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Alle Rezensionen zu Verschiedene (Rune Grammofon)
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Runeology 2
(2004, Rune Grammofon/Universal RCDS 2)

Eine extreme Bandbreite an Stilen, von Arve Henriksens zart-meditativem »Opening Image« bis zum roh freejazzenden »Aleister Explains Everything« von Shining: Die Rune Grammofon-Compilation beweist mal wieder die Ausnahmequalität dieses Labels – falls noch irgendwer daran zweifeln sollte.

Rune Kristoffersen hat die Tracks, die sich vom sphärischen Alog-Sound über eine gut zwölfminütige Scorch-Trio-Raserei bis zu Deathprods zwanzigminütigem Düster-Ambient-Song »Dead People's Things« erstrecken, mit hervorragendem musikalischem Gespür angeordnet. Mal auf Kontrast setzend wie zwischen Arve Henriksen und Humcrush, mal auf Verwandtschaft wie zwischen Phonophani und Archetti/Wiget, erzeugt der Samplar nach 70 Minuten das Gefühl, mindestens drei CDs gehört zu haben. Und macht die Beherrschung noch schwerer, nicht gleich den ganzen Rune Grammofon-Bestand aufzukaufen. (sep)



Siehe auch:
Alog
Arve Henriksen
Phonophani
Scorch Trio

 Verschiedene (Rune Grammofon): Runeology 2

 

Love Comes Shining Over The Mountains
(1999, Rune Grammofon RCD 2012)

Nach sieben Jahren und 45 Rune-Grammofon-Veröffentlichungen ist diese CD immer noch ein Ohrenöffner. 1999 kompilierte Rune Kristoffersen 78 Minuten elektronischer Musik aus Norwegen, alles für diese Sammlung exklusive Tracks, verpackt in eines der wunderbar minimalistischen Digipacks von Kim Hiorthøy. Phonophani, Arne Nordheim, Deathprod, Supersilent, Biosphere – ein »Who is who« der Electronica-Szene ist hier versammelt. Vieles klingt irgendwie roher als heutige Computermusik; »Confusion Reigns #1« von Information etwa ist düsteres Gefrickel mit langsamem Beat-Puls.

In Düplos »Over Himling« findet ein Noise-Angriff auf eher spacig ruhige Flächen statt. Supersilent ist grandios wie immer, Alogs »Theme From Peeping Toad« ein skurriles, plötzlich unerwartet losfetzendes Manifest der elektronischen Musik. Nur einiges geriet leicht langatmig oder arg minimalistisch, Plirks »Cellofruit« und Monolights »Spiritstalker« etwa. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Für Anfänger wie Fortgeschrittene ist diese Compilation ein Leckerbissen. (sep)



Siehe auch:
Information
Lasse Marhaug
Monolight
Biosphere

 Verschiedene (Rune Grammofon): Love Comes Shining Over The Mountains

 

Runeology 3
(2007, Rune Grammofon/Cargo RCDS3)

Bei der dritten Sampler-CD aus dem Hause Rune Grammofon kann man wohl von einer Tradition sprechen. Und auch hier zeigt das Label mal wieder eindrucksvoll die Qualität seiner Produkte – obwohl die Platte viel mehr ist als ein klingender Best-of-Katalog. Die »Runeology«-Sampler, auch dieser, sind so bedacht zusammengestellt, dass sie auch als ein organisches Gesamtalbum funktionieren.

Sanfter Einstieg mit Arve Henriksen und Susanna, bei Opsvik & Jennings wacht man langsam auf, um bei Food, Ultralyd und Supersilent komplett hellhörig zu sein – diese Bands, wie auch Shining und Humcrush, verkörpern eben den typischen Rune-Grammofon-Sound, diese Mischung aus Ausnahme-Instrumentalisten und intelligentem Elektronik-Einsatz. Aber auch die neuen, ziemlich steinigen Wege verschweigt die CD nicht: Ole Henrik Moes aktuelles Doppelalbum dürfte zu der anstrengendsten Veröffentlichung des Labels zählen, und auch Shinings symphonischer Prügel-Metal-Freejazz klingt ein bisschen fremdartig in dieser Sammlung – die natürlich gerade davon lebt. (sep)



Siehe auch:
Opsvik & Jennings
Susanna Wallumrød
Ole Henrik Moe
Shining

 Verschiedene (Rune Grammofon): Runeology 3

 

But The Music Goes On Forever
(2009, Rune Grammofon/Cargo RCD2007)

Einige Kollegen bei Nordische Musik meinte, das könne man doch nicht machen: zwei CDs zur »CD des Monats« küren, die lediglich als Beilage zu einem Buch erhältlich sind, das darüber hinaus vermutlich bald vergriffen sein wird. Doch nach dem Hören aller uns zur Verfügung stehenden Kandidaten dieses Monats stand fest: Man kann! Zumindest wenn dieses Gesamtkunstwerk von Rune Grammofon stammt und darauf 25 der spannendsten norwegischen Avantgarde-Formationen zu hören sind.

