Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu FM Belfast
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

How To Make Friends
(2010, Kimi Records KRCD02)

Der Wunsch, halbnackig in der Unterwäsche auf der Straße herumzurennen, weil hier sonst ohnehin nichts passiert, wie im Song »Underwear«, ist wohl Islandjungend-typisch. Das scheinbare Abgeschnittensein vom aufregenden Geschehen in den Metropolen ist auf der Felseninsel bestens mit unbändigem Lebendigsein zu bewältigen. Und haferflockenrotbäckigem Selbstbewusstsein. Wir wohnen zwar am Ende der Welt, aber wir haben trotzdem Spaß! Genau darum geht es bei »HOW TO MAKE FRIENDS«, dem Debütalbum vom FM Belfast. Dass das Quartett aus Reykjavik als Mittel der gutgelaunten Jugendrevolte den dick aufgetragenen Glamour-Synthie-Elektropop wählt hat, ist eigentlich Nebensache. Es geht hier um Grundlegendes: Ums Tanzen und ums Lachen.

Es geht ums lustvolle Über-die Stränge-Schlagen Und ums Ausprobieren und Übertreiben. Dass auf dem Erstlingswerk mit »Par Avion« gleich ein unwiderstehliches Gute-Laune-Sahnestückchen dabei ist, kann kein wirklicher Zufall sein. Die vier anarchischen Spielkinder, zu denen auch Múm-Gründungsmitglied Örvar Þóreyjarson Smárason gehört, überrollen ihr Publikum mit unbändiger Lebensfreude und kraftvoller Albernheit. Dass es beim Songwriting noch hier und da holpert und unter den elf Songs gleich zwei Coverversionen zu finden sind, wollen wir mal großzügig hinnehmen. Wir sind viel zu sehr mit Lächeln beschäftigt. Und damit, uns den Tanzschweiß von der Stirn zu wischen. (emv)



Siehe auch:
Múm
Prinspóló

 FM Belfast: How To Make Friends

Offizielle Website

Offizielle Website      www.fmbelfast.com

   

Island Broadcast
(2017, World Champion/Indigo)

Die wilden Spielkinder sind ein wenig sanfter geworden: Erstaunlich luftig, angenehm nachdenklich und wunderbar selbstironisch kommen die isländischen Danceparty-Lieblinge FM Belfast um die beiden Masterminds Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir und Árni Rúnar Hlöðversson auf ihrem vierten Album »ISLAND BROADCAST« daher. Lóa und Árni sind längst selbst Eltern von Kleinkindern, was die Sicht aufs Erwachsenenleben doch nachhaltig verändert. Aber keine Angst: Ernsthaft werden will die Band aus Reykjavík noch lange nicht. Es blubbert, bliept, blökt und quietscht hier unvermindert anarchisch, wenn wilde Truppe die Synthies und die anderen elektronischen Helferlein auf die Tanzfläche loslässt. Das Synthie-Motiv aus dem Eröffnungstrack »Still Sleeping« ist jedenfalls ziemlich unwiderstehlich!

Lachen können FM Belfast immer noch ausgelassen, am liebsten über sich selbst, wenn sie hier von einer vermeintlichen Peinlichkeit in die nächste stolpern. Großäugige Naivität regiert unvermindert im isländischen Discokugel-Land! »ISLAND BROADCAST« ist eine kleine Wundertüte voller skurriler kleiner Überraschungen und entwaffnendem Do-It-Yourself-Wohlklang, obwohl man inzwischen weltweit die Konzertsäle zum Ausflippen bringt. FM Belfast lassen sich jedenfalls jenseits der 20 nicht verbiegen und schwelgen weiterhin eigensinnig in schrägen Harmoniegesängen. Nimm dies, du langweiliger Ernst des Lebens! (emv)

Video-Link

   

I Don´t Want To Sleep
(2011, Morr Music Morr105)

Buuumm! Bäääng! Iiiietsch! FM Belfast zelebrieren auf ihrem Zweitling »I DON´T WANT TO SLEEP« den grellpastelligen Quietsche-Entchen-Pop, zu dem sich 80er-Comic-Superhelden wie Flash Gordon in den Sillberanzug zwängen, um die Welt retten. Eine Welt, die nur gerettet werden soll, wenn sie im Peter-Pan-Modus verharrt und auf ewig unberechenbar und unvernünftig bleibt. Ich will Spaß, ich will Spaß! Die Nintendo-Bleeps verschlucken sich hier schier vor lauter Aufregung, und die Synthies sind kurz vorm Durchglühen. Trompeten tröten. Party! Party!

Die Songs des Quartetts aus Reyjavik blubbern vor Albernheit und lustvoller Dödelei. Verneigen sich vor den Kalamitäten des spätpubertierenden Teenager-Lebens. Die Refrains lassen sich nach einmaligem Hören problemlos mitsingen. Die anarchische Energie der Isländer entfaltet sich am allerbesten live, wenn den Vieren die freche Pippi-Langstrumpf-Attitüde aus den Augen blitzt. Aber was passiert, wenn das graue Morgenlicht schüchtern durch die Vorhänge linst? Dann fällt vielleicht auf, dass sich FM Belfast auf dem zweiten Album nicht wirklich weiter entwickelt haben, sondern trotzig an ihrer Anti-Erwachsenwerden-Spaßattitüde festhalten. Dass bis auf das Titelstück kaum wirkliche Kracher dabei sind. Was passiert, wenn das mitleidlose Deckenlicht einschaltet wird? Furchtbarer Gedanke. Lieber weitertanzen. (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel