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Alle Rezensionen zu When Saints Go Machine
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Konkylie
(2011, !K7/Alive !K7284CD)

Gefällig (vor allem beim Einhören) und eingängig (beim Wiederhören), aber doch eigenständig und nicht ohne subtile Widerhaken (im Ohr auf jeden Fall) und ernste Themen: Dem Kopenhagener Jugendfreunde-Quartett When Saints Go Machine gelingt mit dem zweiten Album (nach dem ersten, nur in Skandinavien veröffentlichten und dort höchst erfolgreichen »Ten makes A Face«) der Spagat, raffiniert und einfach Disco-Pop zu machen. Klare Produktion und Arrangements, an denen gleichwohl über einen rund zwei Jahre langen Entstehungsprozess gefeilt wurde. Speziell der Klang und dessen komplexe sensible Schichtungen und Raumeindrücke waren den vieren so wichtig, dass etwa die Gesangsspuren an ungewöhnlichen Orten irgendwo draußen aufgenommen wurden. Die Melodien sind laut eigener Aussage ungemein schwierig live zu singen, und das Ziel war anfangs, etwas zwischen alternativer und populärer Musik zu produzieren, wie es bislang so nicht gab. Die kleinteilige Studioarbeit an der dänischen Küste war ihnen dabei wichtiger als mit Instrumenten auf Bühnen zu stehen.

Man könnte die Qualität dieser zehn Lieder leicht unterschätzen. Auch weil die Keyboards manchmal an die 1980er erinnern und die Falsettstimme Nikolaj Manuel Vonsilds an Antony Hegarty, Arthur Russell oder vage auch an ungewöhnliche Sängerstimmen großer Hits der Achtziger wie Mark Hollis (Talk Talk) oder Roland Gift (Fine Young Cannibals). Das alles wirkt wie leicht und aus einem Guss – obwohl sich einige der Stücke mit der langen Krankheit und dem Tod von Vonsilds Vaters befassen. Eine melancholische Färbung ist deutlich, aber »Konkylie« passt ebenso gut zur nächsten Party wie auch ins gemütliche Wohnzimmer oder zum Autofahren. Keine einfache Aufgabe, die die vier Jungs hier gelöst haben. (ijb)

 When Saints Go Machine: Konkylie

Offizielle Website

Die CD »Konkylie« war »CD des Monats« im Monat 7 / 2011.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Das hat schon was, diese Kombination aus Melancholie und Leichtigkeit, auch wenn mein Favorit Magic Pocket war. Und Mark Hollis, wenn Du ihn schon erwähnst, hat nach Talk Talk eine wunderbar stille Solo-CD gemacht. Hab ich seit 10 Jahren nicht gehört, wird sofort aufgelegt.
Tim Jonathan Kleinecke

Naja, die Verwandtschaft zu Mark Hollis ist streitbar. Noch mehr die zu seinem in der Tat fantastischen Solo-Album. Was aber When Saints Go Machine auszeichnet: Sie sind gleichermaßen Achtziger-Jahre-Retro-Stil wie total zeitgemäß. Das gibt's zwar öfters, aber selten so individuell und klug wie hier.
Leif Haugjord

Schlau, aber nicht abgehoben. Emotional, aber nicht melodramatisch. Elektronisch, aber trotzdem verträumt. Schwelgerisch, aber nie pathetisch. Schau schau. When Saints Go Machine sind moderne Romantiker. Kann man sagen, ohne rotzuwerden. Weil man zu diesen Tönen auch noch auf sehr cool abtanzen kann. Puuuuh!
Eva-Maria Vochazer

Mich hat vor allem das erste Lied angefixt: so »soulful«, so berührend durch die Stimme, die in der Tat stark an Anthony & The Johnsons erinnert. Aus Dänemark kommt das? Hätte man nicht erwartet. Und welch Schande, dass mir das erste Album »durchgerutscht« war. Nikolaj Manuel Vonsild muss ein interessanter Mensch sein.
Peter Bickel

Offizielle Website      www.myspace.com/whensaintsgomachine

   

Infinity Pool
(2013, !K7/Alive)

Kompliziert ist das neue sexy: When Saints Go Machine erzählen auf ihren zweiten Album »Infinity Pool« vertrackte musikalische Kunstmärchen für die Liebhaber des barocken Elektropop. Die Dänen setzen ihre Reise durch überkandidelte Synthie-Fantasiewelten fort, erlauben sich aber Ausflüge in bislang unbekanntes Territorium: Das Album öffnet furios mit einem Gastauftritt von Rapper Killer Mike, der wortreich Liebe und Respekt einfordert. Aber keine Angst, die charakteristischen Falsett-Vocals von Sänger Nikolaj Manuel Vonsilds können sich in all ihrer divenhaften Pracht in Tracks wie »Iodine« entfalten. Es macht Spaß, dick aufzutragen!

»Infinity Pool« verbirgt hinter aller scheinbaren Leichtigkeit ausgetüftelte Songstrukturen. Denn das Quartett ist viel zu klug, um sich nur auf der Tanzfläche zu verausgaben. In Tracks wie »Yard Heads« machen sie einen Schlenker in den Hexenwald und lassen beunruhigende elektronische Störgeräusche die Macht übernehmen. Songs, die komplex und verschachtelt sind: Damit könnte man unbedarfte Fans leicht in die Flucht schlagen. Unnötigerweise, denn das Ergebnis klingt trotz des intellektuellen Überbaus sinnlich und strahlt wie eine Supernova.
(emv)



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