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Alle Rezensionen zu Amorphis
(Genre »Metal«, Land »Finnland«)

 

Magic & Mayhem – Tales From The Early Years
(2010, Nuclear Blast NB 2578-2)

Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum veröffentlichen Amorphis im Herbst 2010 ihre Retrospektive »MAGIC & MAYHEM - TALES FROM THE EARLY YEARS«. Die Lieder stammen alle von den ersten drei Alben; allerdings hat sie die Band in der aktuellen Besetzung mit Sänger Tomi Joutsen neu aufgenommen, leicht umarrangiert und klangtechnisch aufgefrischt. Drei Stücke stammen von »KARELIAN ISTHMUS« (1992), fünf von »TALES FROM THE THOUSAND LAKES« (1994) und vier von »ELEGY« (1996). Als Bonus gibt es auf der Digipak-Ausgabe zudem das, kaum wieder zu erkennende, Doors-Cover »Light My Fire«.

Die Songauswahl ist gelungen, von »Magic And Mayhem« des Erfolg-Albums »TALES …« über Klassiker wie »Against Widows«, »Vulgar Necrolatry« bis zu Hits wie »Black Winter Day«. Live interpretiert der Schwan die (im Original von Tomi Koivusaari / Ville Tuomi / Pasi Koskinen gesungenen) Stücke schon lange: nun gibt es sie in beeindruckender Form auch für zuhause. Anders, aber ebenso gut. Fazit. Keine Konkurrenz für die Klassiker, sondern geglückter Brückenschlag zu den neuen Amorphis. (nat)


Zu den aktuellen Tourterminen von Amorphis

 Amorphis: Magic & Mayhem – Tales From The Early Years

Offizielle Website

Offizielle Website      www.amorphis.net

   

Under The Red Cloud
(2015, Nuclear Blast -)

Jep, schon die ersten Keyboardtakte des namengebenden Openers sind unverkennbar Amorphis. Doch insgesamt klingt es ganz schön poppig, was die Finnen um Tomi Joutsen hier abliefern. Würde der Fronter nicht regelmäßig vom Klargesang zum Growlen wechseln, wäre »UNDER THE RED CLOUD« fast radiotauglich – in Deutschland.

In ihrer Heimat werden es einige der zehn Songs auf jeden Fall ins Radio schaffen, vielleicht das Titelstück oder »Sacrifice«. Größtenteils eingängig und melodisch dürfte der bisweilen leicht melancholische 50-Minüter auch der nicht Metal hörenden Freundin über weite Strecken gefallen. Wer’s härter mag, dem empfehle ich »The Four Wise Ones«, »Bad Blood« – oder Amorphis‘ Frühwerke. (nat)

   

Circle
(2013, Nuclear Blast NB2997-0)

Amorphis, wenn ihr den Opener »Shades Of Gray« etwas SM-tauglicher betextet und interpretiert hättet, hätte das der Soundtrack zur geplanten Verfilmung von »Shades Of Grey« werden können. So ist der Titel »nur« ein solider Opener des neuen Amorphis-Werks »CIRCLE«. Die nächsten beiden Stücke der Finnen sind schwere, keyboardlastige Melancholiker, wogegen »Narrowpath« einen Folk Metal-Einschlag hat, zumindest anfangs.

Tja und dann schweife ich ab. Ich habe den 46-Minüter der Truppe um Tomi Joutsen jetzt zum vierten Mal durchgehört und muss leider sagen: Er zündet noch immer nicht. Schon wieder bin ich am Ende der Scheibe … und kann mich an nichts erinnern. Schade. Wo sind eure Songwriterqualitäten à la »Black Winter Day« geblieben? (nat)

   

Silent Waters
(2007, Nuclear Blast NB 1881)

Die zweite Scheibe mit Tomi Joutsen am Mikro. Joutsen heißt übrigens Schwan – und Schwanengesang stimmt der Fronter allenfalls im Titeltrack an. Diesen dudelten die finnischen Radiostationen diesen Sommer hoch und runter; zu Recht: »Silent Waters« ist ein höchst eingängiger Ohrenschmeichler.

