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Alle Rezensionen zu Kostcirkeln
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Bästa van / Innehåll: Musik
(2013, ILK/VME ILK189/204CD)

Beim Debütalbum waren Kostcirkeln noch ein zehnköpfiges Ensemble mit mehreren Streichern. Ein paar Jahre später nun werfen sie, auf Quintettgröße reduziert, ihre zweite Platte in Form von EPs multimedial unter die Leute - auf Vinyl, als Download, ja sogar als erstes Album in einer Streichholzschachtel; daher der Titel »Inhalt: Musik«. So eigenwillig wie ihre Veröffentlichungspolitik ist auch die Musik; man sollte am besten gar nichts erwarten, doch irgendwie muss eine Rezension ja auf die Band neugierig machen...

Wer Musik vom erstklassigen Kopenhagener Jazzlabel ILK kauft, rechnet mit, klar, Jazz im weitesten Sinne. Kostcirkeln jedoch sind mehr so eine Art alternative Popband um die schwedische Sängerin Qarin Wikström (Sekten). »Garage disco with candyfloss-heartful lyrics« versuchen sie selbst ihr Tun zu beschreiben, was, naja, genau so treffend wie in die Irre führend ist. Kostcirkeln und vor allem die nie ganz zu fassende, zugleich sehr präsente Wikström fühlen sich pudelwohl als Musiker vieler Gewänder, teils in einem Stück, mal als tanzbar-heiterer Indie-Pop, dann als in verjazzter Impro-Laune, als lustige Leute mit Elektronik und Spieluhr oder auch in untergründiger PJ-Harvey-Introspektion, die mitten im Song komplett Stimmung und Genre wechselt zu schrägem Chanson und dann noch überraschend zu Alternative Rock. Wer die Musiker in ihren anderen Bands kennt, kann in etwa erahnen, wie es klingt, wenn man all diese Dinge in eine große Box wirft und kräftig durchschüttelt - und hinterher fallen lauter wundersame Überraschungseier heraus. (ijb)



Siehe auch:
Sekten
Simon Toldam Trio
Big Bombastic Collective
Stephan Sieben / Rhododendron String Band

 Kostcirkeln: Bästa van / Innehåll: Musik

Offizielle Website

Die CD »Bästa van / Innehåll: Musik« war »CD des Monats« im Monat 5 / 2013.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Inhalt: Musik. Das sagt schon auf wunderbar treffende Weise alles. Wozu Genre-Schubladen, wenn ich auch einfach nur einen ganzen Schrank voll purer Musik haben kann? Unwahrscheinlich, dass dieser Inhalt mal irgendwann langweilig wird.
Sebastian Pantel

Ob wir hier mal wieder als Erste eine Entdeckung ausgraben, die danach ein Hype wird? Stichwort Of Monsters And Men, oder Katzenjammer. Kostcirkeln sind eine hochmusikalische Truppe, die mit dem Kopf schon da sind, wo andere erst in der Zukunft hinkommen werden.
Leif Haugjord

Ganz nach meinem Geschmack: Ich liebe Überraschungseier! Und fast noch mehr liebe ich Bands, die sich partout in keine Schublade einordnen lassen, sondern sich auf frech-anarchische Weise immer wieder vorschnellen Urteilen entziehen. Und doch spielt das dänische Kollektiv Pop, aber auf die schlaueste Rumpelstilzchen-Art. Ach, wie gut, dass niemand weiß!
Eva-Maria Vochazer

Unumwunden gebe ich zu, dass Kostcirkeln vor Phantasie sprühen, dass ihre Musik sich gegen die meisten Schubladen sperrt und dass man ihr keinesfalls Charakterlosigkeit vorwerfen kann. Dennoch packen mich die Songs nicht recht, ständig warte ich auf den Funken, der mein Herz endlich zum Glühen bringt. Doch er kommt nicht, oder glimmt allenfalls.
Peter Bickel

Offizielle Website      kostcirkeln.bandcamp.com

   

Pang
(2014, ILK ILK221CD)

Ein wenig mag man sich wie im Kabarett fühlen, wenn man »PANG« lauscht, dem dritten Teil einer EP-Trilogie der dänischen Experimentalpopster Kostcirkeln: Es ist ein wilder Ritt durch die Stile, den das auf Quartettgröße geschrumpfte Ensemble hier vorlegt. Sängerin Qarin Wikström säuselt, schreit, haucht und berserkert wie eine präzise durchgeknallte Diva. Die EP erscheint zwar wieder beim renommierten Jazzlabel ILK, hat aber höchstens durch die Experimentierfreudigkeit mit diesem Musikgenre zu tun. Eher ist hier eine punkig-rotzige Energie zu spüren! Frank Zappa dürften diese Töne wohl gefallen, wenn in »Tiden Är Rund« urplötzlich fette Gitarren aufheulen und darüber eine schmutzige Discokugel glitzerrt!

Die Tempowechsel lassen hier mitunter den Atem stocken. Von lyrisch bis hysterisch: Die Wikström hat die Sache im Griff! Disco, Pop und Soul werden hier so lange durch den Fleischwolf gedreht, bis sie in übersteuerter Schönheit erstrahlen. Irgendwie muss man hier mitunter an die Talking Heads denken: Denn die waren genauso unberechenbar! (emv)

Audio-Link



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