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Alle Rezensionen zu Dag Arnesen Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Pentagon Tapes
(2017, Losen Records LOS 160-2)

Nein, der Titel führt in die Irre, wird aber sogleich im Innencover aufgeklärt: Mit dem US-Verteidigungsministerium hat Arnesen oder seine Musik gar nichts zu tun – lediglich der Raum im Aufnahmestudio in Bergen trägt den gleichen Namen. Damit ist leider das interessanteste über diese CD schon gesagt. Dag Arnesen ist ein Pianist aus Norwegen, und als 1950 geborener Musiker kann er auf eine 40-jährige Karriere zurückblicken, die ihm immerhin Auftritte mit Carla Bley, Joe Henderson oder Elvin Jones bescherte. Sein aktuelles Trio hat bereits eine CD veröffentlicht, auf »GRIEG, TVEITT & I« verknüpfte er Folk und Klassik mit Jazz.

Die »PENTAGON TAPES« stellen die reinrassigere Jazz-Seite von Arnesen in den Vordergrund. Mit Ole Marius Sandberg am Kontrabass und Ivar Thormodsæter am Schlagzeug bildet er ein konventionelles Piano-Trio, in dem die Rollen fest verteilt sind: Einer soliert, die anderen begleiten. Das geschieht ohne Anlaß zu Fehl und Tadel, großes Lob ist jedoch auch nicht angebracht. Alle sind solide Musiker und gefallen fast in der begleitenden Rolle besser. Die Hälfte der Stücke stammt von Arnesen, am besten gefällt die Ballade »Summer Morning Mist«. Die Standards »What Is This Thing Called Love« und Brubecks »In Your Own Sweet Way« sind auch schön anzuhören. Das reicht jedoch nicht, um dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben – zudem ist der Bass ganz traurig nach hinten gemischt und im Trio-Sound kaum zu hören. (tjk)

Dag Arnesen: Pentagon Tapes

   

Norwegian Song
(2007, Resonant/Jaro RM17-2)

Ein mutiges Unterfangen, und nur möglich, weil die Norweger ein viel unverkrampfteres Verhältnis zu ihrer »Volksmusik« haben als wir Deutschen: In Jazztrio covert Edvard Grieg, Ole Bull und eine Reihe von Traditionals mit federleichtem Duktus und butterweicher Melodienführung. »Ich erinnere mich an meine Kindheit, als meine Eltern diese Musik am Sonntag Morgen mit Klavier und Geige spielten«, erzählt Dag Arnesen und betont, wie ihn diese Lieder beeinflusst haben.

Versiert sind alle drei: Dag Arnesen spielte u.a. mit Karin Krog, Joe Henderson, Elvin Jones; Bassist Terje Gewelt war bei David Torn, Michael Shrieve oder Billy Cobham; Drummer Pål Thowsen musizierte u.a. mit Radka Toneff, Terje Rypdal oder Jan Garbarek. Diese Spielerfahrung garantiert lyrischen Schönklang auf hohem Niveau, aber richtig berühren wollen die altehrwürdigen norwegischen Stücke im Jazzgewand stellenweise nicht. Spaß machen kann »NORWEGIAN SONG« trotzdem, besonders – wie damals bei Arnesen – am Sonntag Morgen. (peb)



Siehe auch:
Karin Krog
Radka Toneff
Terje Rypdal
Jan Garbarek



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