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Alle Rezensionen zu Helge Lien Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Guzuguzu
(2017, Ozella Music/Galileo OZ070CD)

Konnte man bei Helge Lien und seinem (umbesetzten) Trio zuletzt etwas die erzählerische Dichte der vielgepriesenen Meisterstücke »HELLO TROLL« und »NATSUKASHII« und das Feuer der Konzerte vermissen, so bietet »GUZUGUZU« nun von beiden Aspekten das Beste. Ja, der Titel hat seinen Ursprung (wieder) im Japanischen — Lien hat (wie diverse andere Musiker aus Norwegen) seine Vorliebe für die japanische Kultur des öfteren betont — und sieben der acht Songtitel ebenfalls. Diese sieben Stücke haben denselben melodischen Ursprung und wurden nach lautmalerischen Bildern ausgestaltet, assoziativ nach eben diesen Begriffen im Japanischen (lächelnd, donnernd, leise regnend usw.).

So schaffen Lien, Berg und Johansen eine zauberhafte Kreuzung aus größer angelegter Suite und dynamisch improvisierten, sehr fokussierten Nummern. Denen kommt sehr zugute, dass die Drei sich bereits über lange Zeit mit dem Material befasst hatten, bevor sie die acht Stücke, also das gesamte Album in »einem einzigen Take« mit Jan Erik Kongshaug im Osloer Rainbow Studio aufnahmen. Wer das Helge Lien Trio bereits live erleben konnte, wird sich mit »GUZUGUZU« sowohl an ihrer klasse Live-Energie als auch mit ihrem zu Recht gepriesenen Geschick für emotional ergreifendes Storytelling erfreuen. Meisterlich. (ijb)



Siehe auch:
Ruth Wilhelmine Meyer & Helge Lien
Live Maria Roggen & Helge Lien
Adam Bałdych & Helge Lien Trio
Tri O'Trang

Helge Lien: Guzuguzu

   

Badgers And Other Beings
(2014, Ozella Music OZ 055 CD)

Eigentlich ist alles wie bisher, sprich: das Helge Lien Trio kreiert eine recht eigene Variante des Jazz-Piano-Trio. Viele eingängige Melodien, die Rhythmen beeinflusst aus diversen anderen Spielarten – man könnte sagen: Esbjörn Svensson light. Sollte man aber nicht sagen, kompositorisch wie auch am Instrument unterscheiden sich beide doch erheblich.

Und doch ist »BADGERS…« anders als die bisherigen CDs des Trios – wenn’s nicht so wäre, herrschte ja auch Stillstand. Der Mann an den Trommeln ist neu: Per Oddvar Johansen ist allerdings nicht unbedingt stilistisch das Gegenteil von Knut Aalefjær. Ob es an den Stücken liegt? Natürlich gibt es großartige Momente auf dieser CD: das feurige »Joe« gehört dazu, in dem Lien Kaskaden von Pianolinien verstreut. Die Doppelung der Melodie mit Bass in »Early Bird«, das vertrackte »Calypso In Five« und »Badger’s Lullaby« - es gibt viele Momente, die aufhorchen lassen. Und doch fehlt unterbewusst etwas im Vergleich mit den letzten CDs. Vielleicht das letzte Quäntchen Chemie zwischen den Beteiligten – aber das kommt sicher mit der Zeit. (tjk)



Siehe auch:
Per Oddvar Johansen

   

Natsukashii
(2011, Ozella Music/Galileo OZ 036)

Grandios! Das Helge Lien Trio ist ganz oben angekommen, verfolgt einen eigenständigen Ansatz zwischen traditionellem Piano-Trio und Svensson'scher Stilvereinnahmung. Das kann Helge Lien nämlich auch: sich aus Klassik, Folk und sogar Progressive Rock ein Scheibchen ab- und für das Trio zurecht zu schneiden. Obendrein klingt die CD so frisch und spontan, wie sie auch innerhalb von drei Tagen aufgenommen wurde.

Frode Berg am Bass und Knut Aalefjær am Schlagzeug spielen mit Lien schon ein Dutzend Jahre, daher das scheinbar blinde Verständnis. Berg gelingen einige herausragende Soli, im walzernden »Hymne« zum Beispiel, er zeigt auch hier und da, dass er mit dem Bogen umgehen kann. Aalefjær bürstet die Rhythmen ganz gerne gegen den Strich, wie im kurzen »Umbigada«. Helge Lien selbst? Siehe oben: grandios. (tjk)

   

Hello Troll
(2008, Ozella Music/Galileo OZ 021 CD)

Das Jazztrio mit der Besetzung Klavier, Bass, Schlagzeug ist sowas wie das Streichquartett in der Klassischen Musik - die Königsgattung. Und nicht gerade eine Besetzung, mit der man aktuellen norwegischen Jazz verbinden würde, wo es ja von Laptops und Grenzüberschreitungen nur so wimmelt. Nein, Helge Lien, Frode Berg und Knut Aalefjaer machen einfach nur Jazz. Und das ungeheuer gut, traumwandlerisch sicher aufeinander eingespielt, mit großen melodischen Gesten und bis ins letzte Klimpern austarierten Arrangements.

Das klingt zwar nicht ungeheuer und neuartig, aber dreht das alte Genre mit der Nase in den Wind - so wie es das junge norwegische Nachwuchstrio In the Country auch tut. Das klingt dann nach vielen Einflüssen und Inspirationen, nach Keith Jarrett mit seinen sich drehenden, ekstatisch gut gelaunten Akkord-Gebirgen. Nach Jacques Loussiers beherrschtem Play-Bach-Spaß, nach Saties verschrobener Klavier-Sprache, und und und... All das verwirbelt Helge Lien mit einem samtweichen Anschlag zu seinem ganz persönlichen Stil, dessen Arrangements ebenso schlicht und einspurig sein dürfen wie auch manchmal in krummen Takten holpernd und von Bass und Schlagzeug nach vorn gepeitscht.

Was ja nur beweist, dass der gute alte Jazz nicht so schnell tot zu kriegen ist. Nyjazz und wie das andere neue Zeug auch heißt hin oder her. Drei Jazzer auf der Bühne: Die Urkonstellation lebt weiter. (sep)



Siehe auch:
Hero
Helge Lien & Knut Hem
Helge Lien mit Knut Bjørnar Asphol

   

Live
(2005, Curling Legs clp cd95)

Das Album mit Mitschnitten von Liveauftritten in Lillehammer und Bergen beweist vor allem eins: Dass Pianomann Helge Lien und sein Trio in echt mindestens ebenso gut sind wie im Studio – wenn nicht gar besser. Denn was unter kontrollierten Bedingungen nach viel Kopfarbeit klingt, kommt auf der Bühne viel spontaner rüber – und deshalb auch viel kunstvoller. Ganz zart und wunderschön die Piano-Solo-Passagen, sehr verschroben und kompromisslos die wilden Parts, die eine ordentliche Portion Freejazz getankt haben.

Besonders gut hört man das auf dem einzigen »Fremdstück«, das nicht aus Liens eigener Feder stammt: Dem holperigen Jazz-Standard »Take Five«. Ganz verhuscht nimmt das Trio das Thema; es ist vorbei, wenn's grad erst angefangen hat. Und dann verlieren sich die Drei in eine weitläufige Zehn-Minuten-Improvisation, die, wie ein Wunder, am Ende wieder zum Anfang zurückführt, als wäre das die einfachste Übung der Welt. Echt guter Jazz eben. (sep)



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