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Alle Rezensionen zu Mi and L'au
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Good Morning Jokers
(2009, Borne BR-005)

Die kalte Ostfront hinterlässt die Natur im Streit: Bäume und Blätter gehen ab sofort getrennte Wege, der Regen ist voller Zorn, die Stürme eine dunkle Wucht. Man mag es ja schon gar nicht mehr hören, diese Naturallegorien und Jahreszeitenverweise und dennoch: »GOOD MORNING JOKERS« ist so karg, so trist und zerissen wie der Herbst, das emotionalste aller Quartale. Als hätte man das Dunkle akzeptiert, das Sorgevolle und Schwere – so geheimniskrämert dieses finnisch-französische Duo in ihrer Hütte vor den Toren Helsinkis in eigenem Schmerz. Meist in bedrückender Langsamkeit werden die Titel vorgetragen, die vor Disharmonien bersten und schwer am Moll zu tragen haben. Musik, die einer gewissen Romantik nicht entbehrt, geht es hier schließlich um Innerlichkeiten, die mit geradezu resigniert klingenden Stimmen vorgetragen werden.

Meist auf Gitarren reduziert, brechen zerdellte Instrumente diese Übersichtlichkeit auf – beim sturen »Bingo« sind es wildwüchsige Blechbläser, später gesellen sich noch Violinenarrangements und spröde Klavierakkorde dazu, die ihre Bedrohlichkeit nur kurz unter ihrem Filzmantel zu verstecken gedenken. Und das Akustikpicking erst! Oft verschleppt, dann so herrlich wirr und doch immer präsent genug, um die gehauchten Weiblein/Männlein-Stimmen zu kontrastieren, mit denen die Stimmung steigt und fällt. Meist fällt. Aber irgendwie fühlt sich derlei Gefühlsduseligkeit und klamme Tristesse auch nicht falsch an. Es ist ein Kampf, den es nicht zu gewinnen gilt. Mit dieser Einsicht im Kopf gerät dieses Werk zu einer wunderbaren Selbstverständlichkeit. Gestern war Melancholie, heute ist Schwermut. (maw)

 Mi and L

Offizielle Website

Die CD »Good Morning Jokers« war »CD des Monats« im Monat 10 / 2009.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Wow, das ist mal schön! Noch steht der Herbst erst schüchtern vor der Tür, aber spätestens sobald er anfängt, mich einzunebeln, muss ich die CD haben. Nicht nur, dass die beiden Stimmen toll zusammenpassen, die Songs sind überraschend und meilenweit von langweiligem Melancholie-Geklampfe entfernt. In den Player damit - und bis zum Frühjahr drinlassen!
Sebastian Pantel

Die Lage ist dunkelernst, aber nicht hoffnungslos. Denn trotz der blauen Innerlichkeit, inmitten all des vergeblichen Sehnens flackert bei dieser finnisch-französischen Teamarbeit ganz im Hintergrund ein kleines Feuerchen auf. Es sind Zweige aus Zartheit und Empfindsamkeit, die diesen Flammen Nahrung geben, damit sie sich trotzig behaupten können. Ihr seid nicht alleine!
Eva-Maria Vochazer

Liebe Leserin, lieber Leser: diese CD ist schön. Sehr schön.
Tim Jonathan Kleinecke

Mich muss man da nicht erst überzeugen - ich hab ein Faible für folkbasierte Innerlichkeit und Slow Motion, für tröpfelnde Pianos und Mira Romantschuks Hauchstimme, die alles in dichten Nebel hüllt ... doch Schluss jetzt: Wir können ja auch nichts dafür, dass diese Platte jetzt zur herbstlichen Jahreszeit erscheint.
Peter Bickel

Offizielle Website      www.myspace.com/miandlauspace



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