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Alle Rezensionen zu Disco Ensemble
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Afterlife
(2017, Fullsteam Records/OMN Label Services -)

Wie klingen die Electro-Punker Disco Ensemble im Jahr 2017? Kurz gesagt: überwiegend nach Synthiepop der 1980er-Jahre – wo sind die ehemals harten Töne auf »AFTERLIFE« geblieben? Den Anfang macht das, bis auf den punkigen Refrain, gezähmt wirkende »Reality«. Die treibenden Bass-Beats der folgenden ersten Single-Auskopplung » Fight Forever« verlocken zum Mitwippen, doch ausgerechnet der (zu eingängige) Refrain nimmt die Spannung aus dem Lied. »Disappear« klingt austauschbar und beliebig.

Mit dem atmosphärischen, schleppenden Titeltrack samt hymnischem Refrain geht's endlich aufwärts, auch mit dem leicht rotzigen »Nothing More« kann der Finnen-Vierer punkten. Seltsam vertraut klingt das nächste Stück: Mit einem Augenzwinkern persiflieren die Helsinkier die Technovariaante von »Das Boot« aus den 1990ern. Erneut zahmer als es der Name verspricht, biegt »Hardcore People« aus den Boxen, einzig kurze Gitarrenausbrüche deuten an, was möglich gewesen wäre. Am härtesten ist »Face Down In A Fountain«, in dem Fronter Miikka Koivisto erstmals ins Mikro schreit und Schlagzeuger Mikko Hakila erstmals überrascht. Erstaunlich rockig präsentieren sich Disco Ensemble in »Surround Me«, live sicherlich ein Kracher. »Too Deep« ist zwar eingängig, aber irgendetwas fehlt; das gilt auch für das finale, unnötig lange »Midnight«.

Fazit nach 42 Minuten: Solide, einige Songs mit Live-Potenzial, aber auch zu viele zu poppige, zu eingängige, zu zahme Momente. (nat)


Zu den aktuellen Tourterminen von Disco Ensemble

 Disco Ensemble: Afterlife

Offizielle Website

Offizielle Website      www.discoensemble.com

   

The Island Of Disco Ensemble
(2010, Fullsteam Records/PIAS FS158CD)

Mit Disco Ensemble aus dem finnischen Pori verbinde ich in erster Linie eine energiegeladene Liveband – und gewisse Schwierigkeiten diese Energie auf ihren Studioscheiben rüberzubringen. Auf dem inzwischen vierten Album »THE ISLAND OF DISCO ENSEMBLE« können die Jungs um Sänger/Keyboarder Miikka Koivisto dies teilweise vermitteln: In Stücken wie der ersten Singleauskopplung »White Flag For Peace« (mit boshaft zartem Anfang) oder dem Opener »Bay Of Biscay«. Leider klimpert das Quartett zwischendurch auch unmotiviert Füllsel wie »Protector«; das sind eben jene Momente in denen man sich einen Livegig wünscht.

Die zehn Songs schwanken in altbekanntem Disco Ensemble-Stil zwischen Elektro-Effekten (erinnern in »So Cold« fast an Dúné), reduzierten Popsongs und wütenden Rockern, zwischen Indierock, Dancefloor und einem Schuss Hardcore hin und her. Für das moderne Klanggewand des 42-MInüters sorgte übrigens Lemonator-Kopf Lasse Kurki, und verhalf Miikka, Gitarrist Jussi Ylikoski, Bassist Lasse Lindfors plus Schlagzeuger Mikko Hakila zum ersten komplett in Finnland aufgenommenen, produzierten und gemasterten Album der Bandgeschichte.

PS: Den Viertling gibt es neben CD und LP auch als limitierte Auflage mit einem Buch. (nat)



Siehe auch:
Dúné
Lemonator

   

First Aid Kit
(2006, Fullsteam Records/Universal 06025-1705081-5)

Schon wieder! Musik als Therapie. Musik, um das Übel der Welt auf den Punkt zu bringen. Musik. Schmerz. Schrei. Alles nur, um sich aus den bequemen Sitzplätzen der Selbstgefälligkeit zu erheben, die Stimme geltend zu machen und zu kämpfen. Vor allem gegen die kleinen Ungerechtigkeiten des Alltags und gescheiterte Lieben. Dermaßen in die Enge getrieben gibt es nur noch eine einzige Option: sich eine gut dreiviertel Stunde von jeglichen Bedenken hinsichtlich Sittlichkeit und Ordnung zu verabschieden, lautstarke Gitarrenmusik mit ausgelutschten Melodielinien aufs Parkett zu schnoddern, bis abgedämpfte Erholungspausen dem ganzen den rechten Emo-Anstrich verleihen. Aha. Das Schauspiel wiederholt sich zwölf Mal.

Was die vier Finnen aus dem betulichen Pori auf ihrem zweiten Langspieler bieten, lässt sich aus dem Standard-Baukasten für Screamo-Rock schnell nachbauen und überrascht an keiner Stelle. Mit »This Is My Head Exploding« und »Black Euro« haben sie selbstverständlich zwei schweißtreibende Hits parat, aber die Frage, ob das »FIRST AID KIT« auch etwas gegen Phasen der Langeweile hat, muss leider verneint werden. (maw)



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