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Alle Rezensionen zu Waltari
(Genre »Metal«, Land »Finnland«)

 

Release Date
(2007, Dockyard 1 DY100452)

»Let's Puke Together«?! Solche Titel können nur Finnen in den Sinn kommen. Vor allem solchen, die Mitte der 80er als Punkband tituliert wurden und gute zehn Jahre später – gemeinsam mit dem Finnischen Nationalballett, einem Symphonie-Orchester sowie dem Chor der Sibelius Hochschule – die Death Metal Oper »Yeah! Yeah! Die! Die!« / »Evangeliumi« im Helsinkier Opernhaus aufführen. »RELEASE DATE« klingt dementsprechend abgedreht; Fronter Kärtsy Hatakka springt permanent zwischen Death Metal-Grunzen, Rap, Klargesang hin und her. Nach dem eingängigem Metal-Opener, dem rockenden »Big Sleep« sowie dem schon erwähnten Song im 80er-Punk-Thrash-Stil unterbricht das Quintett die Scheibe.

Der 37-minütige Opus »Cityshamaani«, in fünf Passagen gegliedert, verquirlt Rock, Metalriffs, Prog, Punk, Elektro, Flowerpower, Rap, Folk, Crossover, Jazz, monophone Klingeltöne, ... alles klar? Danach folgt ein beschwingt poppiges Stück, bis das famose »Sex In The Beergarden« stark Richtung Opener weist; mit dem letzten Stück schließt sich der Kreis. Nach einer langen Pause erklingt der Bonustrack »Spokebone« zusammen mit Sprechchören Värttinas. Fazit: hart, progressiv auf hohem Niveau durchgeknallt, mit teils anstrengenden Passagen – und dem grandiosen Gitarristen Sami Yli-Sirniö (ständiges Mitglied der deutschen Thrasher Kreator). (nat)



Siehe auch:
Värttinä
The Skreppers
Ensiferum
Waltari & Avanti! Symphony Orchestra

 Waltari: Release Date

Offizielle Website

Offizielle Website      www.waltarimusic.com

   

Covers All
(2011, Nordic Notes NN043)

Nach einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte können sich Waltari einmal mehr selbstbwewusst und entspannt auf Abwege begeben. Auf »COVERS ALL« dürfen sich Fans von Madonna, The Cure, Midnight Oil oder David Bowie erstaunt die Ohren reiben, denn die anarchischen Finnen bürsten deren Songs energisch gegen den Strich. Berührungsängste gegenüber artfremden Genres kannten die Musiker um den derwischigen Sänger Kärtsy Hatakka ohnehin nie. Die reine Lehre der Metal-Gemeinde war für Waltari nie mehr als eine dumme Konvention, die man achselzuckend hinter sich lässt, ohne dabei zum Verräter an der Sache zu werden.

Was nicht heißt, dass hier nicht mächtig Krach gemacht und sich mit Gladiatoren-Gusto in die Arena gestürzt wird! Basslastig, bombastisch und hysterisch. Wehe, es wagt einer, sich uns in den Weg zu stellen! Die Grenzen zwischen Hardcore, Metal, Funk und iiiiitsch! Pop! verschwimmen auf selbstverständliche Weise. Gefangene werden nicht gemacht! Auch in den nächsten 25 Jahren nicht! (emv)

   

Blood Sample
(2006, Dockyard 1/Soulfood DY100242)

Obwohl die Alben aus den Neunziger unerreicht bleiben, treibt »BLOOD SAMPLE« den Genre-Mix wieder auf die Spitze. Die in zwei Teile gegliederten 17 Songs thematisieren die Welt: »Helsinki« (mit finnischen Vocals und knalligem Conga-Sound, jep!) geht forsch Industrial-mäßg zur Sache; das Speed-punkige »New York« zeichnet den überdrehten Großstadt-Moloch nach, »All Roads« entwirft ein Bild Deutschlands im Geschwindigkeitsrausch.

Weitere Klangfarben (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): »I'm In Pain« mischt Stadion-Rock mit Rap, »Digging Inside« gräbt in morbide-düsterer Alternative-Erde, »Aching Eyes« nimmt den Gothic (nicht ganz so) ernst, »Exterminator Warheads« durchbricht gar die Speed Metal-Schallmauer. »Julia«? Jawohl – ein Beatles-Cover! Natürlich gibt's bei 17 Songs auch Aussetzer, und der miese Sound trübt den Gesamteindruck. Trotzdem beweist das Quartett, dass es auch im zwanzigsten Jahr offen für alles ist – und für Überraschungen gut. (peb)

   

Early Years
(2 CDs, 2006, Nordic Notes/Broken Silence NN004)

Zum 20jährigen gibt's eine Neuauflage der Waltari-Klassiker »MONK PUNK« plus »PALAA LEIPÄ«. Dazu kommen auf der ersten CD zehn Bonustracks, allesamt Überbleibsel aus den Jahren '86 bis '89. Diese »New Oldies« demonstrieren: Waltari verpassten ihrem Metalsound schon immer mit viel (Spiel)Freude eine Legierung aus den verschiedensten Genres.

