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Alle Rezensionen zu Glittertind
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

Djevelsvart
(2013, Indie Recordings INDIE124CD)

Vier Jahre nach »LANDKJENNING« kehren Glittertind mit einem neuen Album zurück: Erstmals als komplette Band, erstmals bei einer norwegischen Plattenfirma. Was 2001 als Einmann-Projekt des damals 16-jährigen Torbjørn Sandvik begann, hat sich auf »DJEVELSVART« zum Sextett entwickelt. Der 36-Minüter bietet eine vollendete Mischung aus Folkweisen sowie hartem Metal und Rock, garniert mit einem Hauch Filmmusik-Bombast – den Vorlieben Geirmund Simonsens (Akkordeon, Samples, Hintergrundgesang) sei Dank: Verdammt schräg, das »Ufo-landet«-Sirren in »Sprekk For Sol«.

»DJEVELSVART« ist ein beachtenswert vielfältiges Werk – das die Band selber als ihr dunkelstes bisher bezeichnet. Sowohl musikalisch als auch lyrisch verschlingen den Hörer immer wieder pechschwarze Elemente. Behandelten die Texte früher geschichtliche Aspekte Norwegens oder nordische Götter, so dreht sich auf dem Drittling alles um die Identität des Menschen, das Individuums: Wer bin ich? Inspiriert haben den Bandkopf dabei sowohl Schriftsteller des 19. Jahrhunderts als auch persönliche Erfahrungen, von der Krebserkrankung seiner Freundin bis zum Massaker auf Utøya: »Sprekk For Sol« ist einem Fan gewidmet, der am 22. Juli 2011 auf Utøya getötet wurde – »The song is a statement against right-wing extremism and hate-ideologies«. (nat)

 Glittertind: Djevelsvart

Offizielle Website

Die CD »Djevelsvart« war »CD des Monats« im Monat 12 / 2013.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Ja, da lauern Abgründe in diesem Album, mit denen nicht zu spaßen ist. Trotzdem kann man sich beim Hören freuen: Nämlich darüber, wie locker Glittertind mit den üblichen Metal-Klischees spielen oder gleich ganz über Bord werfen. Hörtipp - auch für Nicht-Metaller.
Sebastian Pantel

Diese Metal-Folk-Crossover-Sachen sind mir oft etwas zu klischeebehaftet, obwohl ich Mittelaltermärkte schätze. Glittertind machen aber ihre Sache gut: Mit komplexen Arrangements und sperrigen Songs halten sie selbst mich bei der Stange, wobei ich aber doch eher Hoven Droven oder Gåte höre.
Peter Bickel

Manchmal lohnt es sich wirklich, über den Tellerrand zu schauen: Wer mit Metal und norwegischem Folk bislang nicht viel anfangen konnte, sollte diesem rundum überzeugenden Album trotzdem eine Chance geben, denn es beinhaltet eine gar nicht mal so kleine Portion Pop. Und wer Gåte immer noch hinterhertrauert, findet nun endlich Trost.
Jens Maula

Ja, sie spielen mit einigen Klischees, und zwar so gelungen, dass es manchmal sogar (unfreiwillig?) lustig ist - von den dunklen Themen ganz abgesehen. Aber es ist tatsächlich alles vorhanden: nordisch-folkige Melodien, Gitarrenbretter, Tiefton-Gesang und allerlei Details, die man erst beim 2., 3. Mal hört. Also Daumen rauf!
Tim Jonathan Kleinecke

Offizielle Website      www.glittertind.net

   

Blåne For Blåne
(2015, Indie Recordings -)

Das nenne ich eine Kehrtwende: Nach dem grandiosen, teufelschwarzen Vorgänger, machen Glittertind jetzt in Blau: »BLÅNE FOR BLÅNE«, eingespielt in der gleichen Besetzung wie »DJEVELSVART« ist deutlich heller, freundlicher – und verblüfft mit countryesken Einlagen, wie in »Høyr Min Song (Til Fridomen)«.Der überwiegende Teil des 43-Minüters geht jedoch auf das (akustische) Folk-Konto, mit leicht poppiger bisweilen rockiger Note; dabei erhält die Truppe um Torbjørn Sandvik Unterstützung von einem Streichquartett sowie drei Hornisten.

