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Alle Rezensionen zu Erja Lyytinen
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Live In London
(2015, Tuohi Records THC-002)

Dass Erja Lyytinen eine ganz hervorragende Gitarristin ist, hat sich mittlerweile sogar in Übersee herumgesprochen – auf dieser Live-CD zeigt sie ihr ganzes Können als Blues-Gitarristin und weit darüber hinaus. Sie beginnt a capella mit Fred McDowells »It’s A Blessing«; gegen Ende steigen die Gitarren ein. Das Repertoire dieses Konzerts besteht zum Großteil aus Songs des früh verstorbenen Bottleneck-Meisters Elmore James: »The Sky Is Crying«, »It Hurts Me Too« und das 14-minütige »Dust My Broom« sind Klassiker, die sie mit fulminanten Soli, besonders eben mit Slide, veredelt. Aber auch ihre fünf Eigenkompositionen, die sie als Block zwischen die alten Standards stellt, überzeugen: das laid back groovende »Grip Of The Blues« ist ebenso wenig reiner Blues wie das als Ballade startende und als Stadionrocker endende »Change Of Season«, das immer wieder mit einem sehr catchy Refrain für Gänsehaut sorgt.

Sicher wird Erja Lyytinen nicht mehr die beste Sängerin unter der Sonne, aber die früher teils bösen Kritiken straft sie Lügen: Enorm verbessert hat sie sich stimmlich, niemand käme mehr auf die Idee, sie sollte sich auf die Gitarre beschränken. Und auf ihren sechs Saiten ist sie eine absolute Gigantin, besonders ihr Slide-Spiel ist absolut top! Die ganze Band agiert super zusammen, da passt alles. Einziger Wermutstropfen: Man hätte sich auch mal ausführlichere Soli von Miri Miettinen (dr) und Roger Inniss (b) gewünscht; ihr Ehemann Davide Floreno (g) kommt häufiger zum Zuge. Aber Erja Lyytinen ist die Chefin im Ring – absolut zurecht! Die DVD bietet das komplette Programm der CD. (tjk)

Erja Lyytinen: Live In London

Offizielle Website

Die CD »Live In London« war »CD des Monats« im Monat 6 / 2015.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Siegerin durch K.O.: Erja Lyytinen! Die Lady hat's einfach drauf - selbst unerwarteterweise den Stadionrock!
Eva-Maria Vochazer

Verdient hatte sie es schon lange, aber es fehlte immer noch das letzte Quentchen. Doch live legt die Dame noch eine Schippe drauf, und damit hat sie uns am Wickel.
Peter Bickel

Absolut, Finnland ahoi! Eine Platte, die man eher aus dem Süden Nordamerikas vermutet hätte. Gefällt mir wunderbar!
Ingo J. Biermann

Normalerweise macht mich Blues ja immer so traurig, dass ich mir eine ganze Flasche norwegisches Bier reinziehe (ca. 10€). Musik aus Finnland macht mich normalerweise zusätzlich melancholisch (zweite Flasche norwegisches Bier). Diese Klampfengöttin ist aber so gut, dass ich mir doch gleich noch ein norwegisches Bier ... was das wieder kostet, ich mag es gar nicht ausrechnen!
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.erjalyytinen.com

   

Stolen Hearts
(2017, Tuohi Records/Groove Attack)

Nur nicht stehenbleiben! Vom reinen Blues hat sich Erja Lyytinen verabschiedet und blickt mit offenen Ohren in in neue musikalische Richtungen. Jazz, Rock, Pop und sogar Funk stehen auf »STOLEN HEARTS« im Mittelpunkt. Bei den Aufnahmen in den traditionsreichen Londoner Ark Studios konnte die finnische Gitarristin mit einer veritablen Legende zusammenarbeiten: Dem Produzenten Chris Kimsey, der bei der Entstehung der stilprägenden Stones-Alben »STICKY FINGERS« und »SOME GIRLS« federführend mit dabei war. In Ehrfurcht erstarrt ist die »Slide-Göttin« erfreulicherweise nicht und bewegt sich souverän zwischen Gefühl und Härte. Und übrigens: Der Altmeister versteht es hier blendend, die Stimme der Finnin gebührend ins rechte Licht zu rücken!

Erja Lyytinen, die im vergangen Jahr erstmals durch Indien tourte, beherrscht die gefühligen Töne in Tracks wie dem ruhigeren »Love Labatory« ebenso wie die rockige Femme-Fatale-Nummern. Die Gitarrenlady macht hier zwar deutllich, dass sie an ihrem Instrument der Boss ist, zeigt aber auch weichere und verspieltere Seiten. Sich in kein Klischee pressen lassen: So geht das! (emv)

   

Forbidden Fruit
(2013, Ruf Records/In-Akustik RUF 1188)

Hätte man das einer Finnin zugetraut, dass sie lasziv vom Cover grinst und ihre CD doppeldeutig »FORBIDDEN FRUIT« nennt? Dies müsste Erja Lyytinens fünfte CD unter eigenem Namen sein, und man spürt ihre zunehmende Routine. Nicht herausragend virtuos, aber doch makellos an der Gitarre und verstärkt durch eine prima eingespielte Band bringt sie neun Blues-basierte Pop-Songs zu Gehör; ihre Musik ähnelt dabei Bonnie Raitt. (Interessanterweise ist bei zwei Songs übrigens Alan Darby als Co-Writer beteiligt, der auch schon mit Bonnie Raitt arbeitete; er könnte diesen stilistischen »Drall« bewirkt haben.)

