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Alle Rezensionen zu Svavar Knútur
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Ölduslóð
(2012, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence BU028)

Den großen Singer-Songwriter-Wettstreit in Berlin hat Svavar Knútur letztens souverän gewonnen. Ob er beim Troubadour-Contest auch die Gunst der Prinzessin erringen konnte, das wissen wir nicht, aber die tschechische Oscar-Preisträgerin Markéta Irglová musiziert mit oder ohne goldenen Pokal mit dem Froschkönig von der Atlantikinsel. Das zärtlich beschwingte Duett »Baby Would You Marry Me?« eröffnet »ÖLDUSLOD« (Der Weg der Wellen), das dritte Album des multibegabten Isländers, mit einer glitzernden Note. Auf das uns das Herz kindlich weit aufgehe und wir uns baldmöglichst in den Richtigen verlieben! Bescheidenheit ist zwar noch immer eine Zier, mit der sich der fokpoppige Barde gerne schmückt, aber der Drittling kommt mit großzügiger Unterstützung von Freunden wie dem melodramatischen Popträumer Helgi Jónsson bisweilen aufwändiger orchestriert daher als die beiden sehr handgemachten Vorgänger. Wurlitzer-Orgeln und Posaune übernehmen Sie, für einen warmen, satten Sound!

Fünf Songs in englisch, fünf Songs auf isländisch: Herr Knútur ist auf Ausgeglichenheit in seinem musikalischen Schaffensraum bemüht. Der begnadete Schalk hält sich hier mit den (derben) Scherzen merklich zurück und gibt mit Songs wie »While The World Burns« oder »Humble Hymns den sanften Mahner ohne moralisch erhobenen Zeigefinger. Und zeigt mit »Prayer For The Dead«, dass er aus Erfahrung weiß, wie Kirchen von innen aussehen. Über allem regiert eine menschenfreundliche Art der (Nächsten)-Liebe, wunderbar altmodisch, wunderbar herzwärmend. (emv)



Siehe auch:
Helgi Jónsson
Anna María Björnsdóttir

Svavar Knútur:  Ölduslóð

Offizielle Website

Offizielle Website      www.svavarknutur.com

   

My Goodbye Lovelies
(2017, Nordic Notes/Broken Silence NN097)

Wehmut und Weltschmerz sind zwei Gefühle, die dem Singer-Songwriter Svavar Knútur nur zu vertraut sind. Denn trotz all seiner überschäumenden Lebensfreude hat dieses isländische Rumpelstilzchen auch eine sehr sanfte, nachdenkliche Seite, die er bei seinen vielen Live-Konzerten besonders gerne bei den Zugaben auslebt. Wer beim Knútur-Klassiker »True Love Will Find You In The End« keine kleine Träne im Augenwinkel hat, muss ein Herz aus Stein haben! Speziell für seine diesjährige Frühjahrstour hat sich der Barde eine besondere Überraschung für seine Fans ausgedacht: Auf »MY GOODBYE LOVELIES« hat er in streng limitierter Auflage seine liebsten Zugabe-Songs ausgewählt. Und als besonderes Bonbon ist seine bevorzugte Duett-Partnerin, die tschechische Sängerin und Oscar-Preisträgerin Markete Irglova dabei!

Svavar Knútur hat hier eine schöne Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen ausgewählt, die allen ans Herz zu legen sind, der unter akutem Liebeskummer leiden: Hier findet sich eine mitfühlende Seele! Die Covers reichen vom Prince-Überhit »Nothing Compares 2 U« über Tom Waits tiefschwarzen Tack »Johnsburg, Illinois« bis zum tröstlichen »God Only Knows« von den Beach Boys. Tja, was täte die Welt nur ohne dich, Svavar! (emv)

   

Songs of Weltschmerz, Waldeinsamkeit and Wanderlust
(2015, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence BU065)

Svavar Knútur hat es instinktiv verstanden: Die schönsten deutschen Wörter fangen alle mit dem Buchstaben »W« an! »WELTSCHMERZ, WALDEINSAMKEIT UND WANDERLUST« ist auch der Name der heimeligen EP, auf der sich der isländische Singer-Songwriter in die lange Tradition der fahrenden Gesellen einreiht. Nur dass das Multitaltent aus Reykjavík auf seinen zahlreichen heute nicht mehr auf Schusters Rappen, sondern mit Interrail durch die Lande bewegt. Wir sitzen bei diesen vier live eingespielten Tracks mit dem hemdsämerligen Troubadour am knisternden Feuerchen und lassen uns von seiner warmherzigen Mischung aus Herzblut, altmodischer Sangesromantik und koboldhaften Ausbrüchen verzaubern. Brave Liedermacher wohnen anderswo! Dass er ein hörbares Faible für den reichen deutschen Volksliedschatz hat, macht ihn nur noch sympathischer.

