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Alle Rezensionen zu Jennie Abrahamson
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Reverseries
(2017, How Sweet The Sound/Indigo)

Das blasse Schneewittchen schläft nicht. Sie schmachtet hinter der Dornenhecke nach dem aufregenden Leben und füllt ihre Nächte mit elaborierten Edel-Elektropop-Sounds. Da wir hier in Schweden sind, sind die Songs auf Jennie Abrahamsons fünften Album »REVERSERIES« von unterkühlter Eleganz. Die Musikerin, die in den vergangenen Jahren als Background-Sängerin ausführlich mit Peter Gabriel auf Tour war, schreibt perfekte Songs für gehobene Hipster. Um in der Märchennmetapher zu bleiben: Mit Jennie Abrahamson sind wir im Palast der Schneekönigin angekommen. Alles ist von unnahbarer Schönheit. Es glitzert und funkelt in diesen festlichen Räumen. Aber es auch kalt, sehr kalt. Denn es gibt hier nichts, an dem wir uns reiben könnten. Dem kleinen Kai aus Anderssons Märchen wird es hier kühl ums Herz.

Selbst Liebeslieder wie »Bloodlines«, in denen die Chanteuse naiven Lolita-Charme mit selbstbewusster Jung-Madonna-Attitüde kombiniert und die Synthies in 80er-Manier weit aufdreht, sind hoch künstliche Gebilde. Das balladige »Down To The Water« ist ein Sahnestückchen Supertüftelpop mit Americana-Anklängen, das gleichwohl so künstlich blubbert wie Waldmeisterbrause. »Safe Tonight« punktet mit melodramatischen Anklängen. Über Veränderung in ihrem Leben und die aktuelle Weltlage hat sie hier geschrieben, sagt Jennie Abrahamson. Und man denkt eine halbe Minute nach und kommt dann zu dem Schluss, dass das doch sehr banal ist. Und die Rezensentin legt als Gegengift den wunderbar garstigen Elektropopsong »Maailmanloppu« der völlig unbekannten Finnen Eleanoora Rosenholm auf. Weltuntergang und Gattenmord: Wäre das nicht eine Alternative für Schneewittchen? (emv)



Siehe auch:
Eleanoora Rosenholm

Jennie Abrahamson: Reverseries

Offizielle Website

Offizielle Website      jennieabrahamson.com/

   

Gemini Gemini
(2014, HTI Records HSTS005)

Peter Gabriel hat Spuren hinterlassen. Jennie Abrahamson, die bereits drei eigene und sehr ansprechende Alben veröffentlicht hat, begleitete Peter Gabriel auf seiner letzten Tournee als Background-Sängerin. Und siehe da – ihre vierte Solo-CD »GEMINI GEMINI« nähert sich ihrem Idol musikalisch an; noch mehr erinnert es jedoch an Kate Bush und – um im Heimatland der Schwedin zu bleiben – an die visionären Alben von The Knife und deren Sängerin Karin Dreijer Andersson. Kein Wunder: Produzent Johannes Berglund war auch schon für The Knife tätig.

Dass die schwedische Musikszene ohnehin recht inzestuös ist, erkennt man schon daran, dass hier als Gastsängerinnen Nina Kinert, Ane Brun und Linnea Olsson mitmischen. Die mit viel Elektronik und 80 Jahre-Synthesizersounds inszenierten Songs leben vor allem von Jennie Abrahamsons Stimme und den überraschend eingängig, aber nie abgedroschen arrangierten Melodien. Das von einer Kalimba – einem afrikanischen Daumenklavier – getragene »Snowstorm« kommt so verführerisch daher wie eine wunderschöne Eisfee, und ein Song wie „Wolf« erinnert sowohl stimmlich wie auch in der gesamten Anmutung an Kate Bushs »Cloudbusting«. Ja, immer wieder meint man, Kate Bush käme hier um die Ecke. Da das wahrlich kein schlechtes Vorbild ist, kann man sich darüber nur freuen. (peb)



Siehe auch:
The Knife
Nina Kinert
Ane Brun

   

The Sound Of Your Beating Heart
(2012, How Sweet The Sound/Cargo)

Wir wissen dann, dass es sich um einen Schlager handelt, wenn die Grundstimmung eines Songs zwar durchaus melancholisch ist, aber am Ende doch alles gut wird. In diesem Sinne ist Jennie Abrahamamson eine klassische Schlagersängerin. Auf gehobenem Niveau, mit famos in Szene gesetzten Arrangements. Die Sängerin aus Stockholm bietet auf ihrem dritten Album »THE SOUND OF YOUR BEATING HEART« für jeden Geschmack etwas: Ein bisschen Bubblegum-Kleinmädchencharme wie die famose Landsfrau Miss Li, ein wenig schlaue Nachdenklichkeit wie die norwegische Chanteuse Ane Brun, und ein wenig gutgelaunten Dancefloor wie das Neo-Material-Girl Robyn. Natürlich darf das balladige Duett mit einem männlichen Gast nicht fehlen: Mit Adam Olenius von den Shout Out Louds hat Jennie Abrahamson in »Hole In You« einen angenehm zurückgenommenen und einfühlsamen Partner gefunden. Hach!

Die Single »Hard To Come By« ist ein Instant-Ohrwurm putzmunterer Poplebendigkeit. Gleichwohl: Wer hier nach einem Song fahndet, an dem er sich reiben kann, der sucht vergebens. Eben doch Schlager, denn diese heile Bullerbü-Welt weist keine Risse auf. (emv)



Siehe auch:
Miss Li
Robyn
Shout Out louds

   

While The Sun's Still Up And The Sky Is Bright
(2009, How Sweet The Sound/Cargo HST002)

In ihrer schwedischen Heimat feiert »WHILE THE SUN'S STILL UP AND THE SKY IS BRIGHT« bereits sein einjähriges Erscheinen, 2010 wird das zweite Album von Jennie Abrahamson auch in Deutschland veröffentlicht. Trotz des rosa Covers und des Stempels »Pop« ist die Sängerin/Songwriterin weit von kitschig-klebrigen Zuckerwatteklängen entfernt: Ruhig, entrückt, verträumt, manchmal verspielt agiert die Künstlerin.

Die Inspiration zu diesem (beschaulichen) Werk fand Abrahamson ausgerechnet im New Yorker Stadtteil Manhattan, wenngleich sie die elf Lieder in Nordschweden komponierte. Minimal rockig klingt »Late Night Show«, mit Ane Brun als Gastsängerin, fernöstlich angehaucht »Sister Theresa«, tanzbar »All I Can Think Of«; doch häufig verleihen Streicher oder Akustikgitarren den Stücken einen Hauch Wehmut. »WHILE THE SUN'S STILL UP AND THE SKY IS BRIGHT« ist ein tiefgängiges Popalbum, mit detailverliebten, klugen und dennoch eingängigen Arrangements. (nat)



Siehe auch:
Ane Brun



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