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Alle Rezensionen zu Band Ane
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

Anish Music
(2006, Jenka Music jenkaCD06)

Sie könnte die wilde Schwester von Rumpistol alias Jens Berents Christiansen sein oder auch verwandt mit Mister Karsten Pflum: die junge Soundtüftlerin Ane Oestergaard aus Aarhus. Lange war sie unterwegs, hat in diversen Clubs an den Knöpfen gedreht oder auf kleinen wohlfeinen E-Art-Festival gespielt. Nun aber ist sie auch in der Welt der CD-Veröffentlichungen angekommen, und das ist eine sehr gute Nachricht. Denn ihr Debüt sprüht nur so vor energiegeladenem und intelligentem E-Pop mit erkennbar femininem Habitus plus je einer Prise Humor.

Dabei ist sie gleichermaßen in der Zimmerkinder-Musik, im Drum'n'Bass und in den Werkzeugkisten der Elektrobastlerin zu Haus. Wunderschön elegisch und eingängig geriet etwa das Stück »Wood Delivery«, bei dem sie entschlossen kraftvolle Pianoschleifen zerhackt. Hübsch frech auch, wie sie in »Dragon Weather« den zuweilen typisch männlichen Bedeutungsdrang ihrer Kollegen unterläuft. Und in »Three Things To Remember« schüttet sie so recht ihren Spott über die oberkörperfreien Dumpfbacken der Tekknofraktion aus. (frk)



Siehe auch:
Rumpistol
Karsten Pflum

 Band Ane: Anish Music

Offizielle Website

Die CD »Anish Music« war »CD des Monats« im Monat 10 / 2006.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Sie muss ganz große Augen bekommen haben, als sie die Kisten mit allen E-Sounds der Musikgeschichte gefunden hat. Aber dann kamen die Falten hinzu: wie nur kann man das alles auf nur einer Platte vereinen? Bruch um Bruch und Stil und Stil wächst jedoch ein über weite Strecken instrumentales Album, was etwas zu oft Songstrukturen und Eingängigkeit verschweigt, jedoch viele spannende Momente zu erzeugen vermag. Es knistert!
Markus Wiludda

Im Staate Dänemark ist gar nichts faul. Zumindest was die Populärmusik angeht. Der Jahrgang 2006 ist ein erstaunlich guter, und zu den interessantesten Neuentdeckungen bei der derzeitigen Kreativexplosion im Legoland gehört Band Ane. Unbekümmert, intelligent, verspielt und experimentiertfreudig schafft die One-Woman-Show unter tätiger Mithilfe ihres Laptops ein eigenwilliges, immer wieder überraschendes Klanguniversum.
Eva-Maria Vochazer

Toll: ein Kind, das unbedingt gleichzeitig mit Lego, Playmobil und Fischertechnik spielen will. Der gierige Griff in die Effekte-Kiste fördert lauter Teile zutage, die eigentlich nicht zusammenpassen. Aber mit ein bisschen Gewalt und Digitalkleber macht Ane trotzdem schöne Kinderzimmerkrachskulpturen draus. Eigenwillig, aber unbestreitbar kreativ.
Sebastian Pantel

Das Laptop ist ihr bester Freund. Aus ihm sprudeln die buntesten Ideen, die süßlichsten Töne, die abstraktesten Formen. Und dennoch ist der Freund, nicht mehr als Anes Sklave. Mit leichter, doch bestimmter Hand führt sie ihn durch ihre wilde Datawelt, die ebenso ein Ohrenschmaus wie Zaubermärchen ist.
Liska Cersowsky

Offizielle Website      www.myspace.com/bandane

   

Anish Music Caravan
(LP, 2014, clang/clang.cl LP/DL Clang 014)

Fünf Jahre ist es her, seit Band Ane aka Ane Østergaard, 1983 geboren, mit ihrem letzten Werk »Anish Music Too & Free« in Erscheinung trat. Mit der explizit als Fortsetzung der beiden Vorgänger betitelten LP knüpft die Dänin direkt dort an, wo sie zuletzt von sich hat hören lassen: Hinsichtlich unserer Genreschublade »Beats«, in die Anes bisheriges Schaffen eingeordnet wurde, muss freilich festzuhalten, dass derer hier kaum zu finden sind. Es dauert eigentlich bis Track Nr. 7, »9520 DK, At Night«, vielleicht Höhepunkt der faszinierenden Platte, bis für eine kurze Passage einmal wirklich Beats auftauchen.

Ansonsten hat die Laptop-Musikerin über diese 45 Minuten vielmehr eine Art Dekonstruktion von Clubmusik und Elektro erarbeitet, die sich nur zaghaft öffnet und erschließt und die punktuell schon eher an Clubmusik-Dekonstrukteure auf PAN oder Honest Jon's erinnert. Dennoch: mit einer Vielzahl an Musikinstrumenten und Klangquellen bastelte Ane eine recht raffinierte Kreuzung aus Ambient, Sample-Collagen und sogenannter »Modern Composition«, d.h. Komposition, die näher an Frickelelektronik (IDM) und Low-Fi-Songwriting als am üblichen Verständnis von Tonsetzerei ist. Daher nicht überraschen: Ein Stücke wie »Offpiste« erinnert recht markant an die ersten beiden Alben von Julia Holter.

In ihrer Heimat war »ANISH MUSIC CARAVAN« bereits im Juli 2014 erschienen. Im Oktober 2015 gab es ein 12"-Re-Release, das auch auf den internationalen Markt abzielt. (ijb)



Siehe auch:
Honest Jon's

   

Anish Music Too & Free
(2010, Jenka Music JENKCD009)

Unterhaltungselektronik für den anspruchsvollen Waldschrat. Der am liebsten im Unterholz verloren geht. Ane Østergård, das eigensinnigen Elektronik-Spielkind hinter Band Ane, will uns auf Nebenpfade locken. Wo sich Computerbliepereien mit Spieluhren verbünden und dabei Seemansgarn spinnen. Wo sich Nebel machtvoll wie das Unheimliche aus den nassen Wiesen erhebt. Solche schleichenden Vorgänge brauchen Zeit. Deshalb ist »ANISH MUSIC TOO & FREE« auch ein Doppelalbum.

Märchenstunde für den rationalen Großstädter. Aber Idylle ist hier nicht. Band Ane ist angetreten, um uns das Staunen und Fürchten zu lehren, auf hausgemachte, bodenständige Art. Ähnlich wie die seelenverwandten, wunderlich-grausamen Finnen Paavoharju. Ebenso könnte die Dänin die Urenkelin von Erik Satie sein, mit ihrer Liebe zu taubengrauen Seelenlandschaften, über die unablässig ein perlfeiner Regen fällt. Richtig sicher fühlen können wir uns hier nie. Wunderbarerweise. (emv)



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