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Alle Rezensionen zu Aki Rissanen
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Amorandom
(2016, Edition Records EDN1067)

Aki Rissanen hat schon die erste Liga der Pianisten Nordeuropas erreicht, mit dieser CD wird seine Reputation weiter steigen – auch das »Downbeat«-Magazin stuft ihn inzwischen als »rising star around Europe« ein. Dies gilt besonders für sein Trio mit der derzeit führenden finnischen Rhythmusgruppe Lötjönen/ Mäkynen.

Die neun Stücke, alle vom Pianisten komponiert, gehen zurück auf einen Soundtrack für einen Animationsfilm von Tuula Leinonen. Strukturell sind die Kompositionen mehr oder weniger offen, drehen sich mal um Ostinato-Figuren oder scheinen in sich zu ruhen. Einflüsse von Minimal Music sind ebenso zu hören wie Impressionismus und nordische Lyrik. Sparsames Spiel ist dem Trio gemein, keiner macht zu viel. Dennoch groovt »AMORANDOM« teilweise stark. Teppo Mäkynen spielt mitunter eher Pulsgeber als herkömmlichen Drummer (»Paysages Pas Sages«), Antti Lötjönen hält alles harmonisch zusammen und spielt einige Soli, die so kaum ein Bassist spielen würde. Rissanen selbst hat hörbar klassische Ausbildung, auch lässt er seiner nordeuropäischen Herkunft ihren Raum. Er beherrscht die Kunst der kontrollierten Offensive perfekt, kann allerdings auch herrlich swingen wie in »For Jimmy Giuffre«. (tjk)



Siehe auch:
Aki Rissanen // Jussi Lehtonen Quartet with Dave Liebman

Aki Rissanen: Amorandom

Offizielle Website

Offizielle Website      www.akirissanen.com

   

Beautiful Anxiety
(2009, KSJazz 71159-3314-2)

Man kann nicht sagen, dass es Aki Rissanen an Ambition mangelt. Er schreibt kluge Stücke, ist eher ein Konstrukteur und Architekt denn ein emotionaler Derwisch am Piano. Gerade in ruhigeren Stücken wie »Ambience« scheinen seine Solo-Noten einzeln erdacht, geprüft und für gut befunden. »Altered Settings« erscheint als fragmentarische Wiedergeburt von »All The Things You Are«, nach Antti Lötjönens Bass-Solo könnte Rissanen endlich mal auf die Überholspur, er macht aber bei der Hälfte kehrt – rät der Intellekt zur Vorsicht?

Unbegründet: Im tollen Titelstück spielt Rissanen mit Disharmonien und Pausen wie weiland Thelonious Monk, kreuzt kurze Single Note-Linien mit schrägen Akkorden – sehr spannend! Lötjönen hat ein schönes Intro in »Musica Calleda, Part II«, Ville Pynssi und Olavi Louhivuori teilen sich den Hocker hinter Trommeln und Becken, mit Vorteilen für letzteren. Außer in zwei Trio-Stücken wechseln sich zwei Bläser ab: Magnus Broo schickt auch kaum Gefühlsausbrüche durch die Trompete, klingt aber manchmal schön brüchig. Der US-Starsaxophonist Rick Margitza sorgt hingegen öfters für frischen Wind in einer CD, die weit mehr Hirn denn Herz anspricht. (tjk)



Siehe auch:
Verneri Pohjola



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