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Alle Rezensionen zu Little Dragon
(Genre »Beats«, Land »Schweden«)

 

Ritual Union
(2011, Peace Frog/Rough Trade PGF150DA)

Heftig mit dem Mainstream flirten und sich doch immer wieder aus der amourösen Umklammerung lösen und mit sperrigeren Electronics Pingpong spielen: Little Dragon loten auf ihrem dritten Album »RITUAL UNION« die Freiräume zwischen angepasster Eleganz und geschmeidiger Renitenz aus. Schlau, schön und wendig. Das trifft vor allem auf die kühl-souveräne Zerbrechlichkeit der Stimme von Sängerin Yukumi Nagano zu. Damon Albarn hat die vier Schweden als Kollaborateure für sein jüngstes Gorillaz-Album »PLASTIC BEACH« eingeladen. Die smarte Sexiness der kleinen Drachen hat wohl Eindruck gemacht.

Das Quartett schlängelt sich ortskundig durch den Dschungel der Zitate: Von tiefgefrorenem R´n´B über blubbernde 80ies-Synthieverliebtheit, Prince-Bombastpop, Talking-Heads-Intellektuellenpop bis zur balladigen Trauersusen-Preziose in »Seconds« . Getrieben wird diese Mélange durch einen raffiniert-effektive Percussions-Teppich. Tanzen ein Muss! Aber immer wieder schleichen sich hinterlistige Elektro-Spielerein ein, die uns unweigerlich zur dunklen Seite der Macht ins Unterholz führen. Ein paar Lichtungen weiter könnte das Hexenhaus von The Knife stehen. Aber zwischendurch darf hier auch ungeniert die Gummibärchen-Sonne scheinen: Wer zum fröhlich-ausgelassenen Tortenstückchen »Little Man« nicht wie ein Flummi über die Tanzfläche steppt, der hat irgendetwas Entscheidendes falsch gemacht. (emv)



Siehe auch:
The Knife

 Little Dragon: Ritual Union

Offizielle Website

Offizielle Website      little-dragon.net/

   

Season High
(2017, Because Music/Warner)

Smooth operators: Little Dragon zelebrieren auf ihrem fünften Album »SEASON HIGH« schlauen elektronischen Crossover-Dancepop und ziehen dabei alle Register: Von schwül-erwachsen bis kindlich-verspielt sind hier alle Emotionen vertreten! Die Schweden flirten ausgiebig mit dem Soul, was Sängerin Yukimi Nagano stimmlich souverän bewältigt. Im Eröffnungstrack »Celebrate« verbeugen sich die Vier elegant vor den luxusverliebten 80ern und erschaffen mit rotzfrechen Gitarren-Soli sogar eine kleine Prince-Hommage. Mit Klein-Klein haben die Göteborger definitiv nichts im Sinn!

Intelligent schwelgen, selbstbewusst ausufern und dabei eine hypnotische Sogwirkung entwickeln: Wie das geht, zeigen die Grammy-nominierten Schweden im sanft experimentellen Track »Gravity«, der locker die Sieben-Minuten-Grenze überschreitet. Gleichwohl: Wer nach der längeren Schaffenspause von Little Dragon mit eingem gewissen musikalischen Aufbruch gerechnet hat, wird enttäuscht werden. Aber hey! Wer sonst schafft es so mühelos, cool tanzbare Blubber-Beats wie das übermütige »Sweet« mit erwachsenen R´n´B-Sounds wie in »Pop Life« zu verbinden? Hier lässt übrigens Janet Jackson grüßen! Leichtfüßig durch den Dschungel der Zitate hüpfen: Little Dragon können das! (emv)

   

Nabuma Rubberband
(2014, Because Music/Warner)

Einen Gang herunterschalten, das muss keine schlechte Sache sein. Vielleicht kommt man auf diese Weise sogar eher bei sich selbst an! Dachten sich Little Dragon und zogen sich nach den Höhenflügen als Support der Gorillaz ins heimische Studio im winterlichen Göteborg zurück. Ließen sich bei ihrem vierten Album »NABUMA RUBBERBAND« von Tönen inspirieren, die sich nicht zuallererst aufdrängten. Von obskuren Prince-Tracks etwa und den langsameren Songs von Janet Jackson! Die übrigens bestens zu dem stylish-clubbigen Synth-Sounds der Vier um Sängerin Yukimi Nagano passen. Man wirft mit Zitaten um sich wie Konfetti - Trip-Hop, Loungejazz, R&B, Soul, Disco - und inszeniert sich dabei als selbstbewusste Sensibelchen.

