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Alle Rezensionen zu Guðrið Hansdóttir
(Genre »Pop«, Land »Färöer«)

 

Beyond The Grey
(2011, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence Bu011)

Die gesamte färöische Musikszene – die angesichts der geringen Bevölkerungszahl erstaunlich groß ist – scheint fest in der Hand von Michael Blak zu sein. Blak, selbst Musiker und Betreiber des einzigen färöischen Musiklabels Tutl, ist daher natürlich auch als Gast auf dieser dritten CD Guðrið Hansdóttirs zu hören. Für heimische Verhältnisse ist sie dort fast schon ein Superstar - ihre zweite CD wurde das am meisten verkaufte Album der Färöer Inseln; beide bisherigen CDs erhielten Preise.

Auch die Nummer drei verströmt eine zauberhafte Folkpop-Intimität, der man sich nicht entziehen kann und will; sie erinnert gar an Folk-Vorbilder wie Fairport Convention oder Tim Buckley. »Es ist ein sehr ruhiger Platz hier«, sagt die 29jährige Do-It-Yourself-Musikern über ihre Heimatstadt Tórshavn. »Die Natur beeinflusst wohl jeden Musiker hier auf den Inseln. Ich werde inspiriert, wenn ich einfach nur auf die See hinausschaue, wenn ich die Stille wahrnehme.« Die nordische Natur als Bezugspunkt - das kennen wir ja bei fast allen skandinavischen Musikern. Guðrið Hansdóttirs Liedern, bevorzugt instrumentiert mit Gitarren und Flöten, hört man es jedoch besonders stark an, dass sie weiten Räumen entspringen, dass sie sich selbst genug sind und in sich ruhen. Sehr sympathisch! (peb)



Siehe auch:
Danish Roots

Guðrið Hansdóttir: Beyond The Grey

Offizielle Website

Offizielle Website      www.facebook.com/gudridhansdottirmusic

   

Painted Fire
(2016, BESTE! UNTERHALTUNG BU075)

Den eingeschlagenen Weg mutig fortsetzen! Guðrið Hansdóttir macht mit ihrem fünften Album »PAINTED FIRE« genau dort weiter, wo sie mit ihrem Elektronik-Nebenprojekt Byrta aufgehört hat. Die Musikerin von den Färöer Inseln verbindet mit leichter Hand Folk, Pop und Synthie-Sounds. Und schafft es dabei, weiterhin feenhaft und trotzdem eigenwillig zu klingen!

Hánsdottir strebt sanft in Richtung filigraner Elektropopwelten, die sich bestens mit der folkigen Grundstimmung vertragen. Slide-Gitarre trifft Synthies: Passt doch! Synthie-Fanfaren und feine Balladensounds halten in Tracks wie »Animal« einträchtig Händchen. Angst vor Vocodern hat die Chanteuse jedenfalls nicht, lernen wir! Stimmlich erinnert die Hánsdottir hier an die ganz junge Heather Nova. Im großartigen Track »Pegasus« überzeugt sie mit eingängigem Powerpop. Stimmlich wird sie hier einfühlsam von ihrem Landsmann Marius Ziska unterstützt. Feine Tracks wie »Endaloysi«, die mit gekonnter Bläser-Instrumentierung aufwarten, singt sie in ihrer Muttersprache. Das klingt erstaunlich cool! Und Extrapunkte gibt es hier noch für das sehr gelungene Albumcover! (emv)



Siehe auch:
Byrta
Marius Ziska

   

Taking Ship
(2014, Nordic Notes/Broken Silence NORCD0)

Heinrich Heine ist zwar schon Mitte des 19. Jahrhunderts verstorben, aber in einer der entlegensten Ecken Europas hat der letzte Dichter der deutschen Romantik einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Ausgerechnet auf den Färöern, der Inselgruppe im Nordatlantik mit ihren knapp 50.000 Einwohnern. Die färingsche Singer-Songwriterin Guðrið Hansdóttir hat in dem Düsseldorfer Poeten und Grenzgänger eine verwandte Seele entdeckt. Denn die Chanteuse ist hörbar im Aufbruch. Verabschiedet sich vom reduzierten, bescheidenen Stimme-Gitarre-Modus und strebt in Richtung filigrane, komplexere Elektropopwelten. Auf »TAKING SHIP« vertont sie hauptsächlich Heine-Gedichte und wagt sich auch stilistisch auf Neuland vor: In ihre Songs hält eine schwebende Eleganz Einzug, die sich übrigens wunderbar mit der bescheiden-folkigen Grundstimmung verträgt.