Zu Elementen aus Rap, (Punk)Rock, 60s Garage, Funk gesellt sich die unverkennbare Stimme des Bassisten Kärtsy Hatakka. Die Doppelscheibe »EARLY YEARS« offeriert mehr als 151 Minuten schrägen humorvollen Krach, höchst unberechenbar aber dennoch luftig, leicht. Paradebeispiele für den ureigenen Humor der Antipopper: Das Beatles-Cover »Help«, der Kracher »Tock Tock Rock« oder das an Faith No More erinnernde »Tired (F.U.C.K.Rap)«. Ganz großer Spaß! (nat)

   

Rare Species
(2004, Stars In The Dark/Soulfood 03217-2)

Die Band um Kärtsy Hatakka tat sich ja schon immer mit wilden Crossover-Mixturen hervor. Nach verwegenen Abenteuern zwischen Rock, Rap, Ragga, Grindcore und Metal, einem Death Metal-Oper und einem Ausflug in die finnische Folklore wurde es 1999 ruhig um Waltari. Bis »RARE SPECIES« wieder in bewährter Waltari-Manier alle stilistischen Grenzen sprengt.

Man möchte von forschen Popsongs sprechen, aber auch von melodieschem Metal. Mehrstimmige Gitarrenriffs kollidieren mit Elektronik, Doublebass mit Rap. Vielleicht klingt alles ein wenig »oldschool«, dafür werden Freunde eklektischer Unterhaltung zufrieden sein. Die Limited Edition enthält übrigens die Bonus-EP »BACK TO PERSEPOLIS«, 4 nur in Finnland auf Vinyl erschienene Punksongs. Prima, aber hätte das Covermedley mit »No Limit« und »Symphony Of Destruction« sein müssen? (chd)

   

Life Without Love
(EP, 2003, Startracks/Soulfood VK 03215-2)

Die vier Jahre Pause vom letzten Album »RADIUM ROUND« bis zur vorligenden EP hing mit der Suche nach einer Plattenfirma und höchster Aktivität aller Mitglieder zusammen: Frontmann Kärtsy Hatakka sorgte für die Soundtracks der Computerspielreihe »MAX PAYNE«, Gitarrist Sami war mit Kreator auf Tour, und die gesamte Band lieferte mit der Musik zu »EVANGELICUM« eine Art Grindcore-Ballett.

Und nun also »LIFE WITHOUT LOVE«: Perlende 80er-Jahre Keyboards, eine treibende Gitarrenfraktion und eine satte Portion Melodie machen den Titeltrack zum potenziellen Hit. »ONE DAY«, ein straighter Rocksong mit Scratches, Raps und Gesang, gefällt durch sein zweistimmiges Gitarrenriff. Insgesamt eine nette Einstimmung auf das nachfolgende Album »RARE SPECIES«. (chd)

   

Radium Round
(1999, Edel edel0058132ERE)

Eine Frauenstimme heult ein von Synthiegewaber unterlegtes Intro, dann stampft der typische Dancefloor-Beat los. Nein, das ist keine Rezension zur neusten XY-Dancefloor-Veröffentlichung. Hier handelt es sich um den Opener »Back To The Bottom« auf »RADIUM ROUND« von Waltari, ihres Zeichens durchgeknallte Metaler(!). Rüde Death Metal-Einlagen der frühen Tage findet man hier nicht mal ansatzweise, dafür jede Menge Gute-Laune-Lieder mit eingängigen Refrains.

Diese begießt die Truppe mit einem gehörigen Schuss Pop oder heftigen Strahl Crossover wie in »Broken Bizarre« / »Number One«. Warm und gewaltig produzierte Hiili Hiilesmaa (HIM, Sentenced, Apocalyptica, Eilera) die fröhlichen Songs verschiedenster Tempi, drei süßliche Balladen inbegriffen. Eine exquisite Platte für Freaks – nicht für Die Hard Metaller.
(nat)

   

Space Avenue
(1997, Spin/EMI 8.53692.2)

Die exaltierten Finnen haben sich inzwischen als feste Größe im Hardcore-Lager etabliert – waren sie doch eine der ersten, die Metal, Punk, Noise und HipHop zu einem wüsten Crossover-Gebräu verrührten. Nachahmer folgten und folgen viele, doch Waltari bleiben einzigartig, wenn auch mitunter willkürlich-chaotisch. Doch nach mutigen Alben wie »MONK PUNK«, »TORCHA«, »PALA LEIPÄÄ«, »SO FINE« und der Death Metal-Oper »YEAH! YEAH! DIE! DIE!« geriet »SPACE AVENUE« ein gutes Stück geradliniger und homogener.

Wesentlichen Anteil daran hatte Rhys Fulber, der schon für Hardcore-Kollegen wie Frontline Assembly oder die Krupps gemixt und produziet hatte. Es hat sich ausgezahlt, dass er die beinahe unzähmbare und chaotische Wildheit dieser Hardcore-Veteranen in straightere Bahnen gelenkt hat. (peb)

   

Torcha!
(1992, Roadrunner EM 9129 2)

Dieses Album mit seiner wüsten Mischung aus Metal, Noise, Pop und Funk ermöglichte den Finnen ihren internationalen Durchbruch. Zu Recht: Die kleine, in der Tat sehr einprägsame Hit-Single »Lights On!« und das rotzfreche Madonna-Cover »Vogue« – die Red Hot Chili Peppers müssten ihre helle Freude daran haben – zaubern ein breites Grinsen auf das Gesicht des Rezensenten.

Klasse: Die einerseits funkig geschabten und dann wieder breitärschig bratzelnden Gitarren werden vorangepeitscht von wieselflinken Groove-Drums, und der Job des Songwriting beschränkt sich Genre-untypisch nicht auf das Wiederkäuen von etablierten Allgemeinplätzen. Ist »TORCHA!« also wirklich Metal? Nein, eigentlich nicht, aber es kommt dem am nächsten und lässt die meiste Metal-Konkurrenz reichlich alt aussehen. (peb)



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