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Alle Rezensionen zu Before The Show
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Hearts & Heads
(2010, Popup Records)

Tolle Stimme. Tolle Songs. Eingängig, und doch verquer genug, um nicht anbiedernd zu wirken. Erfrischend bunt, wie das derzeit wirbelnde Herbstlaub. Schon der der Opener »Lessons« zeigt, wozu die dänische Band fähig ist: Ein herrlich melancholischer Pop-Song explodiert nach zwei Minuten in einer Kaskade aus Licht, Euphorie und Lebensfreude. Um dann wieder in sich zurückzufallen. Erinnert manchmal an Peter Gabriel oder an die Red House Painters, das Ganze. Nur: Before The Show verfügen über die Power, die Mark Kozelek und seinen Painters immer gefehlt hat. Während die Alben der Red House Painters stets wie ein schlaffer Händedruck wirkten, besitzt das Debüt der Dänen den Charme einer herzlichen Umarmung.

Before The Show war eigentlich gedacht als Soloprojekt des Kopenhageners Laurids Smedegaard - u.a. Drummer bei Alcoholic Faith Mission – , der seine Songs, nun, eben »before the show«, vor den Konzerten seiner Hauptband schrieb. Inzwischen ist eine kernige Truppe daraus erwachsen, die aus dem Stand heraus einen sehr sympathischen Indie-Rock-Edelstein geschliffen hat - soundtechnisch eher Lo-Fi, aber prächtig ausgestattet mit rhytmischen Haken, fröhlicher Pop-Luftigkeit und zwischendurch auch mal grummeligem Postrock. (peb)

 Before The Show: Hearts & Heads

Offizielle Website

Die CD »Hearts & Heads« war »CD des Monats« im Monat 11 / 2010.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Wo Indie ja oft mal irgendwie immer ein bisschen ähnlich klingt (Gitarren, nette Stimme, nette Songs), setzt es hier alle Nase lang Überraschungen. Aber nie so, dass einen das aus dem Hörflussgenuss rausreißen würde. So wird's gemacht. Danke, liebe Dänen!
Sebastian Pantel

Na, na, na. Man braucht schon Zeit, um warmzuwerden. Worin besteht das Alleinstellungsmerkmal der Dänen? Die Grenzen zu AFM verlaufen fließend. Aber gut: Das hier sind ernsthafte junge Leute, die zu viel nachdenken. Das tun sie allerdings sehr überzeugend.
Leif Haugjord

Dänemark. 2010 ist musikalisch das Jahr Dänemarks. Wir staunen, denn Before The Show reihen sich mühelos ein in eine ganze Phalanx kreativ-eigenwilliger Popquerdenker von Alcoholic Faith Mission über Mimas bis zu Fallulah. Melancholische Euphorie, schöne Nachdenklichkeit, intelligente Verschurbeltheit. Hellwach, zärtlich, hingebungsvoll. Schmelz.
Eva-Maria Vochazer

Es passiert so oft, und es ist so gemein: Der liebe Hörflussgenuss (danke an Sebastian für dieses schöne Wort) ruft: JA SCHÖN JA GUT JA FRISCH UND MUNTER! Doch dann kommt seine Schwester herangestürmt, die böse Halbwertszeit und zetert: NEIN NEIN NEIN MORGEN EH SCHON WIEDER VERGESSEN! Recht haben sie beide. Auch das ist gemein.
Tim Jonathan Kleinecke

Offizielle Website      www.myspace.com/beforetheshow

   

Years & Years & Years
(2012, Ponyrec/Word & Sound)

Vielleicht ist Laurids Smedegaard der letzte Romantiker auf Erden. Der Multiinstumentalist und Kopf der Kopenhagener Popträumer Before The Show ist auf dem zweiten Album »YEARS & YEARS & YEARS« jedenfalls auf der Suche nach der blauen Blume und bewegt sich auf dem dünnen Grat zwischen gefühliger Melancholie und verhaltenem Hochgefühl. Dass Smedegaard zuvor bei den eigenwilligen Lo-Fi-Freakfolkern Alcoholic Faith Mission an den Drums aktiv war, mag man kaum glauben. Denn deren Intensität geht bisweilen bis an die Schmerzgrenze. Bei Before The Show wird die Seele dagegen sanft mit Wohlklang gestreichelt. Hier kann man ungehemmt sehnsüchtig sein und von den wunderbarsten Dingen träumen. Ein einsames Piano setzt in Songs wie »Japan« sparsame Akzente. Hach!

Was nun nicht heißen soll, dass es hier simpel zugeht! Denn die sorgsam arrangierten Tracks sind so fein ziseliert wie Porzellanfigürchen. Holen nur zwischenzeitlich zu größerer Geste aus, wie im heftig euphorisierenden Glanzlicht »Blue Gentiana«, wo sich die Lebenslust geradezu eruptiv Bahn bricht und man den Herren von Simon & Garfunkel freundlich zuwinkt. Smedegaards sanfte Stimme tändelt mitunter so zärtlich im Duett mit Sängerin Maya-Maria Stær, dass man dauerhaft glückliche Paarbeziehungen plötzlich für möglich hält. Die Gitarre, auf dem rockigeren Debütalbum noch durchaus im Vordergrund, driftet hier zumeist zu Gunsten einer bewussten Reduzierung zurück. Auch wenn die Dänen der großen Liebe im Song »Guess There Is No Great Love« scheinbar eine Absage erhalten, schimmert doch zu zarter Blechblasbegleitung durch, dass dies glatt gelogen ist.
(emv)



Siehe auch:
Alcoholic Faith Mission



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