Dass Miss Nagano ein kleines Faible für campigen Kitsch hat, ist in der sehr tanzbaren Single »Klapp Klapp« nicht zu überhören, wobei die Grenze zum Überkandidelten niemals überschritten wird. Fast besser aber gefallen hier die Downtempo-Tracks wie das elegant verlangsamte »Let Go«, zu dem sich auf hohem Niveau schmachten lässt und die japanischen Wurzeln der Sängerin aufblitzen wie flüchtigste Sternschnuppen. Und große Romantiker sind die Götborger trotz all ihrer großstädtischen Coolness sowieso: Wenn sie in Tracks wie dem fein zurückgenommen »Pink Clouds« die satten Streicher-Sounds der Göteborger Symphoniker für sich einspannen, kann man schon mal seufzend dahinschmelzen! (emv)

   

Best of
(2014, Peace Frog/Rough Trade)

Nach drei Alben schon ein »BEST OF«, und dann gleich mit 14 Liedern — ist das nicht ein wenig überambitioniert? Offenkundig sollte die Kollektion mit der Veröffentlichung des vierten Albums »Nabuma Rubberband« zusammenfallen. Einzelne Songs sind in der Tat klasse Hits (»Sunshine«, »Ritual Union«), manche anderen gefallen durch die Little-Dragon-typische, gescheite Produktion mit reizvollen elektronischen Elementen, auch wenn die Songstrukturen dann nicht direkt hitverdächtig sind, wie bei »My Step«, das durch Giorgio-Moroder-Synthesizer eine ganz eigene, wunderliche Raffinesse bekommt.

Anderes bleibt in der simplen Natur eher blass (»Little Man«) oder wird aufgrund mangelnder Hooks sofort vergessen (»Feather«, »Scribbled Paper«) und somit keineswegs einer »Best of«-CD würdig. Little Dragon basteln sich geschickt durch die Rosinen der elektronischen Popmusik-Geschichte von Disco über Wave und Neunziger-Pop bis ins 21. Jahrhundert. Wie Kitty Empire im Guardian bereits treffend schrieb, ist das Göteborger Quartett »a band on the verge of greatness«. Trotz Einschränkungen ein empfehlenswertes Einstiegs- oder Ergänzungspaket, wenn auch ihr wunderbares und bis auf weiteres bestes Album »Ritual Union« in jedem Fall die erste Wahl bleibt. (ijb)

   

Little Dragon
(2007, Peace Frog 5060100741284)

Leicht zu übersehen ist die Welt der kleinen Drachen, so unaufdringlich musizieren sie an der schwedischen Westküste entlang. Kein Fauchen, kein vernichtendes Nasenfeuer, keine tollkühnen Geschichten. Der zurückhaltende Gestus ähnelt zwischendurch dem feinsinnigen Pop von Labelmate José González; dann aber erobern sich im Hintergrund R'n'B-Beats und gequetschte Elektronik ihren Raum, bevor der Kammerpop den Missing Link zu »Summer Sun«, dem größten Hit der schwedischen Jazz-Formation Koop aufnimmt, den Frontfrau Yukimi Nagano mit ihrem souligen Organ damals eingesungen hat.

Die Musik schwappt in kleinen Wellen heran. Betörend in ihrer Harmlosig- und Niedlichkeit, aber eben durchaus auch ihrem plätschernden Gestus bewusst. Immer schlicht gehalten und auf bewusste Beschränkung zielend entstand hier eine in ihrer Subtilität atemberaubende Platte. Die stilistische Sprunghaftigkeit ist den unterschiedlichen, sehr kosmopolitisch angelegten Sozialisationen der Bandmitglieder geschuldet und schafft genügend Freiraum für eigene Assoziationen. Man muss nur genau hinhören. (maw)



Siehe auch:
José González
Koop



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