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Alle Rezensionen zu Major Parkinson
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Blackbox
(2017, Karisma/Soulfood)

Hinab in finstere Höllenschlünde und gotische Gruselgemäuer! Hinein in verzauberte Wälder und geheimnisvolle Moore, wo dichte Nebel wabern: Major Parkinson lassen auf ihrem vierten Longplayer »BLACKBOX« schwarzes Konfetti regnen. Die unberechenbare Großgruppe aus Bergen wagt erneut einen Stilwechsel und entdeckt den filmmusikaffinen Synthierock für sich. Von Klein-Klein halten die Renegaten um den dunkelstimmigen Sänger Jon Ivar Kollbotn rein gar nichts: Auf Songs wie dem Titelstück holen die Musiker aus Bergen zur großen Geste aus und schreiben den Soundtrack für alle gehobenen Schauermären dieser Welt. Geisterhafte Klaviertöne verlieren sich im Dunkeln, der schwarze Lord raunt von gräulichen Geschehnissen und die helle Stimme von Gastsängerin Linn Frøkedal fügt einen Hauch Hollywood-Glamour hinzu. Tim Burton müsste eigentlich bekennender Fan der Norweger sein!

Von ihren skurillen Soundexperimenten haben sich Major Parkinson erfreulicherweise nicht verabschiedet: Es kniespelt und knuspelt in diesem Songs, es lärmt und schreit und bliept und schwurbelt: Geboten wird nichts weniger als Vaudeville-Grusel und Zirkus-Melodrama. Episch ausufernde Songs wie das progrockige »Isabel - A Report To An Academy« schaffen es, The Cure und Boney M. zu zitieren. Allein dafür gebührt ihnen Applaus! Klassische Streicher, Bibelfilm-Chöre, Industrial Sounds und Texicana-Trompeten zu kombinieren wie im sehr durchgeknallten Track »Baseball« - das muss man sich erst mal trauen. Wer seine Ohren auf anspruchsvolle Art durchpusten lassen will, der ist hier genau richtig! (emv)



Siehe auch:
Frøkedal

 Major Parkinson: Blackbox

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.majorparkinson.com

   

Twilight Cinema
(2014, Degaton Records DRCD2022 / DRLP2022)

Herrrreinspaziert! Major Parkinson sind die Band für alle, die Rockmusik, Popmusik, Varieté, Schlager-Rock’n’roll-Punk-Elektro-Surfpop-Metal-Sonstwas mögen. Also für alle… Oder mögen Sie etwa keine Musik? Na bitte. Die Stimme des Leadsängers Jon Ivar Kollbotn erinnert ein wenig an Nick Cave, die Musik drumrum jedoch überhaupt nicht. Major Parkinson werden laufend mit Mr. Bungle, Frank Zappa und Primus verglichen, und das ist so verkehrt nicht. Wer nordische Melancholie sucht, wird hier nämlich nicht fündig. Oder zumindest nur bedingt.

Ist das, was Major Parkinson ihrem Namen entsprechend tun, auch wie gehabt ein wenig abstrus (im besten Sinne), so präsentieren sie doch weiterhin kraftvolle Rockmusik, durchsetzt mit etlichen Stilelementen, seien es angetrunkene Seemannsakkordeons, eine Flamencogitarre, fuzzy Synthzz oder Passagen die wohl aus Danny Elfmans Musiken zu Tim-Burton-Filmen (etwa »Ed Wood«) herübergeweht wurden. Man höre sich nur einmal »The Wheelbarrow«, in dessen acht Minuten mehr knallig-bunter Fantasie steckt als im Gros sonstiger Rockmusikalben. Eine heitere, blendend unterhaltende Progrock-Zirkusnummer, indes mit großem musikalischen Können. Originell und originär. (ijb)

   

Songs From A Solitary Home
(2010, Waggle-Daggle Records/Broken Silence 7041880318208)

»Sind diese Desperados immer noch so völlig durchgeknallt?«, fragt man sich bang und wird schon mit den ersten Tönen von »SONGS FROM A SOLITARY HOME« als warmduschender Weichei-Zweifler schnurstracks eines Besseren belehrt. Das Sextett aus Bergen bastelt unverdrossen an seiner eigenen Konstruktion einer musikalischen Höllenmaschine, die die Welt unter lautem Gekrache und viel schwarzem Rauch aus den Angeln heben wird. Dem Sextett mit dem anarchischen Rauhbein Jon Ivar Kolbotn an den Vocals ist auf den sieben Meeren und sonstewo nichts heilig: Bierzelt-Brass und Speedfunk, Italo-Western und Glamrock, Klimperklavierballade und Balkan-Polka, Walzer und Kifferrock, Kabarett und Balladenmelodram. Karamba! Hier halten die Dresden Dolls und Gogol Bordello Händchen, andächtig lauschend.

Major Parkinson segeln unter Piratenflagge, sind wunderbar respektlos und dabei verspielt wie die jungen Hunde. Ziehen Ökophobie (neues Krankheitsbild!) ebenso durch den Kakao wie Superstars am Trampolin. Und sind, fein versteckt hinter all den Wütereien und Hakenschlagereien, unglaublich präzise und virtuos. Zünden Feuerwerksrakete auf Feuerwerksrakete, bis man nur noch »uuuuh!« und »aaaah!« schreit. Widerstand zwecklos. (emv)

   

Major Parkinson
(2009, Waggle-Daggle Records 7041880317225)

Wenn Major Parkinson ein Karussell auf dem Rummelplatz wären, dann käme nur eines in Frage: Diese meistens »Twister« genannten Teufelsmaschine, bei der sich die Gondeln wie betrunkene Punschtassen irrwitzig umeinander drehen, während es gleichzeitig im Kreis geht und das Tempo immer lebensgefährlicher wird. Aus dem man mit weichen Knien heraustaumelt und Glück hat, wenn sich der Magen innerhalb der nächsten zwei Stunden wieder beruhigt. Diese Sechs aus Bergen spielen auf ihrem selbst betitelten Debütalbum rein analytisch gesehen Tanzmusik. Aber was für eine! Dies klingt so, als wären verschwurbelte Späthippies von einem Schwarm Hornissen gestochen worden. Als hätten sich alle Anarchisten der Welt zu einer Erweckungsveranstaltung getroffen, um die Welt, wie wir sie kennen, mit diabolischer Freude auf den Kopf zu stellen. Als sei ihnen der Geist von Frank Zappa mit all seiner manischen Energie in den Leib gefahren. Und als ob das obrigkeitsferne Aufmüpfertum schwüler Kabarettkünstler im Berlin der späten 20er Jahre merkwürdige Spätableger im hohen Norden treibt. Reichlich theatralisch!

Zeit zum Durchatmen gibt es nicht. Bei diesem Kirmesspektakel gibt es keinen Notausgang, nirgends. Mitgefangen, mitgehangen! Und so merkwürdig es klingen mag – Major Parkinson spielen in all ihrer energiegeladenen Schrulligkeit immer noch Rock! Dafür sorgt nicht zuletzt die legendäre US-Produzentin Sylvia Massy, die schon mit Aerosmith und System Of A Down gearbeitet hat und in deren RadioStar Studios in Los Angeles das Album aufgenommen wurde. Und wenn Major Parkinson ein Schauspieler wären, käme nur einer in Frage: Der intelligent-durchgeknallte italienische Schauspieler Roberto Benigni! (emv)



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