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Alle Rezensionen zu Ane Brun
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

When I'm Free
(2015, Balloon Ranger Recordings/Cargo DEMCD15)

Erst vor kurzem hatte sich die in Stockholm lebende Norwegerin mit der Aufarbeitung ihrer bisherigen Aufnahmen beschäftigt: Mit mehreren Best-Of-Sammlungen, ausgegrabenen Raritäten sowie einem Live-Mitschnitt zog Ane Brun eine umfangreiche Zwischenbilanz. Nun scheint ihr Kopf frei zu sein für Neues. Und prompt markiert ihr siebtes Studio-Album »WHEN I'M FREE« – das erste mit neuem Material nach vier Jahren – einen Schaffens-Höhepunkt: Dank Begleiter wie Pianist Martin Hederos von Soundtrack Of Our Lives oder dem ehemaligen EST-Bassisten Dan Berglund lässt sich Ane Brun lustvoll durch träumerische TripHop- und Pop-Sphären treiben und klingt so massentauglich wie noch nie.

Aber nicht auf Kosten der Qualität! Ihr Pop-Flirt erreicht gar mitunter die Ausstrahlung von Geistesverwandten wie Kate Bush oder Peter Gabriel – für den Ane Brun bereits im Vorprogramm spielte und beim Song »Don't Give Up« den anspruchsvollen Part von Kate Bush übernahm. Überhaupt scheint der altersweise Mr. Gabriel tiefe Spuren bei ihr hinterlassen zu haben. Macht aber nix, denn Ane Brun hat die denkbar beste Stimme, um – Kate Bush nicht unähnlich – mit »Kieksern« und einem kräftigen Vibrato ihre theatralischen Songs restlos auszufüllen. Die einst akustisch orientierte Singer/Songwriterin, die zu Beginn vor allem auf den Spuren von Joni Mitchell und Nick Drake wandelte, hat sich im Laufe ihrer Karriere eine erstaunliche künstlerische Unabhängigkeit erarbeitet und zu einer mondänen Pop-Künstlerin gewandelt. Am stärksten wirkt Ane Brun aber nach wie vor, wenn sie zur zweiten Albumhälfte hin mit Balladen wie »All We Want Is Love«, »Still Waters« und »Better Than This« Zerbrechlickeit zeigt, denn dann dürfen wir geradewegs in ihr Herz blicken. (peb)


Zum Artikel über Ane Brun

Ane Brun: When I

Offizielle Website

Die CD »When I'm Free« war »CD des Monats« im Monat 9 / 2015.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Hm, also ich bin nicht ganz so mitgerissen worden. Eher schon ist mir die Platte, zu meiner Überraschung auch, ein wenig auf die Nerven gegangen, so dass ich sie nicht so einfach durchhören konnte. Was aber auch schade ist, denn einige Platten von Ane Brun habe ich und höre sie immer wieder sehr gerne. Vielleicht muss ich ihr noch etwas Zeit geben …?
Ingo J. Biermann

Mir geht es sogar so, dass ich diese CD leichter durchhören kann als frühere, da insgesamt eingängiger. Ane Brun vermeidet nun zwar Experimente, zeigt aber auch, wie eher konventionelle Popmusik auf hohem Niveau klingen kann.
Eva-Maria Vochazer

Ich habe mit Ane Brun auch Schwierigkeiten. Sicher, das ist klug und auch teilweise eingängig, aber ich packe einfach diese Stimme nicht - ebenso wenig wie Kate Bush oder Tori Amos. Oder anders gesagt: hohe Qualität, für mich unerträglich.
Tim Jonathan Kleinecke

Pop kann sie, darüber sind wir uns ja hier einig. Dass ihr der »pure Pop« gut steht, darüber können wir von mir aus streiten. Ich mag Ane Brun so, wie sie sich 2015 präsentiert: »WHEN I'M FREE« hat großen Unterhaltungswert und – wie ich finde – durchaus auch Suchtcharakter.
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.anebrun.com