Oft hält sich der Blues – eigentlich Lyytinens Heimat – komplett im Hintergrund: das kann man je nach Sichtweise bedauern. In Songs wie »Death Letter«, »Press My Button« oder »Things About Coming My Way« gewinnt der Blues dann jedoch wieder mächtig die Oberhand, und dann klingt die finnische Lady wieder fast so verrucht wie auf früheren Alben. (peb)

   

Songs fron the Road
(CD+DVD, 2012, Ruf Records/In-Akustik RUF 1179)

»SONGS FROM THE ROAD« – ein Doppel-Pack aus CD und Film-DVD, das im November 2011 im Helsinkier Savoy Theater aufgezeichnet wurde – überzeugt durch kristallklaren Sound (Dolby Digital 5.1 Surround) und durch das Können der finnischen Sängerin und Gitarristin. Zusammen mit ihrem Trio zelebriert sie 13mal druckvollen Bluesrock; auf DVD sind es sogar 15 Songs plus einem leider nur extrem kurzen Interview-Clip.

Die Lieder stammen überwiegend vom Vorgänger-Album »Voracious Love«, doch auch bewährte Songs von früheren Werken streut Erja Lyytinen ein sowie natürlich auch einige Blues-Klassiker wie »Soul Of A Man«, »Steamy Windows« oder »Crossroads«. Die Stimmung im Publikum bleibt zwar recht distunguiert, und verglichen mit der Konkurrenz geht die »brave« Erja nicht so recht aus sich heraus, doch das schmälert das Blues-Vergnügen kaum. (peb)

   

Voracious Love
(2010, Ruf Records/In-Akustik RUF 1161)

Finnland ist nicht gerade bekannt als Heimatland vieler Blues-Ladies. Erja Lyytinen ist aber bereits seit einem knappen Jahrzehnt aktiv und hat in dieser Zeit ein handvoll feiner Alben veröffentlicht, wobei ihr mit »VORACIOUS LOVE« einen Schritt nach vorn gelingt. Zu hören gibt’s schneidigen Blues, stark im Rock geerdet und angetrieben durch ihre Gitarren-Soli. Mal elektrisch kraftvoll, mal durch akustische Instrumente dominiert, auch begleitet von Mundharmonika oder Streichern arbeitet sich die Finnin durch überraschend abwechslungsreiches Songmaterial.

Unterstützt durch Marco Hietala (Sänger bei Nightwish) und Paavo Lötjönen (Cellist bei Apocalyptica) entstand so abseits vom Massenmarkt ein hochwertiges und hörenswertes Bluesrock-Album. Leichte Defizite sind allenfalls bei Erjas Gesang festzustellen, der zwar sauber und makellos ausgeführt ist, aber eben nicht sehr markant und »bluesig«. (peb)



Siehe auch:
Nightwish
Apocalyptica

   

Dreamland Blues
(2006, Ruf Records/In-Akustik RUF 1114)

Blues ist nicht eben eine Frauen-Domäne. Doch die – im Vergleich zu ihren männlichen Mitstreitern – eher zierliche finnische Gitarristin und Sängerin zeigt allen Kerls, was eine Blues-Harke ist. Der Ausgangspunkt für »DREAMLAND BLUES« liegt schon ein Jahr zurück, als Erha Lyytinen mit Ansley Lister und Ian Parker in den Südstaaten aufnahm. Diese Session – und die ihrer Meinung nach ähnliche Landschaft von Mississippi und Finnland – trugen anscheinend dazu bei, dass sie sich nun voll und ganz auf elektrischen Blues verlegte und mit ihrem Langzeit-Begleiter Davide Floreno erneut nach Mississippi ins Studio zog. Als Begleiter fungieren u.a. Kinney und David Kimbrough, die Söhne des legendären Junior Kimbrough. Und selbst Ian Hunter assistierte bei Background Vocals.

Und wie klingt’s? Als muskelstarke Gitarristin weiß Erja Lyytinen zwar zu überzeugen, doch ihre reine Stimme mag nicht so recht zum rauchig-dreckigen Blues passen. Punkten können daher vor allem die langsamen Songs wie das balladeske Instrumental »Voyager's Rest« oder der Slowblues »Lady« mit Drummer Kinney Kimbrough als Haupt-Sänger. (peb)



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