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Alle Rezensionen zu Valravn
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Valravn
(2007, Eigenverlag/Gateway VALCD01)

»Sie spielen die Sterne von Himmel«, schrieb ein holländisches Magazin über das pan-skandinavische Quartett. Die Heimat – wenn man denn überhaupt so etwas bei Valravn lokalisieren kann, ist Dänemark. Doch der Drummer kommt aus der Schweiz, und die Sängerin Anna Katrin Egilstrøð stammt von Färöern. Vor allem sie prägt den harschen, stilvoll mit Samples aufgeputschten Folk-Sound entscheidend durch ihren kantigen Gesang, der in den lauten Passagen an die Kraft einer Sinead O’Connor und vor allem einer Björk erinnert.

Kein Wunder: Oft wird auf isländisch gesungen, aber auch in färöischer oder in dänischer Sprache – »Drømte Mig En Drøm« etwa ist laut Booklet das älteste erhaltene dänische Liedtext (ca. 1300 v.Chr.). Dank der Anleihen bei Rock, Elektronik und Punk wirkt Valravns Debüt über fließende Steine, sinkende Federn und brennende Ozeane so frisch wie die besten Arbeiten von Hedningarna und Gjallarhorn. (peb)



Siehe auch:
Anna Katrin Egilstrøð & Niels Rønsholdt
Hedningarna
Gjallarhorn
Björk

 Valravn: Valravn

Offizielle Website

Die CD »Valravn« war »CD des Monats« im Monat 1 / 2008.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Klingt wie Gåte auf dänisch. Valravn haben den gleichen und zumindest fast genauso gut gelungenen Ansatz, Volksmusik in moderne Gewänder zu kleiden. Heraus kommt dabei das Gegenteil von Musikantenstadl, mit Maultrommel, rauer Frauenstimme, Fiedel und allem, was sonst noch so dazugehört. Zum Mitsingen und Mittrommeln.
Sebastian Pantel

Da meint man, dass Bands wie Hedningarna, Garmarna, Gjallarhorn und Gate schon alles aus der runderneuerten und elektrifizierten Volksmusik herausgeholt haben - und dann kommen Valravn und fügen den genannten doch noch etwas Neues, Frisches hinzu. Vor allem die Sängerin beeindruckt mit rauer, fast schon kantiger Stimme.
Tim Jonathan Kleinecke

Im Gegensatz zu manch anderer Band konzentriert sich Valravn auf den Kern ihres Materials – durch die Bank keine heiter-besinnlichen Weisen, sondern Stücke voller Unruhe und Düsternis, tief geprägt von Anna Katrin Egilströds betörend-unsentimentaler Stimme. Derzeitiges Lieblingslied: das färöische Traditional »Ólavur Riddararós«, umgesetzt in eine chorisch angeraute Tanznummer, die nicht enden will.
Frank Keil

»Wild north poetry« heißt es im Waschzettel. Man hat ja schon so manches Etikett gehört, aber hier ist es tatsächlich da: das Wilde, Archaische, Raue und doch so Herb-süße der nordischen Folk-Berserker, das klingt wie herausgemeißelt aus der Naturszenerie. Die Geigen sägen mit der Intensität von Holzfällern; die Sängerin röhrt wie ein Elch in der Brunft. Wahrhaftig und packend.
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.valravn.net

   

RE-COD3D
(2011, Westpark/Indigo 87205)

Als Schmankerl für Fans - und vielleicht auch für vereinzelte Zufallshörer - initiierten Valravn diese nette Sammlung aus Remixen, vorwiegend vom bislang letzten Album »Koder På Snor«. Dass die Blütezeit solcher Unterfangen bereits zehn bis fünfzehn Jahre zurückliegt, störte offenbar nicht. Geschenkt. Schade aber, dass der Großteil dieser Neubearbeitungen allzu durchschnittlich bis uninspiriert ausgefallen ist, so dass für den Konsumenten wenig Erquickung geboten wird. Und das wird leider ebenso den Valravn-Fans wie denen, die von anderswo herüberlugen, so gehen.

»Under bølgen blå« im Remix von Søren Bendixen, dem Gitarristen von Sorten Muld, bleibt maximal durch die Elemente aus dem Original nett anzuhören; es wurde nichts Reizvolles hinzugefügt oder umgearbeitet. Die sieben Minuten werden bald zu lang. Auch die niederländische Gruppe Omnia, der dänische DJ Kenneth Bager oder die britische Fast-Kultband Transglobal Underground haben nur Belangloses zu bieten. Die Tschechen Midi Lidi basteln Pseudo-Elektroclash mit billigen Computersounds, der Pole Pawel Rychert brettert mit einer halbherzigen Drum&Bass-Attrappe los und dem Amerikaner Carmen Rizzo gelingt immerhin ein atmosphärisch raunender Bassentwurf. Nicht nur die Idee einer Remix-Kompilation ist merklich alt geworden, auch viele der Einfälle dieser Remixe klingen wie aus der Neunziger-Jahre-Ramschkiste herausgekramt. Die Originale sind in diesen Fällen vollkommen ausreichend und absolut überlegen. (ijb)



Siehe auch:
Sorten Muld
Orka

   

Koder På Snor
(2009, Westpark/Indigo 87180)

Die Band um die färöische, nach wie vor wie ein Björk-Double klingende Sängerin Anna Katrin Egilstrøð führt ihren Weg kompromisslos und phantasievoll fort: Das Quintett bedient sich aus dem Liederschatz von Dänermark, den Färöern und Island, kombiniert mit eigenen Kompositionen und dramatischen Texten. Und auch bei ihrem Instrumentarium beweist Valravn diese typisch skandinavische Virtuosität, alte Klangerzeuger wie Drehleier, Handtrommel, Flöte, Mandola – stärker noch als auf dem Debüt – mit Samples und modernen Elektronika aufzuwerten, die verjüngend wie ein Aphrodisiakum wirken.

Dank der englischen Übersetzungen im Booklet bleiben auch die oft morbiden Texte nicht im Dunkeln: »In den höchsten Zweigen eines Baums saß einsam ein Mädchen, das Gesicht von einer Lampe beschienen. Alle ihre Liebsten sind fort, und der Todeswind fegte ihre Wange entlang.« Hui – zum Gruseln! (peb)

   

Krunk
(EP, 2006, Eigenverlag VAL CD 5)

Alle Hedningarna-CDs stehen griffbereit im Regal? Immer wieder läuft was von Gjallarhorn? Dann passt dazu die Debüt-EP von Valravn mit leider nur vier Stücken. Leider! Denn auch hier regiert ein aufgefrischter und quirliger Folk, der sich dennoch stets seiner Wurzeln bewusst ist; umhüllt uns ein abwechslungsreiches Spiel, das einen sofort in moorige Gefilde und auf kahle Bergkuppen schickt, aber mit zu vordergründigen Mittelalteranklängen oder Elfen- und Trollkitsch verschont.

Dabei garantiert die Zusammensetzung der Band einen breitgefächerten Zugang zu den Quellen des Nordens: Sängerin Anna Katrin Egilströd ist dem Liedgut der Färöer verpflichtet; Flötist, und Viola- und Kalimbaspieler Martin Seeberg stammt aus Dänemark. An der Mandoline und an der Drehleier ackert sein Landsmann Sören Hammerlund; Trommler Juan Pino wiederum kennt die nicht unrauen Berge Ecuadors und der Schweiz. (frk)



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