   

Rarities
(2 CDs, 2013, Balloon Ranger Recordings DEMCD14)

Sympathischer Schachzug, ihr neues Album, das zu einem nicht geringen Teil Coverversionen bekannter Popsongs enthält, schlicht »RARITIES« zu nennen. Natürlich hätten die beiden jeweils 36 Minuten langen CDs auch auf eine Scheibe gepasst, doch die erste legt den Schwerpunkt auf fragile, eher introspektive Akustiksongs, von Ane Brun meist solo an Gitarre oder Piano dargeboten, darunter reizvolle Aufnahmen wie »It’s alright« von den Eurythmics, »From me to you« von den Beatles oder Tolles von Leonard Cohen, Emmylou Harris und Beyoncé Knowles.

Auf der zweiten CD versammeln sich dagegen die etwas üppiger arrangierten Lieder, mit Quartett, Orchester (Björks »Jóga«), Bandbesetzung oder Elektronik (ein uraltes Depeche-Mode-Stück im Duo mit Vince Clarke). Neben reduzierteren neuen Versionen der Hits »Humming one of your Songs« und »Daring To Love« finden sich auf »RARITIES« auch energische Pophits wie »Crawfish« in Zusammenarbeit mit den Club Killers und abschließend noch Dylans »She belongs to me« in einer schwebenden eigenen Version. (ijb)



Siehe auch:
Valgeir Sigurðsson
Linnea Olsson
Club Killers

   

It All Starts With One
(2011, Balloon Ranger Recordings/Cargo)

Es gehört schon etwas dazu. Widersprüchliches wie Puzzleteile zusammenzufügen so dass sie ein stimmiges Ganzes ergeben. Ane Brun schafft das auf ihrem vierten Album »IT ALL STARTS WITH ONE« mit spröder, unterkühlter Selbstverständlichkeit und wohl akzentuierten Gefühlsausbrüchen. Wunderbar changierend zwischen Diva und Chanteuse, zwischen Holly Golightly und Ani DiFranco. Souveräne Erwachsene und verschlossen-trotzige Aufmüfpferin in Schwarz. Disco, Nachtclub, Existenzialistenkneipe: In all diesen Welten bewegt sich die Norwegerin mit großer Selbstverständlichkeit.

Ane Brun schwelgt in eleganten, bislang sogar opulenten Arrangements vom Pianowohlklang über Streicherschmelz bis zur tribalen Trommelei. Vorbei die Zeit der Kargheit, in der die Gitarre Morgan die beste Freundin war. Einfühlsam produziert von Tobias Froberg, unter tätiger Unterstützung von Freunden. Wobei das zurückgenommene »Worship« mit José González eingesungen ist und allem Duo-Schmalz eine entschiedene Absage erteilt, indem jeder Künstler seinen eigenen Raum einnimmt und beide Stimmen sich dennoch zärtlich austauschen. Die Sängerin baut eine Spannung auf, die sich in »The Light From One« in einem leisen Aufruf zur Revolution entlädt. Um dann wieder ins Kühle abzutauchen, so als man an einem Spätsommerabend zur Dämmerung im Waldsee schwimmen geht. Vertraut und irgendwie doch beunruhigend. (emv)



Siehe auch:
José Gonzalez

   

Changing Of The Season
(2008, DetErMine Records DEMCD08)

Es ist schwierig, glücklich zu sein, singt Ane Brun im Titelstück »Changing Of The Seasons«. Aber aufgeben, nur weil sich uns das Glück hartnäckig verweigert – das tun wir noch lange nicht. Gehen wir eben noch ein paar Umwege und stolpern hier und straucheln dort. Aber irgendwie verlernen wir das Lächeln dabei nicht. Obwohl uns öfters zum Heulen wäre bei all diesem Pech in der Liebe. Aber es gibt einen tröstlichen Gedanken: Wir sind beim Fallen und Wiederaufstehen nicht alleine.