Eine ganze Spur aggressiver faucht der Schwan im Opener, todesmetallisch grunzt er »Weaving The Incantation«. Doch weder Stimme noch Keyboard drängeln sich auf dem Album unangenehm in den Vordergrund. Eine starke Dreiviertelstunde rockiger Metal/ metallischer Rock mit Deathgebrüll, ein paar Folk/Prog-Elementen und ansprechender Gitarrenarbeit. Mein persönlicher Anspieltipp: »Towards And Against«. (nat)



Siehe auch:
Gothic Spirit 7

   

Eclipse
(2006, Nuclear Blast NB1596)

Als 1999 der damalige Sänger/Gitarrist Tomi Koivusaari auf »TUONELA« nur noch klampfte, überließ er Pasi Koskinen den Gesangsposten. Sieben Jahre später steht für den Siebtling wiederum ein neuer Mann am Mikro: Tomi Joutsen von Sinisthra drückt Amorphis seinen Stempel auf. Meist eine Lage tiefer als Pasi wechselt er von Gruftgesang zu dunklem Grunzen; nur sporadisch ertönt seine »normale« Stimme.

Der düstere, von harten Gitarren gelenkte Opener »Two Moons« erklingt charakteristisch für die neuen Amorphis. »ECLIPSE« schichtet gekonnt dynamische Refrains, Folkelemente und facettenreiches, dramatisches Songwriting aufeinander, einige Songs erinnern an »ELEGY« oder »TALES FROM ...«-Zeiten. Einziges Manko: Das Rezensionsexemplar spielt – bis auf die gothiclastige Single »House Of Sleep« mit poppigem Keyboard – die Tracks nur an. Schade, denn »Leaves Scar« wird gerade an der spannendsten Stelle ausgeblendet. Tut das Not? (nat)



Siehe auch:
Sentenced
Chaosbreed
Charon
Corporal Punishment

   

Far from the Sun
(2003, Virgin/EMI 72435.83923.2)

Also dieser Gesang kann schon auch nerven, wenn der Vokalist zu sehr in dieses heiser-raunzende Jammern verfällt – besonders ausgeprägt z.B. bei »Planetary Misfortune«. Das bleibt aber auch schon der einzige Kritikpunkt, denn ansonsten hört man hier feinen melodiösen Metal.

Trotz der eingängigen Melodien mit hohem Wiedererkennungswert lassen die zehn Songs die nötige Härte nicht missen, um nicht (gänzlich) in den Pop abzudriften – wenn auch Anhänger der »alten« Amorphis über diesen Satz wohl nur entrüstet ihr Haupt schütteln werden, denn von alten Death-Zeiten ist nichts mehr übrig geblieben. (hog)

   

Am Universum
(2001, Spinefarm SPI 116 CD)

Die Finnen knüpfen mit »AM UNIVERSUM« an den Vorgänger »TUONELA« an – und kehren damit dem Death Metal scheinbar endgültig den Rücken zu. Pasi Koskinen schmettert rockige Hymnen, knurrt oder grunzt nur episodisch, schon fast versehentlich.

Der Opener »Alone« sammelt alle symptomatischen Zutaten der »neuen« Amorphis: Klassische Rockgitarren, Saxophon-Solo und Texte, die nichts mehr mit der Kalevala verbindet. Flöten, vom Keyboard erzeugte Hammondorgel-Klänge, ein bisschen Folk, etwas 70er Jahre-Gefühl, ein paar Metal-Rudimente und ganz viel Rock – damit machen die Formlosen (= amorphous) ihrem Namen wirklich alle Ehre. (nat)

   

10th Anniversary
(2000, Relapse SPI 108 CD)

Zum zehnjährigen Bandjubiläum blicken Amorphis zurück: Alles beginnt als ordinäre, unbeachtete Death-Combo mit »KARELIAN ISTHMUS« anno 1992. Schon zwei Jahre später, mit dem Nachfolger »TALES FROM THE THOUSAND LAKES« gelingt der Durchbruch. Gemeinsam mit dem zweiten, cleanen Sänger Pasi Koskinen folgt 1996 »ELEGY«, für dessen Texte die Kanteletar (eine uralte Gedicht- und Balladensammlung) Pate steht; der Sound wird Folk-lastiger und psychedelischer.

