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Alle Rezensionen zu Benni Hemm Hemm
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Benni Hemm Hemm
(2006, Sound Of A Handshake Shake 02)

Es ist mysteriös. Nirgends im Internet hat dieser Typ (nennen wir ihn der Einfachheit halber mal Benni) bisher seine virtuellen Spuren hinterlassen. Fotos? Auf seiner Website Fehlanzeige. Rezensionen? Keine. Und so beginnt hier die Rekonstruktion und Suche nach Benni aus Island. Schon die ersten Takte lassen verheißen nichts Gutes. Ist Benni etwa beim Sonntagsausflug seiner KITA verschollen gegangen? Und hat ihn seine Mutter nicht an Schalter drei abgeholt? Hat er sein Album gar von schwarzen Elfen komponieren lassen und musste im Gegenzug seinen Verstand dort lassen? Züngelt da gar ein dämonisches Flämmchen aus den verbeulten Blechbläsern? Fest steht: zwischen schwachsinnigen Schlagzeugrhythmen und verbogenen Trompetensperenzchen fehlt so manche graue Zelle.

Stimmlich schon dunkel gereift scheint Benni eine Vorliebe für Sandkasten und Dilettantismus zu haben. »Sweaty In The Sunshine« rumpelt wie eine volltrunkene Marschkapelle in den Sonnenuntergang, stolpert, überschlägt sich und landet in einer viel zu engen Rutsche. Und auch das flott hingebügelte »Sumarnótt« franst am Ende wieder aus. Benni findet so etwas witzig. Er schmettert über die Liebe, die selbst im Rollstuhl gut aufgehoben ist, auf Englisch und in kauzigem Isländisch. Und wenn wir seiner naiven Schunkeltaktik erst einmal auf den Kinderspielplatz-Leim gegangen sind, sind wir zwar nicht schlauer, was und wo Benni und überhaupt. Aber wir haben wenigstens unseren ureigenen Spieltrieb wiederentdeckt! (maw)

Benni Hemm Hemm: Benni Hemm Hemm

Offizielle Website

Die CD »Benni Hemm Hemm« war »CD des Monats« im Monat 6 / 2006.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Mit seinem »Krüppel-Pop« verführt uns Benedikt H. Hermannsson zum Wieder-Kind-Sein. Erster Eindruck: Musik-gewordene Abzählreime, die mit Schnuller im Mund und großen Augen im Kopf unschuldig durch die Pop-Welt stapfen. Zweiter Eindruck: Genial einfache Pop-Bauklötze und - hätte Island Benni beim Eurovision Song Contest ins Rennen geschickt – verdienter Sieger-Kandidat.
Peter Bickel

Nicht gekonnt oder nicht gewollt? Aber ist das wichtig? Vielmehr zählt doch der Mut zum Holpern und Stolpern und der Poesie der angeschrägten Töne, wie sie mich wegdriften lassen: So war das früher, wenn Vaters Küchenradio nicht richtig eingestellt war, Bratenduft aufstieg und die Töne kreuz und quer verwehten und sich in den Gardinen verfingen. Echt eigenwillig. Und sehr charmant.
Frank Keil

Klingt alles etwas unbeholfen, ja unfertig. Insbesondere die Bläsersätze genügen mit ihrer teils schrägen Stimmführung wohl kaum den klassischen Kontrapunkt-Regeln. Das stört freilich nicht: Bennis schrullige Do-it-yourself-Basteleien leben ja gerade vom Amteur-Charme. Wenn man über kleinere Mängel hinweghört, macht dieser Brasspop zwischen kindlichem Abzählreim, Linksradikalem Blasorchester und nordischer Folklore richtig Spaß. Dilettanten an die Macht!
Harald Kepler

Freilich ist diese CD außergewöhnlich: so außergewöhnlich wie jamaikanische Eishockeyspieler. Vor allem außergewöhnlich schlecht. Dilettantisch. Unterirdisch. Deppert. Nur: bei bei Olympia würden jamaikanische Eishockeyspieler (Dilettanten) Letzte, trotz Exotenbonus, bei uns machen Dilettanten (Exotenbonus wg. kein Foto im Internetz) locker die CD des Monats. Oder Hand aufs Herz, Kollegen: Würde einer von Euch sich diese CD kaufen oder 10€ für ein Konzert zahlen?
Tim Jonathan Kleinecke

Offizielle Website      www.bennihemmhemm.com

   

Kajak
(2007, Morr Music MM074)

Das Herz für Exoten, es schlägt. Icelandic Soul in hymnischer Aufladung – das hat auf seinem Debüt ganz vorzüglich funktioniert und wurde in Benedikt H. Hermannssons Heimat sogar mit dem Titel »Album des Jahres 2005« etikettiert. Und da diese Weirdo-Miniaturen aus gestockten Akustikgitarren und isländischen Sprachbatzen anscheinend im Blitzverfahren geschrieben werden, erweitern nun dreizehn weitere Songs das Hemm'sche Repertoire, die in nur vier Tagen im Tonstudio von Sigur Rós eingespielt wurden.

Fast beruhigend schmiegt sich seine Stimme um die etwas strukturierteren Tracks, die aber weiterhin mit fahnenflüchtige Trompeten, aus dem Takt geratenem Glockenspiel und subtilem Schnickschnack aufwarten. Leider gelingt ihm diese Quirligkeit nicht immer, so dass eine leichte Enttäuschung nicht zu leugnen ist. (maw)



Siehe auch:
Sigur Rós



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