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Alle Rezensionen zu Risto
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Aurinko, Aurinko, Plaa Plaa Plaa
(2006, Fonal Records FR-47)

Worum geht es eigentlich im Rock? Nein, nicht um gestylte Frisuren, arrogante Attitüden oder den jüngsten Myspace-Eintagesfliegenhit. Nein, es geht um Energie, es geht um Anarchie, es geht um Leidenschaft, es geht ums Grenzüberschreiten und es geht um Hingabe. Es geht um Frechheit, es geht ums Können und es geht darum, sich den Teufel darum zu scheren, was der Rest der Welt davon hält. Risto, das Quartett aus Tampere um Sänger Risto Ylihärsilä, sind eine wunderbar respektlose Band, die all diese Vorgaben aufs Schönste erfüllen. Dass sie auf ihrer zweiten Veröffentlichung »AURINKO AURINKO PLAA PLAA PLAA« auf finnisch singen, ist nebensächlich. Die Botschaft kommt an.

Risto nehmen den Kanon souverän auseinander und stecken mit Gusto ihren eigenen Claim ab, weit draußen, aber trotzdem ganz nah. Streifen Discostampf, Schlager, Rap, die Singer-Songwriter-Schiene und angepunkten Wave und ein bisschen Blues. Und sie tun das hochlebendig, präzise und haben vor allem einen Riesenspass dabei, der sich beim Hören unwiderstehlich überträgt. Selbst bei den traurigen Songs. Das fängt beim ersten elektrisierenden Ton des Openers »Rakkauden Rock« an und hört bis zum Ende nicht mehr auf. (emv)

 Risto: Aurinko, Aurinko, Plaa Plaa Plaa

Offizielle Website

Die CD »Aurinko, Aurinko, Plaa Plaa Plaa« war »CD des Monats« im Monat 3 / 2007.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Allein der unaussprechbare Titel und der Kontrast der ersten beiden Tracks, zwischen »Auf die Fresse« und »Spieluhr-Klammerblues«, sagen alles. Ich versteh kein Wort, aber was für einen Spaß das macht! Punk, Walzer, 80er-Disco-Funk, alles ist drin, alles ist erlaubt. Und zeigt mal wieder, dass es nicht schadet, Finne zu sein, wenn man der Welt was Beklopptes schenken will.
Sebastian Pantel

Einmal beging ich den Fehler, an Mittsommernacht auf einen finnischen Campingplatz zu übernachten. Daran erinnert mich diese Musik: Krach und Rage, melancholische Ruhe nach dem Sturm, Kleinkinderspiel und Gettoblaster-Getöse. Und am nächsten Tag wollte mir ein Besoffener mit einer Axt die Windschutzscheibe meines Campingautos einschlagen ...
Leif Haugjord

In der Tat, die Finnen stecken einen mit ihrem hingebungsvollen Spielwitz sofort an. Widerstand zwecklos. Zudem ist es in einer Zeit der normierten Einheitsmusik ungemein erfrischend, wenn mal jemand auf Klangkonventionen keine Rücksicht nimmt. Allein dafür gebührt Risto schon höchstes Lob. Mein Favorit: die Klangminiatur »Pikkuoravat«.
Harald Kepler

»Pikkuoravat« bedeutet »kleine Eichhörnchen«, verrät mir Kollege Tim Jonathan eben. Dann gefällt mir dieses putzige Liedchen doch gleich nochmal so gut. Doch welchen Song soll ich als Liebling nennen? Das mystisch schimmernde und sich kitschig aufbäumende »Rukous«? Den bedrohlich grummelnden Semi-Blues »Muistatko, kun tanssittiin«?
Peter Bickel

Offizielle Website      www.fonal.com/risto

   

Sähköhäriöön
(2009, Fonal Records FR-63)

Wenn man mal ganz genau hinhört, dann wird es irgendwannn klar: Obwohl Risto als Royals der Respektlosigkeit auf den Barrikaden tanzen und ihren wilden Stilmix mit viel Verve pflegen, träumen sie insgeheim vom großen Auftritt als Entertainer, die das Establishment zum Wanken bringen. So wie Jacques Brel das Pariser »Olympia« in den 60er Jahren. Sänger Risto Ylihärsilä als das Tier im Entertainer. Genau so. Mit allen konventionellen und unkonventionellen Mitteln. Und eigentlich sind ihre chaotischen Poprockpunkfolk-Wütereien auf ihrer zweiten Veröffentlichung »SÄHKÖHÄIRÖÖN« im Grunde nichts als wüste Schlager. Oder krakelige Chansons. In etwa so, als sei Neil Diamond von der Natter gebissen worden.

Dass das Chaos, um zu funktionieren, höchste Disziplin erfordert, halten die vier Ristos sorgsam verborgen. Wäre geschäftsschädigend, fiele es allgemein auf! Überraschend huldigen die Anarchisten aus Tampere hier auch den ruhigen Tönen. Was allerdings im Ergebnis darin resultiert, dass die echten Kracher fehlen. Risto nachdenklich, Risto geradezu sanftmütig. Wollen wir das wirklich? (emv)

   

Live!
(2008, Fonal Records Fonal 58)

Wer harmonische Klänge und makelloses Schönspiel hören will, ist bei Risto an der falschen Adresse. Denn die vier unberechenbaren Rockberserker aus Tampere walzen auf ihrer Live-Platte alles nieder, was sich unvorsichtigerweise in den Weg zu stellen wagt. Der Schweiß fliegt, die Spucke sprüht, die Knochen knacken und die Instrumente – die müssen eben so hart herangenommen werden wie ein Mann, der absolut nicht parieren will. Her mit der Peitsche!

Sänger Risto Ylihärsilä muss der finnische Cousin der italienischen Entertainer-Anarchisten Adriano Celentano und Roberto Benigni sein – auch ohne Rüschenhemd oder wucherndem Brusthaar. Mit einem definitiven Hang zum melodramatischen Auseinandernehmen von angeblich in Stein gemeißtelten Grundsätzen des Rock. Da lache ich doch und hebe gepflegt ein Bein und hinterlasse frech meine Duftmarke! Schön ist anders, brachial ist gut. Das wird selbst der Dümmste verstehen, ohne nur ein Wort finnisch zu können. (emv)



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