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Alle Rezensionen zu The Search
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Saturnine Songs
(2008, AF Music AF Music)

Das »Suchen« ist eine schöne Metapher, da sie uns alltäglich umgibt. Suchen ist Sehnen, Suchen ist Bewegung, Suchen ist Überraschung. Suchen macht uns bewusst, dass wir uns entwickeln und die tiefen Löcher in unserem Ich auffüllen wollen, was nur manches Mal gelingt. Denn das Suchen ist immer auch ein Scheitern und Zweifeln. Gute Voraussetzungen also für eine Band, sich produktiv auf den Weg zu machen, um kraftvolle Aussagen und eigenständige Klänge zu formulieren.

The Search aus Uppsala machen es sich es aber zu einfach. Sie transportieren mit melancholischem Sinn die Merkmale und Stärken der 80er, die ihnen aus historischer Entfernung den Kopf verdreht haben, und fügen kaum eine eigene Note hinzu. Es ergießen sich sämige Synthie-Flächen in den Äther, die Rhythmen sind austauschbar, die Melodien unspannend. Wer The Cure oder The Church mag, der weiß, wie Wavepop besser geht. Eben erschreckend betörend. The Search hingegen klingen streckenweise ambitioniert, aber hilflos. Die Suche ist noch nicht beendet. (maw)

The Search: Saturnine Songs

Offizielle Website

Offizielle Website      thesearchsweden.wordpress.com

   

Echo
(2017, afmusic)

Heul, schmacht, seufz: Mit diesen Sprechblasen lässt sich das musikalische Schaffen von The Search trefflich beschreiben. Auch auf dem mittlerweile neunten Longplayer »ECHO« schwelgt die Band um Schmusesänger Razmig Tekeyan ungehemmt im synthielastigen Heulsusenpop. Das Wort »desire« in Popsongs sollte wegen erhöhter Peinlichkeitsgefahr verboten werden. Bis Uppsala hat sich das noch nicht herumgesprochen, denn auf dem Track »Fragments Of Dreams And Desires« ertrinken die Schweden stilvoll im Zuckerbrei. Böse gesagt klingen The Search wie Talk Talk für Arme.

Ehrlich echauffieren tut sich in diesen wohltemperierten Schmeichelsongs keiner. Stilvol die Angebetete umwerben, ein bisschen auf Bäckerblume-Niveau philosophiern und dabei bloß kein Tröpflein Schweiß vergießen: Bei Tracks wie »Mind To Mind« mit ihren ach so innigen Gitarrenklängen mag man fast wieder an das Gute im Menschen glauben. Die harte Wahrheit aber ist: Die Schweden bieten hier austauschbaren Konsenspop, der niemandem wehtut und den auch keiner wirklich braucht. Außer vielleicht der Fahrstuhlmusik-Industrie. (emv)

   

Staying Alive In A Country Industrialised
(2012, Danse Macabre)

Wie das Familienprogramm samstagabends in den 80er Jahren. Man weiß genau, woran man ist und kann sich wohlig auf dem Sofa räkeln, selbst wenn sich auf dem Bildschirm die Melodramen abspielen. Ähnlich verhält es sich mit »STAYING ALIVE IN A COUNTRY INDUSTRIALISED«, dem dritten Album von The Search. Die Musiker um den schick am Leben leidenden Sänger Razmig Tekeyan umhüllen ihr Hadern mit dem Älterwerden und allerlei sonstiges Herzeleid mit einem schimmernden Mantel aus Schwelgepop in britischer 80er-Tradition. Mit dem Unterschied, dass Meister wie Morrissey oder Robert Smith garstig waren. The Search dagegen wollen nur gefallen.

Songs wie »Losing Touch« oder »Staring Into The Screen« wollen doch so gerne Hymnen sein. Doch echte Hymnen gehn ans Herz. Sie schmerzen und beunruhigen. Bei der Band aus Uppsala aber wird man von behäbiger Romantik eingelullt. Und beim mit der Mundharmonika countryesk aufgepeppten Rührstück »Let´s Make Babies« ist die Grenze zur Peinlichkeit überschritten. Irgendwann sind wir in den 80ern alle mal aus den elterlichen Wohnzimmern entfleucht und haben das schöne und hässliche Leben entdeckt. Das wird The Search nie passieren. (emv)

   

The Search For Connection Contact And Community
(2011, Danse Macabre/Alive)

Den flüchtigen Gefühlen nachspüren. Nostalgisch schwelgen. Die Schöngeister aus Uppsala bewegen sich auf ihrem zweiten Album »THE SEARCH FOR CONNECTION CONTACT AND CONTINUITY« auf bewährte Weise in den Sphären des eleganten und stylishen 80ies- Britwavepops in der Tradition von TalkTalk oder Spandau Ballet. Dass hier bloß kein Tropfen Schweiß fließen möge! Wir sinnen dandyhaft, blass und melancholisch den verpassten romatischen Möglichkeiten nach und suhlen uns gepflegt im Weltschmerz. Die Synthies streicheln unsere Seele.

So weit. So. bekannt. So weitgehend spannungsfrei. Nur ein einziges Mal, in »The Heart Is A Lonely Hunter«, zeigen The Search gitarrenlärmige seelische Erschütterung. Um anschließend wieder ins Wohlfühl-Universum zurückzusinken. Offenkundig scheuen die Schweden den Schritt vom Wege. Obwohl die Luft auf Nebenpfaden doch so viel frischer ist! (emv)



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