1999 kehren die Finnen mit »TUONELA« dem Death Metal den Rücken zu. Nicht chronologisch, sondern wild gemischt dröhnen die Tracks vom Sampler, erhöhen den Kontrast der frühen und späten Amorphis; zum Schluss ertönt die Liveaufnahme »Cares«. (nat)

   

My Kantele
(EP, 1997, Relapse RR 6956-2)

Abzüglich des Akustik-Openers »My Kantele«, der sich bereits auf »ELEGY« aus dem Vorjahr findet, bieten die Finnen auf dieser EP vier Stücke, davon zwei zusammengehörige brandneue: »The Brother Slayer« sowie das rein instrumentale, psychedelische »The Lost Song«.

Obendrein covern sie ihre Idole: »Levitation« der Amerikaner Hawkwind interpretieren Amorphis ebenso wie »And I Hear You Call« der Hardrock/Prog-Legende Kingston Wall aus Helsinki. Summa summarum eine halbstündige Wanderung durch 70er Jahre-Spacerock-Landschaften, mit Pasi Koskinen im Marschgepäck – der zum ersten Mal als Songschreiber experimentiert. (nat)



Siehe auch:
Kingston Wall

   

Elegy
(1996, Relapse RR 6635-2)

Spätestens beim dritten Track »The Orphan« steht fest: Amorphis zeigen psychedelische Züge. Das Ganze garniert mit den Überbleibseln der Death-Anfänge, Folkzugaben, progressiven Elementen – und klassischer finnischer Dichtkunst, der Kantelar: Dort stehen philosophische und religiöse Betrachtungsweisen in über siebenhundert Jahre alten Gedichten, Liedern und Balladen niedergeschrieben.

Die Vertonung übernehmen Grunzer Tomi Koivusaari und der neue cleane Sänger Pasi Koskinnen in Symbiose. Paradebeispiel: »My Kantelar«, das in einer zweiten, akustischen und nur von Pasi gesungenen Variante »ELEGY« ausklingen lässt. Ein Meilenstein in der Bandgeschichte. (nat)

   

Tales From The Thousand Lakes
(1994, Nuclear Blast NB 0097)

Geschichtsunterricht der anderen Art: Das zweite Werk der Finnen fußt auf der Kalevala, dem finnischen Nationalepos. Textlich, musikalisch und optisch – siehe CD Cover – gekonnt in Szene gesetzt haben das die Gründungsmitglieder Esa Holopainen (Gitarre) und Jan Rechberger (Schlagzeug) sowie Tomi Koivusaari (Gitarre, Gesang) und Olli-Pekka Lain (Bass).

Im Gegensatz zum Erstling präsentiert sich die Band keyboardlastiger und melodischer. Dies ist sicherlich auch der Verdienst Ville Tuomis (Kyyria), des zweiten Manns am Mikro, der mit seinem klaren, reinen Gesang den perfekten Gegenpol zu Koivusaari bildet. Erste Versuche mit der Hammond-Orgel zeigen Amorphis' Experimentierfreude. Nicht nur mit »Black Winter Day« haben die Musiker rechte Nord-Metal-Hymnen geschaffen. (nat)

   

Karelian Isthmus
(1993, Nuclear Blast NB 072-2)

Abgesehen vom instrumentalen Intro »Karelia« bieten die Finnen auf ihrem Debüt hundsgewöhnlichen Death Metal. Die prügelnden Drums, schnellen Gitarren und das obligatorische Grunzen passen immerhin zum Albumtitel – jener ist benannt nach einem historischen finnischen Schlachtfeld. Ansonsten lässt nichts Rückschlüsse auf die Heimat der Musiker zu.

Lediglich »Exile Of The Sons Of Uisliu« ist im wahrsten Sinne nordisch angehaucht: Eine Kreuzung aus Fear Factory und Wind bei Stärke sieben. (nat)



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