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Alle Rezensionen zu 120 Days
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

120 Days
(2006, Smalltown Supersound SMS320 CD)

Düsternis und Euphorie gehen Arm in Arm. Disco-Synthies und lärmende Gitarren sitzen händchenhaltend in der Ecke. Dunkelbrauner Progressive Rock und metallisch glitzernde urbane Coolness haben sich zum Knutschen ins Dunkle verzogen. Die Luft flirrt vor Intensität. Es riecht nach Aufbruch. 120 Days haben auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum den Sprung in die Nebelwand gewagt. Wer glaubt, die Zukunft des Rock sei untrennbar mit der E-Gitarre verbunden, der sollte hier genau zuhören.

Das Quartett aus Kristiansund reklamiert die rohe Kraft von Synthies und Drumcomputern für sich. Zieht sie energisch hinüber ins Rock-Lager. Greift sich Versatzstücke aus dem Repertoire von Kraftwerk oder Neu! aus den 70ern und lässt sich von hedonistischen Gitarrenhelden wie The Cult aus den 80ern inspirieren: Cult-Aushängeschild Ian Astbury hat deutliche Spuren bei Sänger Ådne Meisfjord hinterlassen. 120 Days entwickeln aus diesen scheinbar widersprüchlichen Einzelteilen eine unwiderstehlich treibende Mischung und scheren sich den Teufel darum, dass dabei Zwölf-Minuten-Songs herauskommen. Definitiv keine Musik zum Nebenbei-Hören.Viel zu aufregend, was hier passiert. Das Herz pocht schmerzhaft. (emv)



Siehe auch:
Mari Boine

 120 Days: 120 Days

Offizielle Website

Die CD »120 Days« war »CD des Monats« im Monat 12 / 2006.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Eine Voraussetzung reicht zum Genuss dieser Platte: Lautstärke. Erst dann kriechen die aufgeknüpften Feedback-Stränge, die Leerstellen aus gedröhntem Matsch und der kraftvolle weiße Krach passend in die Gehörgänge. Erst dann erweisen sich die psychedelischen Untiefen und Kakophonien mit all ihren elektronischen Neuerungen als einnehmender Ausflug. Einmal quer durch die Rockgeschichte bis hin zum Morgen.
Markus Wiludda

Sodom and Gomorrah? Marquis de Sade? Nun - der Hint zu »Les 120 journées de Sodome ou l'école du libertinage« führt auf die falsche Fährte. Oder doch nicht? Denn irgendwie wirkt dieser blubbernde und spritzende Hexenkessel mit Ingredienzen aus Schweiß, verräucherter Luft, sirrenden Gitarren, ineinander verzahnten Sequencer-Schleifen und einem hart arbeitenden Drummer doch recht infernalisch. Iggy Pop meets U2 meets Depeche Mode. Gefällt mir.
Peter Bickel

»Knöpfchendreher« schimpften die schwitzenden Rocker diejenigen Musiker, die nur an den Filtern und Hüllkurven ihrer Analog-Synthies herumdrehten. 120 Days zeigt, dass beides geht: zuckende Menschen an den Keyboards und prügelnde Drummer, in sich versunkene Saiten-Egomanen und ein Sänger-Messias.
Leif Haugjord

Wundervoll, die 80er sind wieder da! Zumindest das, was cool daran war: diese knorkigen, blubberigen Synthesizer, die Uffta-Drum-Machines und die Schmalzstreicher. Das Ganze ins 21. Jahrhundert katapultiert, postmodernisiert und aufgefettet - tolle Sache. Wenn doch nur Ådne Meisfjord nicht auch noch so singen würde wie vor 20 Jahren!
Sebastian Pantel

Offizielle Website      www.120days.no



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