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Alle Rezensionen zu Lindstrøm & Christabelle
(Genre »Beats«, Land »Norwegen«)

 

Real Life Is No Cool
(2010, Smalltown Supersound STS 159)

Seit Jahren schon ist Oslo die weltweit wichtigste Enklave für Disco und Cosmic House, was unter anderem dem Erfolg Hans-Peter Lindstrøms zu verdanken ist. Die Songs dieses sympathischen Nordmanns tönen zeitgemäß, aber auch wie mit einer Jahrzehnte alten Patina überzogen. Mit Silje Isabelle Birgitta Sandoo alias Christabelle fokussiert er nun den Tanzflur. Das neue Kurzformat kommt dem Songwriting zugute. Das Plus an Melodien, das Mehr an unterkühlter Stimme und Stimmung hinterlässt fast ausschließlich positive Hör-Spuren – nur albumauswärts wird es etwas beliebiger. Mit »Baby Can’t Stop«, »Lovesick« und dem herrlich post-weihnachtlichen »Keep It Up« sind jedoch drei Hits dabei.

»So Much Fun« gefällt sich beispielsweise als Bastard aus Duran Duran, Roxy Music und Daft Punk, versteigt sich aber nicht in deren Plattheiten. Überhaupt vereint Lindstrøm scheinbar Unvereinbares: Reduktion ohne Minimalismus; melodisch zu sein, ohne anbiedernd zu wirken; tanzbar, aber nicht zu beatlastig. Schließlich ist es eben diese kultivierte Form der Italo Disco, die bereits vor Jahrzehnten die Vinyls statt auf 45 Umdrehungen pro Minute nur mit 33 spielte und so ein schleppendes Moment institutionalisierte, das späterhin als kosmischer Groove ein Markenzeichen werden sollte. Für die ironische Überspitzung steigt Lindstrøm auf einem Track sogar nicht nur auf das übliche Bremspedal, sondern lässt die Platte gleich rückwärts laufen – was »Never Say Never« glatt den Tanzboden unter den Füßen wegzieht. (maw)

 Lindstrøm & Christabelle: Real Life Is No Cool

Offizielle Website

Die CD »Real Life Is No Cool« war »CD des Monats« im Monat 2 / 2010.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

»Reduktion ohne Minimalismus« - das trifft's genau, Markus. Zumal ich eh ein Faible hab für neue Sachen, die trotzdem eine gemütliche, knistrige, pseudo-gestrige Patina haben. »Kühl« meinst du hoffentlich positiv im Sinne von »cool«. Und Tanzflur ist schließlich kein Dancefloor! Also: Rein in den Player und ab dafür!
Sebastian Pantel

Mannomann. Da wird jemand wie ich, die die Hochzeiten des Disco-Zeitalters noch live erlebt hat, fast schon kribbelig: So lässt sich der Glitzerball intelligent und auf ansteckene Weise lebendig in die Jetztzeit transportieren. Die Tanzschuhe schnüren, die Schlaghose hervorgekramen, rauf auf den Dancefloor und abtanzen! Danke, Norwegen!
Eva-Maria Vochazer

Meine Begeisterung ist zwar nicht minimal, aber doch deutlich reduziert. Zu viel 70er Jahre-Anlehnung und zu wenig eigene zündende Ideen. Diese Disco-Kugel glitzert nicht, aber vielleicht hilft ja polieren und fokussieren.
Tim Jonathan Kleinecke

Das soll der neue Dancefloor-Zündfunke sein? Eine – zwar mitreißende, aber nur mäßig innovative – Wiederbelebung von George Clinton und Prince? Egal: Turnschuhe an und abhotten! Und danach den alten Moog abstauben und die Roland TR 505 aus dem Keller holen.
Peter Bickel

Offizielle Website      www.myspace.com/lindstromandchristabelle



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