Für ihren Aufbruch zu neuen Ufern hat sich Hánsdottir hochkarätige Unterstützung mit an Bord geholt: Das isländische Pianowunderkind Ólafur Arnalds, der sich vorzugsweise auf der grünen Grenze zwischen Klassik, Filmmmusik und Minimalismus bewegt, den finnischen Folkster Lauri Myllymäki von Ochre Room und Janus Rasmussen von den isländischen Synthie-Helden Bloodgroup. Das könnte hier in einem Übermaß an Einflüssen enden, tut es erfreulicherweise aber nicht. Songs wie »You Blossom Like A Flower« kommen leichtfüßig daher, schweben geradezu. Von großer Geste will Frau Hánsdottir nichts wissen, lieber mit Verve die kleine, kammerpoppige Form pflegen und Songs von ruhiger Schönheit schaffen. Das ist alles andere als spektakulär. Aber in seiner neugierig um die Ecke schauenden Attitüde, dem intelligentem Aufbruch in neue elektronische Welten von anrührender Schönheit. (emv)



Siehe auch:
Ólafur Arnalds
Blodgroup
Ochre Room

   

The Sky Is Opening
(2011, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence Bu017)

Sie meistert beides mit Leichtigkeit: Die beschwingt-frühlingshafte Folkpop-Nummer. Und die intime, reduzierte Ballade für tiefdunkle Nachtstunden. Guðrið Hansdóttir ist auf ihrem zweiten, selbständig veröffentlichten Album »THE SKY IS OPENING« unaufdringlich darum bemüht, möglichst viele Facetten zu zeigen. Ureigentlich aber geht es der angenehm zurückhaltenden faröischen Chanteuse aber immer um die kleinen Dinge, nie um die großen, dick aufgetragenen Emotionen. In diesem Sinne also sehr americana-verwurzelt. Dieses Bemühen wird auch in den fein nuancierten Arrangements sichtbar: Hier die sparsam eingesetzten Bläser, dort die gefühligen Streicher.

Stets das gleiche Lied? Unklug, das! Das ist Frau Hansdóttir ganz bestimmt nicht. So will sie an keiner Stelle verhehlen, dass sie intelligenten Sängerinnen von Dolly Parton bis Loreena McKennit aufmerksam gelauscht hat. Aber ihre eigenen Songs wie das augenzwinkernde »On My Own Two Feet« kommen im Grundton immer liebevoll und warmherzig daher, auch wenn hier der eine oder andere Seitenhieb gen Männerwelt geht. Aber vielleicht am meisten bei sich ist die Sängerin im bewusst reduzierten und intensiven Treueglöbnis »Sleep«. Das wird dem Geliebten versichert, das er beruhigt schlafen kann. Sie wacht über ihn. Was für ein Glückspilz, der solch eine Frau an seiner Seite hat! (emv)

   

Love Is Dead
(2007, Tutl HJF 170)

»Love Is Dead« singt Gudrid Hansdóttir – und das ist natürlich glatt gelogen. Denn wenn dies der Fall wäre, warum bräuchte dann die Menschheit so eine warmherzige, so eine rein-kuschelige Versammlung von zehn Liebessongs? Warum sollte irgendjemand zu hören, wenn sie ihre angenehm-temperierte, aber niemals kitschig-sanfte Stimme einsetzt? Und bräuchte es dann wirklich einen Ohrwurm a la »Sleeping With Ghosts«, bei dem eine soft perlende Gitarrenschlaufe zum eingängig-eindringlichen Rhythmus nur entzücken kann?

Aber oh: Sie kann auch ein wenig zornig werden. Gar ungeduldig, fordernd. Sie kann auch rocken. Kann dann einen Song auf der Stelle treten lassen, ihn einsperren, will ihn nicht ins Freie fliegen lassen. Bis dann im übernächsten Lied wieder das Tempo gemächlicher wird, fließender; sie im angenehmen Walzertakt die Hand ausstreckt. Und am Ende steht ein nahezu akustisches Stückchen, bei dem im Hintergrund die Geigen ganz leise säuseln und die Gitarre ergeben wimmert. Wie es heißt? Na, »Take Me Home«. (frk)



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