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Alle Rezensionen zu Sigbjørn Apeland
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Glossolalia
(2010, Hubro HUBRO CD2503)

Sie stehen in den verstaubten Ecken norwegischer Gemeindesäle, in den mit Spitzendeckchen dekorierten Wohnzimmer alleinstehender älterer Damen, in Schulkellern und auf Flohmärkten. Die Zeit des Harmoniums ist vorbei, sollte man meinen, und das schon mindestens seit 1960 oder so. Sigbjørn Apeland will das nicht akzeptieren und hat eine Solo-CD veröffentlicht, auf der nur Harmonium zu hören ist.

Was heißt nur. Die Instrumente haben es an sich, zu ächzen und zu schnaufen, zu klappern und zu haken. Man hört - die Aufnahme versteckt das nicht, im Gegenteil - jeden Tastendruck, Ein- und Ausatmen des Blasebalgs, Pedalgetrampel. Aus diesem ganzen Gerödel lässt Apeland Klänge wachsen, die mal an Synthesizer-Ambient-Musik erinnern, mal an verwischte Volksmelodien, mal an endlos gedehnte Akkord-Bausteine aus melancholischen Popsongs. Ein faszinierendes Experiment - das ganz neue, aparte, schräge, versponnene Seiten des Folkmusikers zeigt. Und seiner Instrumente, Fabrikate von Henrik Eide und Einar Kaland aus Bergen.

Am Ende der CD ist man so eingenommen, hat sich so eingehört, dass man sich Apeland vorstellt, wie er die Füße vom Pedal, die Knie vom Blasebalg, die Hände von den Tasten nimmt, wie er aufsteht, den Deckel schließt und geht. Wie sich der Staub wieder auf der alten Kiste zu sammeln beginnt. (sep)



Siehe auch:
zusammen mit Nils Økland
Nils Økland
Frode Haltli
1982

Sigbjørn Apeland: Glossolalia



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