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Alle Rezensionen zu Vladislav Delay
(Genre »Beats«, Land »Finnland«)

 

Kuopio
(2012, Raster-Noton/Kompakt R-N 144)

Vor einem Jahr stand hier noch: »Mehr davon!« Doch hätte man sich nicht träumen lassen, dass der Meister sich noch einmal steigert. Auf der Stelle getreten ist er ja ohnehin selten, doch nun darf unumwunden eingestanden werden, dass Sasu Ripatti alias Vladislav Delay sein bestes Album aufgenommen hat und sich auf der Höhe seiner Kunst befindet. Der (nord-)europäische Techno hat in letzter Zeit wenig Innovation hervorgebracht, doch »KUOPIO« begeistert vom ersten Moment an durch Fantasie und Originalität. Während »VANTAA« ein starkes, aber recht gleichförmiges und zumeist ruhiges Raster-Noton-Debüt war, tanzen auf »KUOPIO« die Rhythmen oft so wild und eindrucksvoll, dass einem die Ohren schlackern.

Die Minimal-EP »Espoo« vor ein paar Wochen war gerade mal eine - wenn auch tolle - Vorstudie zu dem, womit »KUOPIO« nun aufwartet. Mit sperrigen, dabei immer eingängigen Rhythmen und superb und detailreich gestalteten Sounds zaubert Delay eine durchweg spannende, in jedem Moment präzise und Aufmerksamkeit erweckende, hochkomplexe Stunde elektronischer Musik.

Als einen sich unablässig voranentwickelnden Fluss von Stimmungen, Ideen, Emotionen, feinen Verästelungen aus Rhythmuspartikeln oder treibenden Beats und reichen Soundwelten, die oft wie vollkommen ungehört erscheinen, bestreitet Delay acht so abwechslungsreiche wie dichte Varationen von Techno 2012. Dabei arrangiert er nur die besten Einflüsse aus seinem eigenen Werk, aus Dubtechno, Basic Channel, Elektro und Abstract/Minimal in einer Weise, dass man das Gefühl hat, elektronische Musik ganz neu zu erleben. Keine Spur von Retro. State of the Art. (ijb)



Siehe auch:
Vladislav Delay Quartet
Ripatti
AGF
Sistol

 Vladislav Delay: Kuopio

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.vladislavdelay.com

   

Vantaa
(2011, Raster-Noton/Kompakt R-N 136)

Da geht die Post ab - langsam zwar, aber dann doch. Sasu Ripattis gefühlt fünfzehnte Veröffentlichung in den letzten zwei Jahren präsentiert ihn mal wieder von seiner besten Seite. Besser als Luomo, AGF/Delay und Sistol - und natürlich vollkommen anders als sein Noise-Jazz-Quartett - ist nun sein Debüt auf Raster-Noton, das als Beginn einer langen Zusammenarbeit angepriesen wird. Wenn »VANTAA« die Richtung vorgibt, brauchen wir uns um die Qualität von Label und Künstler keine Sorgen zu machen.

Raus aus Berlin, mit Frau und Kind und Studio zurück ins Heimatland auf die einsame Insel, präsentiert Ripatti sein zehntes Delay-Soloalbum ebenso als Summe wie Neubeginn. Der Einstieg mit »Luotasi« bleibt noch vorsichtig, ziemlich ambient, aber spätestens bei den achteinhalb Minuten von »Lauma« wummert die extravagante Kreuzung aus Dub-Techno, Berlin-inspirierter IDM und Minimal-Post-Industrial (jaja), aus Geräusch und Rhythmus, dicht und effektvoll. Das ist unerwartet und grandios, nicht weniger. Eine Stunde lang gibt Delay den Altmeister, schichtet Formen, Energien und Assoziationen über- und ineinander, dass es eine helle Freude ist. Was so einfach und unauffällig daherkommt, erweist sich beim genauen Hinhören als komplexe organische Elektronica-Sinfonie. Der kann was, der Finne. Mehr davon! (ijb)



Siehe auch:
Uusitalo
Luomo
Mika Vainio

Audio-Link Video-Link



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