Die Vielfalt lässt sich kaum sprachlich erfassen: Noisige Klangbilder brechen von Ultralyd oder Box herein; Shining kotzen eine wütende Version von King Crimsons »21st Century Schizoid Man« aus, während sich Deathprod, Archetti oder Skyphone in elektronischen Zen-Meditationen ergehen. Song-Orientiertes gibt es von Susanna solo und zusammen mit ihrem Magical Orchestra. Auch Arve Henriksen gewohnt großartig, hier mit einer Aufnahme vom Punkt Festival vertreten, wo er zusammen mit Jan Bang Samples des Trios Mediaeval verhackstückte. Selbst dem Folk öffnete sich das Rune Grammofon-Label, indem es den Hardanger-Fiedler Nils Økland in die Familie aufnahm. Passt aber, denn auch er integriert experimentelle Klangbilder und beweist, dass er als echter Freigeist alle Genre-Grenzen mühelos überspringt.

Diese zwei CDs rechtfertigen – da komplett aus exklusivem Material bestehend – eigentlich schon fast den Kauf der nicht billigen Zweitauflage des Buchs »Money Will Ruin Everything«. Im Verbund belegen Tonträger und gedrucktes Hardcover eindrucksvoll, dass das vom einstigen Popmusiker Rune Kristoffersen gegründete Label sich in nur zehn Jahren als norwegische Top-Adresse für mutig-radikale Jazzer etabliert hat. (peb)

 Verschiedene (Rune Grammofon): But The Music Goes On Forever

Die CD »But The Music Goes On Forever« war »CD des Monats« im Monat 2 / 2009.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Dass Rune Grammofon derzeit das ungefähr beste Label der Welt ist, kann ich nur bestätigen. Hier stimmt einfach alles: Auswahl der Künstler, Klangqualität der Aufnahmen, Design. Eines der ganz wenigen Labels, wo man jede Aufnahme ohne Probehören kaufen kann. Für einen Überblick und zum Anfixen sei auch Neulingen diese Edel-Veröffentlichung empfohlen.
Sebastian Pantel

Über das beste Label streite ich nicht, eher über den besten Single Malt Whisky. An Rune Grammofon finde ich besonders bemerkenswert, dass sich Hörer aus allen Lagern darin wiederfinden und sich für elektronische Akustik erwärmen können. Und so verschieden die Acts sind, das meiste ist sehr spannend. Mit offenen Ohren lässt sich viel entdecken - Neugier genügt.
Tim Jonathan Kleinecke

Rufen wir: Hurra! Im Formatradio werden Rune-Titel niemals gespielt werden. Arme Formatradiohörer: Ihr werdet nie, nie, nie in so konzentrierter Form Tönen lauschen, bei denen Euch ordentlich das Hören und Sehen vergeht. Unbequem, experimentierfreudig, aufregend. Und das auf durchweg hohem Niveau. Über die Sache mit dem besten Label können wir gerne noch streiten, denn dort würde ich die Finnen von Fonal derzeit an der Spitze sehen...
Eva-Maria Vochazer

Gilt man als Proll und Kunstverächter wenn man man es wagt, kritische Töne anzumerken? Will ich ja auch gar nicht, denn ich war Fan dieses Labels von Anfang an, von der konsequent durchgezogenen Coverkunst ganz zu schweigen. Doch nach dem Durchhören der zwei CDs voller Hochkultur brauche ich einfach Musik, zu der man sich ein Bier aufmachen, am Arsch kratzen, die Füße auf den Tisch legen und herzhaft rülpsen kann: AC/DC zum Beispiel.
Leif Haugjord

 

Twenty Centuries of Stony Sleep
(2010, Rune Grammofon RCD2100)

Herzlichen Glückwunsch! Rune Grammofon gibt hier die 100. CD heraus - einen Sampler mit gewohnt kryptischem Namen, mit einem augenzwinkernd selbstreferentiellen Cover von Kim Hiorthøy - und einer Tracklist, die ebenso wunderbar perfekt zusammengestellt wie repräsentativ für die Entwicklungen des Labels ist.

Da gibt's den klassischen Jazz von In the country und Espen Eriksen. Da sind die wüsten Experimente von Stian Westerhus und Stimmkanone Maja Ratkje, die rockig-bluesigen Töne von The Low Frequency in Stereo, Puma und Bushman's Revenge, die Liedermacherinnen Jenny Hval und Hilde Marie Kjersem. Und natürlich die experimentellen Aushängeschilder: Supersilent und Deathprod mit ihrem den Label-Stil prägenden Sound.

Kann man noch mehr tun als zu hundert Alben Perfektion gratulieren? Eigentlich nicht... (sep)



Siehe auch:
Supersilent
Stian Westerhus
Maja Ratkje
Hilde Marie Kjersem

 Verschiedene (Rune Grammofon): Twenty Centuries of Stony Sleep



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