sondern es freizügig als Material zu nutzen – respektfrei, aber nicht respektlos. Und so zerwimmern die Geigen lustig Walzerzitate, das Vibraphon klöppelt herzhaft, es finden sich überall kleine maschinell gefertigte Tonperlen; nicht zu vergessen Numminens eckig-präzise Sprechstimme. Ein wunderbares Geschenk für den Oberstudienrat von einst, der da summen darf: »Das ist die Hegelsche Philosophie, das ist der Bücher tiefster Sinn, ich hab sie begriffen, weil ich gescheit, und weil ich ein guter Trambour bin.« (frk)

   

Auf Deutsch ... nach einigen Jahren und Bieren
(2006, Love Records LRCD178)

Wie wahr: M.A. Numminen klingt, als hätte er das Album mit biergeschwängerter Zunge eingesungen. Zwar ist dies seine erste rein deutschsprachige LP, aber er nahm bereits Anno 1968 eine EP mit Schubert-Liedern auf – und erweckte schon damals Begeisterung wie Entrüstung. Numminen und sein »neorustikalisches Orchester« starten mit »Auf der Gartenmauer« – und enden 40 Minuten später mit Texten des Philosophen Ludwig Wittgenstein: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen«.

Dazwischen finden einige im Original finnische Lieder ihr Plätzchen, etwa »Nuoren Aviomiehen On Syytä Muistaa«. Das führte 1966 bei den Jyväskyläer Kulturtagen zu einem nationalen Skandal: Der Chef eben jener Kulturtage stellte Numminen den Verstärker ab. Der Grund war der Text zu »Was der junge Ehemann nicht vergessen sollte« (so die deutsche Version) – dieser stammte aus Sexualaufklärungsschriften. (nat)

   

Didi Wah Didi
(2004, Zen Master/Rockadillo ZENCD 2092)

Jawohl, Didi Wah Didi! Wer ist Didi? Vorbei die Zeiten, wo man Meister Numminen allein auf ulkige Tangoweisen und schräge Wittgenstein-Gesänge reduzieren konnte. Vielmehr hat er sich in der aktuellen NuJazz- und Dancefloor-Szene umgehört und vieles gefunden, dass sich klug adaptieren lässt. Ihm zur Seite steht seine junge Scratch-Band, und es wird gesampelt und zitiert, dass es eine helle Freude ist.

Dabei ist in jeder Minute seine solide musikalische Ausbildung ebenso zu spüren wie sein Humor, der vor keinem Genre verstummen will: nicht vorm Jazz, nicht vorm Disco-Beat, nicht vorm Trip Hop oder schleifenziehendem E-Pop. Und doch schlägt auch in seiner Brust zuweilen ein weiches, verschmitztes Herz, wie eine präzise und melancholische Version beweist von »Ich hab noch einen Koffer in Berlin«. (frk)

   

M.A. Numminen singt Wittgenstein
(2003, Blue Angel/Zweitausendeins 14790)

»Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen«, heißt es bei Ludwig Wittgenstein im »Tractatus logico-philosophicus«. Numminen deutet diesen Satz ganz eigen: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man singen.« Und so singt er Wittgenstein.

Meist auf Englisch, zuletzt auch auf Deutsch, unterlegt durch soliden Jazz alter Schule wie auch wüsten 70er-Jahre-Rock bis hin zu angenehm symphonischen Streichersequenzen: »Die Sätze der Logik sind Tautologien. Die Sätze der Logik sagen also nichts.« Ergänzt wird dieses musikalische Experiment durch eine von Numminen komponierte siebenteilige Suite aus nun vertonten Liebesgedichte, die er einst der Malerin Helena Vapaa schrieb und die heute (deswegen?) seine Frau ist - gehalten auf lateinisch. (frk)

   

Dägä Dägä
(2001, Trikont/Indigo 0286-2)

Die spinnen, die Finnen. Mauri Antero Numminen tobt als bester Beweis für dieses Klischee durch ein wüst-dadaistisches Repertoire aus Tango, Underground und Rock. Sein Background macht's möglich: Studium der Philosophie, Soziologie und Sprachwissenschaft, Arbeit als Komponist, Sänger, Filmemacher und Autor.

Halb deutsch und halb finnisch, mal sogar schwedisch oder lateinisch pflegt der kauzige Performer eine – nach eigenen Worten – »neorustikale« Musikkultur. Das schlägt sich in so verschiedenen Stücken nieder wie dem Disco-Hit »Yes Sir, ich kann Boogie«, dem Abba-Song »I Do, I Do, I Do« oder dem Punk-Kracher »Pogo In Togo«. (peb)

   

Goes Tech-No!
(1995, Olarin Musiikki ELYCD 2)

Anfang der 90er, als elektronische Musik noch als »Techno« bezeichnet werden durfte und oft mit plumpen Rhythmen und Klängen aufwartete, war das für viele Menschen ein rotes Tuch, für M.A. Numminen auch. Aber anstatt zu jammern und wehzuklagen, fand der Meister des skurrilen Humors die richtige Antwort – he went Tech-No!

Was in diesem Fall bedeutet, dass sich M.A.N. durch eine Reihe wohlbekannter und gehassliebter Lieder (»Egon«, »Yes Sir, olen boogie«, Abbas »I Do« oder »Don't Let Me Be Misunderstood«) kräht, mit entsprechender Begleitung: Pedro Hietanen lässt die billigsten Farfisa-Sounds und Jorma Hämäläinen ebensolche Drumcomputer-Stampf-Rhythmen auf den Hörer los. Kurioser und grausliger geht's nimmer, aber egal: Auch für diesen Schrott muss man M.A. Numminen lieben! (tjk)

   

Kumipallona Luokses Pompin Ain'
(1993, Love Records LRCD 190)

Ein absolut unverzichtbarer Klassiker aus des Meisters 70er Jahre! Mit dem »Orchester« des Drummers Kullervo Linna schafft MAN die vielleicht besten Aufnahmen jener Zeit, aufgenommen zwischen 1972 und 1976. Freilich sind fast alles Standards aus Jazz und Pop und Rock'n'Roll, mit oft von ihm selbst ins Finnische übertragenen Texten. Aber Musik und Gesang lassen keine Wünsche offen.

Wunderbar beginnt schon »Kumipallo«, mit »Salli Mun Olla Kultisi Sun« (»I Wanna Be Loved By You«) lässt er Marilyn Monroe ziemlich alt aussehen, und auch »Minä Laulan Vaikka Sataa« (»I'm Singing In The Rain«) ist ein absolutes Highlight. 17 Songs, kaum einer über drei Minuten lang, und keiner schwach. Ein Traum! (tjk)

   

Swingin Kutsu
(1991, Love Records LRCD 26)

Vielen Dank für die Einladung (»kutsu«), Herra Numminen! Auf dieser CD frönt der Meister eher traditionelleren Jazz-Formen, mit inzwischen hinlänglich bekanntem kauzigen Gesang, und mit den üblichen Verdächtigen um Jani Uhlenius (p, acc). Die Aufnahmen stammen großteils aus den Jahren 1969 und 1970.

Und sind durchwegs allerliebst, von »Kangastusta« (später in deutscher Sprache »Fata Morgana«) über »Tikka Tuulispää« und »Kaiken Saat« (»All Of Me«), von »Kissa Vieköön« bis »Näinä Päivinä« – eine ganze Reihe Jazz-Standards mit Numminens Text(übersetzung)en und auch Eigenkompositionen: Stücke also, die man inzwischen als Numminen-Klassiker bezeichnen kann! (tjk)



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