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Alle Rezensionen zu Veto
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Sinus Point Break
(2013, Sony Music)

Gefühl und Härte! Wobei die Härte bei den dänischen Indiepopstern Veto selbstredend mit samtenem Fäusten zuschlägt. »SINUS POINT BREAK« kommt zwar für den unkundigen Blick als Album mit zwölf Tracks daher, ist aber tatsächlich die Kombination zweier EPS. Das synthielastige »SINUS« mit seiner trunkenen, edlen Dandyhaftigkeit ist bereits im Herbst 2012 erschienen. Die neuen Tracks auf »POINT BREAK« komplettieren nun das volle Dutzend und bilden ein kampfbetontes Gegenprogramm zur Schönwelt der ersten EP. Als wollten die Band um Sänger Troels Abrahamsen betont zeigen, dass sie auch anders kann und keinen Bogen umd die gefährlich-dunklen Ecken der Stadt macht.

Die neuen Tracks sind auffällig gitarren- und schlagzeuglastig und pflegen eine niemals zu dick aufgetragene Sozial- und Zivilisationskritik. Die Stimmung ist ungeduldiger, atemloser, bisweilen sogar schweißiger, wenn Abrahamsen in Songs wie »Battles» den Soul in seiner Stimme entdeckt oder in »Touring Machine« sogar einen Hauch Morgenland-Ästhetik für sich reklamiert. Aber Hand aufs Herz: Trotz der kalkulierten Brüche betreten die Dänen nirgendwo wirklich musikalisches Neuland. Die Revolution findet anderswo statt. (emv)



Siehe auch:
EXEC

 Veto: Sinus Point Break

Offizielle Website

Offizielle Website      www.vetoband.net

   

16 Colors
(2017, Reside Records/Orchard 5707785009994)

Großes Drama: Als wäre Scott Walker verjüngt Sänger einer Postpunk-Band geworden, legen Veto mit Sänger Troels Abrahamsen kraftvoll, schwelgerisch, düster und nervös mit dem Titelsong ihres ersten Albums nach fünf Jahren Pause los. Veto sind nun gleichermaßen Nils Bech wie Xiu Xiu, immerhin hatte Abrahamsen die Bandpause für sein schwermütiges LoFi-Songwritingprojekt EXEC genutzt und bringt davon nun einiges mit.

So gibt es ein Streicheropus berauschter Tristesse (»A Pit«), eine feinnervig schillernde Kammerpop-Nummer (»Excited«) und einen fast charmanten Popsong (»Mount Dome«). Doch in anderen, eindringlichen Songs wie »One-Eyed and Dying« dominieren fiebrige Noise-Gitarren und stolperndes Schlagzeug, in der Vorabsingle »I am here« pumpender Bass und fräsende Gitarren, fast an Joy Division erinnernd, wäre da nicht die dominante Melancholie mit Scott Walkers operesker Divenhaftigkeit. Man kann Vetos »16 COLORS« vorwerfen, dass es im vollen Becken ähnlicher Post-Punk-Bands wenig auffällt, aber man kann der ungebremsten Romantik ebenso gut verfallen. (ijb)



Siehe auch:
Nils Bech

Video-Link

   

Sinus
(2012, RCA/Sony)

Kalt und sehnsüchtig. Blass und dandyhaft. Stylish und schwarzumflort. So kommen Veto auf ihrer EP »SINUS« daher, mit der die Wartezeit auf das Anfang 2013 erscheinende neue Album überbrückt werden soll. Wir begeben uns hier zurück in die Anfangs- Mitte-Achziger im Vereinigten Königreich, als Synthies und Nachtschatten-Eleganz eine Liebesheirat feierten. Veto bewegen sich zielstrebig in die Ecke, in der Duran Duran und Depeche Mode heimlich knutschen. Sind aber, dem Zeitgeist folgend, sehr um das Addieren aktuellen Ingredenzien bemüht: Blubbernde Beats, treibende Bässe, tribale Soundschnippsel. Womit aber nicht gesagt werden soll, dass hier in den Clubs der Schweiß in Strömen fließt. Man perspiriert zu Veto-Songs eher sehr gepflegt.

Sänger und Keyboarder Troels Abrahamsen pflegt in Songs wie »Show Me Where You Go« eine schicke nasale Wehleidigkeit, bei der stets der Duft welkender Blumen mitschwingt. Zu viel Gefühl vermeidet man hier tunlichst: Würde dem tanzkompatiblen Schönklang im Wege stehen! Und so verharrt man superprofessionell produzierten Songs wie der Schmachte-Ode »Four To The Floor« in einem Zustand, in dem Gefühle nicht so wirklich wehtun. Gebrochene Herzen auf dem Tanzboden? Bei Veto ist dafür definitiv kein Platz. (emv)

   

Crushing Digits
(2008, RCA/Sony BMG 0886973590225)

Es geht um den Moment. Es geht um den Tanz auf den Gräbern von Indie-Rock, Pop und Elektro. Veto interessieren sich weder für die Einordnung in pophistorische Geflechte, noch für das Überdauern. Gerade in ihrer analytischer Zersetzungskraft, die sich ganz und gar auf das Aktuelle fokussiert, kann man Sinn und Unsinn dieser Platte erkennen. Einerseits bietet sie eine reizvolle Kreativität des Aktivistischen und Momente von Direktheit und musikalischer Erprobung, andererseits eine bockige Inhaltsleere.

Die Kombination aus Rock und programmierten Drumbeats ist dabei weder neu, noch sonderlich gewagt umgesetzt. Das ganze Album ähnelt einer kompakten Masse, die nach Einheitlichkeit schreit und darüber hinaus vergisst, dass es die Momente von Überraschung und Wagemut sind, die aufhorchen lassen. Bemüht versuchen die Århuser Abgeklärtheit vorzutäuschen, die sie zudem mit Coolness verwechseln. Ein bisschen mehr kindlicher Entdeckergeist oder mehr Brüche im Songwriting hätten aus ihren veritablen Ansätzen mehr als eine mittelmäßig Platte gemacht. (maw)



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