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Alle Rezensionen zu Håvard Stubø Quartet
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Vilhelmina
(2014, Bolage BLGCD021/BLGLP021)

Still ist es geworden im Hause Bolage. »VILHEMINA« ist die erste Platte des Labels seit fast zwei Jahren, seit dem Desert-Rock-Album von Chrome Hill. Interessant auf jeden Fall, dass Bolage sich sehr treu bleibt, soweit sogar, dass das dritte Album von Håvard Stubøs Quartett wie jenes Quartett ebenfalls der häufigen und beliebten Besetzung Saxofon/Gitarre/Schlagzeug/Bass zuspielt. Wo die dänischen Kollegen von The Wøøøh sich rauh, experimentell und noisig geben, die Landsmänner von Chrome Hill ihre druckvolle Vorliebe für staubigen Wüstensound pflegen, feilt der gebürtige Nordnorweger Stubø mit seinen drei klasse Mitmusikern am stärksten an der eigenen Handschrift.

Diese wirkt zwar auf den ersten »Blick«, als machten sich's die Vier bequem in der melodischen Modern-Jazz-Schublade, doch bei genauem Hinhören wird deutlich, dass das Stubø Quartet die größte Freiheit im Spiel erreicht. Komplexe spielerische Bögen, verschachtelte Instrumentierung, rhythmisch vielschichtige Einfälle, und alles wirkt stets wunderbar unangestrengt. Ihre zurückhaltend-poetische Version von »Wild is the Wind« gewinnt dem oft gehörten Klassiker tatsächlich ganz neue, spannende Seiten ab. Mit »VILHELMINA« gelingt dem Quartett eine ebenso reife wie faszinierend reiche Verdichtung ihres Stils. (ijb)



Siehe auch:
Chrome Hill
The Wøøøh
Excess Luggage
Atle Nymo, Ingebrigt Håker Flaten, Håkon Mjåset Johansen

Håvard Stubø: Vilhelmina

Offizielle Website

Offizielle Website      www.havardstubo.com

   

Spring Roll Insomnia
(2011, Bolage BLGCD016)

Was bereits beim Vorgängeralbum geschrieben wurde, trifft auch bei der zweiten gemeinsamen CD zu: Hier sind drei Männer in ihren Dreißigern und ein bald siebzigjähriger Altmeister, die ihr Handwerk beherrschen und die Geschichte des Modern Jazz teils seit Jahrzehnten eingeatmet - bzw. im Fall von Riisnæs gar selbst ein wenig daran mitgeschrieben - haben. Das (Zusammen-)Spiel ist streckenweise mitreißend, rhythmisch und melodisch nicht nur höchst versiert und makellos, sondern auch von einer zeitlosen Eleganz. Aber ach, hat man das nicht alles schon etliche Male so oder ähnlich gehört?

Gitarrist Stubø aus Narvik, einer Hafenstadt nördlich des Polarkreises, ist zwar erst Anfang 30, doch sein Quartett soll hörbar an die Klassiker des Jazz anknüpfen, wendig wie ein Neuwagen sein und das spielerische Können seiner Mitmusiker sauber vorführen. Das kann man beachtlich finden, und im Jazzclub oder beim spätabendlichen Glas Wein geht diese Platte runter wie Öl. Das war's dann aber auch. Auf die Gefahr hin, kleinkariert zu erscheinen - wir vermissen ein wenig: Fantasie. (ijb)



Siehe auch:
Knut Riisnæs mit Terje Rypdal
Jupiter

   

Way Up (Way Down)
(2009, Bolage BLGCD009)

Håvard Stubø hat hier fast alle Stücke selbst geschrieben: Man kann ihn stilistisch durchaus in die Nähe der Eckpfeiler Eddie Harris und Wayne Shorter verorten, gitarristisch stehen John Scofield und Jim Hall Pate. Es groovt also, teilweise sogar recht heftig, wie im grandiosen »Flickan Som Aldrig Hade Fel« aus der Feder des guten Bassisten Torbjörn Zetterberg – der seine Stücke für bzw. über Ex-Freundinnen schreibt.

Drummer Håkon Mjåset Johansen ist alles andere als zimperlich und gehört seit längerem zu Stubøs Favoriten. Dessen »Kivran!« ist eine Verbeugung vor seiner Heimatstadt Narvik, in »Kenoot’s Blues« beweist Tenorsax-Veteran Knut Riisnæs mit kraftvollem Ton, dass er noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Das Titelstück beschreibt mit zwei Tempi das Leben eines Jazzmusikers. Die Frage nach dieser CD kann man jedenfalls mit einem klaren »Daumen rauf« beantworten. (tjk)



Siehe auch:
Håvard Stubo, Daniel Franck, Håkon Mjåset
Knut Riisnæs mit Radka Toneff
Hilde Marie Kjersem
Bobo Stenson



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