Die norwegische Chanteuse kämpft mit ihren Mitteln gegen das Unglück an: Mit reduzierten, eigensinnigen, eigenwilligen kleinen Songpreziosen, die am besten zur dunkelsten Nachtstunde goutiert werden. Produziert hat Valgeir Sigurdsson, der schon den Songs von Sigur Rós, Múm und Coco Rosie die nötige Leichtigkeit trotz all dieser irdischen Schwere mitgegeben hat. Zwischendurch wird es leicht melodramatisch. Aber nie zu sehr. Denn dazu ist Ane Brun ein viel zu neugieriges Spielkind, das noch jedem roten Ball hinterherspringt. (emv)



Siehe auch:
Sigur Rós
Múm

   

A Temporary Dive
(2005, V2/Zomba DEMC03)

Eineinhalb Jahre nach ihrem erfolgreichen Debüt schenkt uns die blondgelockte Songwriterin wieder ein Werk, das aus Engelsfeder geschrieben wurde. »A TEMPORARY DIVE« ist Ane Bruns Verarbeitung der zurückliegenden, ereignisreichen Monate, in denen sie auf unzähligen Bühnen stand und zu einer Musikerin heranwuchs, die in der Liga der gemachten Liedermacher mitspielen kann.

Denn erneut beweist sie mit ihrem Album beherzten Tiefgang und große Emotionalität, nur melodiöser, einfacher arrangiert und einprägsamer als auf dem Vorgängeralbum. Sie orientiert sich verstärkt an den Weiten der amerikanischen Country- und Folkszene und schrieb mit »Song No. 6« ein wundervolles Duett mit Ron Sexmith. Traumhaft. (lic)

   

Duets
(2005, DetErMine Records 1036852)

Nach zwei fantastischen Alben legt Ane Brun jetzt ihr drittes Meisterwerk vor. Diesmal ein ruhiges Singer-Songwriter-Sammelalbum, gefüllt mit zehn wunderbaren Duett-Songs, die sie in den letzten Monaten ihrer Karriere mit Künstlern wie Teitur, Ron Sexsmith, Syd Matters, Lars Bygdén, Tobias Fröberg oder Ellekari von The Tiny aufgenommen hat.

Sämtliche Musiker sind zwar noch keine Weltberühmtheiten, aber definitiv Musikperlen, die es allemal wert sind, gehört zu werden. Bekannter dagegen sind schon Anes Landsgenossen Madrugada, mit denen sie den Song »Lift Me« eingespielte. Hier zeigt die Songschreiberin besonders, welch fabelhafte Sängerin sie ist. Einfach schön. (lic)



Siehe auch:
Teitur
Madrugada

   

Spending Time With Morgan
(2003, DetErMine Records/Zomba DEMCD01)

Zuerst zog die Norwegerin von Oslo nach Bergen, dann nach Stockholm. Dort verbringt Ane Brun ihre Zeit (fast) nur mit Morgan, ihrer Gitarre. Auf der Bühne natürlich oder bei ausgedehnten Spanien-Urlauben. Sehr genau studiert hat sie Folk-Charakterköpfe wie Nick Drake, Tim Buckley, die frühe Joni Mitchell, Michelle Shocked und vor allem AniDiFranco, zu der sie die meisten Parallelen aufweist. Denn auch Ane will unabhängig bleiben mit ihrem Label »DetErMine Records«, zu deutsch etwa: »Das sind meine Platten«!

Ihr Debüt verspricht der Singer/Songwriterin eine große Zukunft, denn sie wühlt sich mit modulationsreicher Stimme durch ihr ganz eigenes, sympathisch knorriges Folkrock-Panoptikum, oft instrumentiert mit Lap Steel und Streichern und bunt ausgeschmückt mit Hippie-Reminiszenzen. (peb)



Siehe auch:
Washington
Moneybrother
Little Gang



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