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Alle Rezensionen zu Kaizers Orchestra
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Evig Pint
(2004, Farmen/PIAS 39110662)

Bis in ihre Seele hat sich das Fegefeuer vorgefressen, das Kaizers Orchestra schon 2003 zu ihrem Debüt im Polka-Hintern loderte. Verräterisch und peinigend war es, paarten sich doch in ihren Texten klägliche Angst und ehrenhafter Tod mit Russisch Roulett und dem elektrischen Gitarren-Flehen nach der Gnade vor dem Herrn. Wie also soll man es in Worte fassen, dass der Kaizers’ Kampf zwischen Himmel und Hölle auf ihrem zweiten Album noch abgründiger und schwärzer geworden ist?

Ausweglosigkeit, Mord und Totschlag, Schwermut und Grausen beherrschen erneut die musikalische Kraft der Norweger. Dabei zeigen dunkle Orgelwände, Bratsche und Trompete, abtrünniges Glockenspiel und Gesang aus voller Seele, dass die Kaizers ebenso gut Rockband wie Begräbniskapelle sind. Mit »EVIG PINT« haben sie jedenfalls das bemerkenswerteste Testament des Polka-Rock für das Jahr 2004 geschrieben. (lic)



Siehe auch:
Janove Ottesen
Skambankt
Cloroform


Zum Artikel über Kaizers Orchestra


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 Kaizers Orchestra: Evig Pint

Offizielle Website

Die CD »Evig Pint« war »CD des Monats« im Monat 3 / 2004.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

So muss Musik sein: schräg, aber ernst. Ausgelassen, aber kantig. Vollmundig und dennoch gegen den Strich gebürstet. Was den Leningrad Cowboys und den üblichen Humppa-Kapellen meist nicht gelingt, meistern die Kaizers: Sie sind nicht zu ulkig und nicht so manieriert, dass man sich unangenehm bedrängt fühlt. Feine Sache, das.
Frank Keil

Selten sind wir uns alle so einig, doch des Kaizers Orchester eint alle Musikfreunde: Ihre »Ewige Verdammnis« – die zwischen Tom Waits und Nick Caves Bad Seeds wildert, nur eben mit norwegischen Texten verziert – rockt wüst die Polka. Eine wirklich erfrischende Truppe. Und live sowieso eine Wucht.
Peter Bickel

Beim Genuss dieser CD bewegt man sich sozusagen durch eine Gruft, die Bretter für den eigenen Sarg auf den Rücken geschnallt. Fehlt nur noch der Hinweis auf dem Cover: »Fragen Sie Ihren Totengräber oder Psychiater«. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort eine erlebenswerte CD, ansonsten eine Gefahr für die Seele.
Rainer Brela

Wenn die Jungs im 3/4-Takt die Quetsche bedienen, mag man sich zunächst in trügerisch harmonischer Ruhe wiegen, aber dann: In wildem Galopp rauscht Kaizers Orchestra in ordentlicher Schräglage um die Kurve, und es scheppert und kracht so herzhaft in den Boxen, dass der wilde Norden grüßt.
Petra von Schenck

Offizielle Website      www.kaizers.no

   

Violeta Violeta Vol. 1
(2011, Petroleum Records/Rough Trade RRCD20)

Die Osloer Band liebt weiterhin Überraschungen. 2005 wechselten sie »von der kleinsten Plattenfirma zur größten Plattenfirma der Welt« und veröffentlichen nun doch wieder bei einem kleinen Label, und zwar eine Trilogie! Teil 2 soll im Januar 2012 folgen, Teil 3 genau ein Jahr später. Ob sie diesen langen Atem wirklich haben werden, oder ob Janove Ottesen und Co. bis dahin wieder andere Ideen kommen?

»VIOLETA VIOLETA« hat zwar im Vergleich zu den Vorgängern weniger mit Rock und Polka zu tun als eher mit Pop, widerborstig und überraschend bleiben die Norweger aber auch im Jahr 2011. Fröhliches Pfeifen und Rumpelrock, Pumporgel und romantischer Beatles-Pop, atemloser Shuffle und Bläser und zum Glück immer noch norwegische Texte: Es wird wahrlich spannend, wohin der zweite Teil der Trilogie führen wird ... (peb)

   

Maskineri
(2008, Petroleum Records/Sony BMG 88697272572)

Es lodert wieder Feuer in der Tonne. Die Rückkehr zum rumpelnden, düsteren Sound aus der Kaizer'schen Waffenkammer ist die positivste Nachricht, die es mit Album vier zu vermelden gibt. Erbarmungslos souverän gelingt wieder einmal die Vermischung von Schifferklavier, Perkussions-Sektion und Bandinstrumentarium – so weltumspannend eklektisch, dass inzwischen sogar dezenteste Elektronik und Calypso Einzug in den Ompa-Gesamtsound gehalten hat.

Allerdings häufen sich Melodieumschwünge zu einer Melange des bereits Bekannten: Tränen und Temperamente werden in bedrohliche Atmosphären gehaucht und mit morbider Rhetorik versehen. Es fehlen »MASKINERI« die wahrhaft funkelnden Momente. Kaum neue Impulse können selbst die stärksten Tracks wie das seekranke »Enden Av November« und der Furor von »9mm« ausstrahlen – was natürlich der großen Livesause keinen Abbruch tun wird. (maw)

   

Maestro
(2005, Universal 06024.9872846)

Allen Eisenwaren-Gypsy-Polka-Sozialisierten sei gesagt: »MAESTRO« ist weitestgehend die Abkehr von knarzigem Ompa-Charme und rumpeligem Tohuwabohu. Verlustreich, sicher, aber auch die einzige Möglichkeit, sich aus der Repeat-Falle zu winden. Die dunklen Rauchschwaden sind verzogen, das Saufgelage beendet: Zeit für Indie-Disko!

Stampfend und funky kommen die neuen Songs daher, allerdings auch sehr viel mehr an konventionellem Songwriting orientiert – die Hitdichte ist hoch wie nie. Egal ob »Auksjon« mit dem patentierten »Who Is Your Daddy?-Refrain« daherknallt, »På Ditt Skift« tonnenrumpelt, die Single »Maestro« mit gar mit orientalischen Rhythmen klappert oder »Blitzregn Baby« sich als fulminantes White Stripes-Rip-Off erweist. Allein »Christiania« hebt sich als eindringliche Ballade ab. Verschroben war gestern, und wer vergleicht, verliert. (maw)

   

Ompa Til Du Dør
(2003, Broiler Farm/PIAS BFCD9810Y)

Das gänzlich unbescheidene Ziel dieses aus Bergen stammenden Sextetts war, »die beste Live-Band Norwegens zu werden«. Die Chancen stehen gut: Mit Schlagzeug, E-Gitarre, Orgel, Kontrabass und diversen Ölfässern sowie anderem Plunder und Gerümpel lärmen die sechs Kerle auf ihrem Debüt durch kratzbürstigen Junk-Rock à la Tom Waits und frühem Nick Cave.

Ihre norwegischen Texte kann man zwar auch in englischer Übersetzung nachlesen, doch der volle Charme morbider Lieder wie »Død Manns Tango« oder »Dr. Mowinckel« kommt freilich nur im Original adäquat rüber. Diese rumpelnde und scheppernde Kaputnik-Musik zwischen Rock, Blues und Chanson erfreut alle dunklen Seelen, aber nicht nur die. (peb)



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