Für ihr Album ließen sich die Norweger von der Geschichte inspirieren, genauer, sie versuchten die Stimmung im Jahr 1945 zu vertonen: die Hoffnung – und Fähigkeit – der Kriegsgeneration ein neues Leben aufzubauen, in dem Werte wie Freiheit, Solidarität und Toleranz zählen. Gleichzeitig verarbeitet der Fronter auch seine persönlichen Höhen und Tiefen; mit dem Lied »Enno Nær« würdigt er seine Großmutter. Fazit: Ganz anders – ganz gekonnt. (nat)

   

Landkjenning
(2009, Napalm NPR262)

Der norwegische Stern am Folk Metal-Himmel strahlt 2009 dank der kreativen Mannen von Glittertind besonders hell: »LANDKJENNING«, Nachfolger der 2005er EP »Til Dovre Faller« des ehemaligen Einmann-Projektes, vermischt auf einzigartige Weise Folk, Metal, Punk mit norwegischen Texten, nordisch-norwegischer Tradition, Natur und Geschichte. Für »LANDUNG« holte sich Sänger/Gitarrist/Komponist Torbjørn Sandvik einen Mitstreiter an Bord, Geirmund Simonsen der auf dem Napalm Records-Debüt Bass, Schlagzeug, Akkordeon und Orgel einspielte.

Die Texte transportieren den Hörer tausend Jahre zurück, in die Zeit der Christianisierung Norwegens; traditionelle Klänge und Weisen samt authentischen Instrumenten beherrschen das Klangbild. Doch immer wieder durchbrechen krachende Riffs und polterndes Schlagzeug die beschaulichen Momente. Das einzige englischsprachige Stück »Longships And Mead« hat gar einen punkigen Einschlag, auch gesanglich, ebenso das Stück »Glittertind«. Der Lied-/Bandname Glittertind (etwa »Glitzerzinne«) bezieht sich übrigens auf den zweithöchsten Berg in der Gebirgskette von Jotunheimen im Herzen Norwegens. Der Zweitling – nach dem Debütalbum »EVIGE ASATRO« anno 2004, die Neuaufnahme des gleichnamigen Demos aus dem Vorjahr – bezaubert nicht nur durch die astreine, klare Produktion, sondern vor allem durch keine Sekunde Langeweile binnen seiner (leider nur) knapp 37 Minuten. (nat)

   

Evige Asatro / Til Dovre Faller
(2009, Napalm Evige Asatro / Til D)

Napalm Records veröffentlicht einen hörenswerten Doppelpack Torbjørn Sandviks, alias Glittertind: Das Debüt »EVIGE ASATRO« (2002) sowie die nachfolgende EP »TIL DOVRE FALLER« (2005).

Der Name des Debüts stammt von der unvollendeten Oper »Olav Tryggvason«, komponiert von Edvard Grieg – und klingt verdammt punkig. Und wer denkt »Se Norges Blomsterdal« komme ihm verdächtig bekannt vor, der hat Recht: Torbjørn singt das deutsche Volkslied »Ein Jäger aus Kurpfalz« schlicht mit einem norwegischen Text, eingespielt à la Tote Hosen. Außer jeder Menge Punk-Attitüde bietet der Norweger auf seinem Erstling sehr viel Folk und einen Hauch epische Theatralik, wie in »En Liten Vise«. Dies ist ebenfalls eines der fünf neu arrangierten, traditionellen Stücke; »Nordmannen« kennt mancher in der Storm-Version »Mellom Bakkar Og Berg«. Zwei instrumentale Lieder plus sechs Eigenkompositionen runden die inbrünstig intonierte 41-minütige Geschichtslektion ab.

Die sieben Stücke der EP »TIL DOVRE FALLER« klingen ausgereifter, weniger punkig und gehen mehr in Richtung Viking / Folk Metal – Folk Metal der besten Sorte wohlgemerkt. Das Ganze garniert Torbjørn mit einer politischen Botschaft im Vorwort, passend zur 100-jährigen Unabhängigkeit Norwegens 2005: »to celebrate Norwegian freedom fighters through the ages (…) But most important, it was released to inspire people who fight against the profit motivated globalization and the extreme capaitalists work for standardization of consumer needs. (…) I hope it can continue to inspire the European working class citizen’s fight against the culture of greediness which drives the extreme capitalists! Loyal and faithful until Dovre falls!«

Fazit: Gute bis sehr gute Scheibe Eins, Höchstnote für Scheibe Zwei, das heißt: Kaufen, hören!

PS: Das Cover der Doppelscheibe stammt übrigens von Skrymer (Finntroll), dessen Bandkollege Trollhorn hier auch Synthies spielt. (nat)



Siehe auch:
Storm
Finntroll
Edvard Grieg



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