»Wanderlust«, der vielleicht innigste Song auf dieser fein handgemachten EP, geht mit seiner bescheidenen Seelenschau zu den Frösten des Unterwegsseins sehr ans Herz. Ach, wie schwer ist es, wenn man gleichzeitig zuhause bei den Lieben und auch auf Abenteuerfahrt sein zu wollen! Da wollen wir doch gleich wie die Zuhörer beim improvisierten Konzert in irgendeinem abgelegenen Dorf auf den Färöern sanft in den Refrain einstimmen! (emv)

   

Brot
(2015, Nordic Notes/Broken Silence NN069)

Zuerst mal zur Aufklärung: Obwohl Svavar Knútur ein ausgesprochener Fan der deutschen Sprache ist, hat der Albumtitel »BROT« nichts mit dem Grundnahrungsmittel zu tun. Auf Isländisch bedeutet der Begriff »das Zerbrechen«. Und so sitzt der wackere Barde von der Atlantikinsel auf Albumcover und Titelsong in seinem kleinen Boot und genießt einige ruhige Minuten an Land, bevor er sich wieder Wind und Wellen stellt. Und überrascht uns in dem Track mit rockigen Gitarren und feurigem Schlagzeug. Brave Singer-Songwriter würden so etwas nie wagen!

Aber brav ist Svavar Knútur nie gewesen, gottseidank! Der Isländer ist ein keines Springteufelchen. Der sich bevorzugt mit hohem Enthusiasmus zwischen den Stilen bewegt. Manchmal singt er hier mit engelhafter Stimme beseelte Balladen, mitunter gibt er den scharfzüngigen Kabarettisten. Und sowieso ist Svavar ein Entertainer von hohen Gnaden! Er kann aber auch majestätisch, wie im ausufernden Track »Slow Dance«, wo er sogar Chor und Orchester auffährt! Das ist fast schon Stadionpop. Was lernen wir hier? Svavar Knútur ist einfach ein Alleskönner. Der das Herz dazu noch am rechten Fleck hat! (emv)

   

Kvöldvaka
(2011, BESTE! UNTERHALTUNG BU006)

Die Troubadoure damals haben nicht nur mopsäugig ihre Damen angeschwärmt. I wo! Sie waren gleichzeitg rotzfrech, witzig und mitunter todtraurig . Aber zuallerst: Empfindsame Romantiker, die ihr Herz auf einem Silbertablett vor sich her trugen. Ein später Erbe dieser Tradition ist der Singer-Songwriter Svavar Knútur, für den emotionale Blessuren und ein trotziges Bekenntnis zu blitzwacher Lebendigkeit durchaus Zustände sind, die gleichberechtigt nebeneinander existieren. Knútur, zuletzt in der Reykjaviker Folkpopformation Hraun aktiv, ist auf seinem ersten Soloalbum »KVÖLDVAKA« (Lieder am Feuer) vor allem ein Botschafter in eigener, unwiderstehlicher Sache: Live ist der isländische Doppelgänger des US-Schauspielers Jack Black ein Entertainer-Naturtalent von hohen Gnaden, der ganze Clubs im Minutentakt zum Weinen oder zum Ablachen bringt.

Der Erstling kommt in der Instrumentierung sparsam, aber mit umso größerer emotionaler Tiefe und Dichte daher: Schlendernde Nachdenklichkeit, augenzwinkernde Selbstironie, behutsame Traurigkeit. Und immer wieder: selbstentwaffnendes Lächeln. Die elf Tracks - teils auf isländisch, teils auf englisch - sind nur auf den ersten Blick reduzierte Kammerstückchen, sondern vielmehr mit feiner Intelligen gewirkte Preziosen. So kompliziert und unberechenbar wie das Leben selbst. Und wie wunderbar, dass das unwiderstehliche Stimmungs-Stückchen »Leipzig« das Album beschließt, in dem es unter anderem um illegales Urinieren an sächsische Bäume geht. Ja, wir sind eben manchmal ein bisschen verrückt, und das ist überaus gut so. (emv)



Siehe auch:
Hraun

   

Amma
(2011, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence Bu010)

Ist das nicht putzig? Da stellt sich ein isländischer Folksänger ins Wohnzimmer von Label-Betreiber Adalsteinn Asberg, um 30 eingeladenen Freunden und Familienangehörigen ein Privatkonzert zu geben. Aufgenommen wurde diese Darbietung auch. »Wohnzimmer Productions« wäre der perfekte Name für ein Plattenlabel wie dieses – wenn der Name nicht schon vergeben wäre.

13 Lieder also sang der Isländer an jenem Abend des 12.12.2010 in Reykjavik, während draußen vermutlich ein ungemütlicher Schneeflocken durch die Gassen trieb und Toningenieur Jón Skuggi sich in der Küche postiert hatte. Wie Schlaflieder kommen die Songs des Folk-Barden daher, der mit liebenswerter Stimme und völlig unprätentiös seine hörbar von Herzen kommenden Nummern vorträgt, vornehmlich alte isländische Volkslieder. »Schon immer wollte ich diese Lieder meiner Großmutter Svava vorspielen, die auch im Publikum saß«, erzählt Svavar Knutur. Die Wärme und Intimität dieses ergreifenden Abends jedenfalls bleibt jeden Moment spürbar, besonders im abschließenden »Kvöldid Er Fagurt«, dass alle gemeinsam - teils mehrstimmig! - intonieren. (peb)



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