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Alle Rezensionen zu Pascal Pinon
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Sundur
(2016, Morr Music/Indigo Morr147)

Ein Album in sanften Blau-Grün-Tönen: Auf ihrem dritten Longplayer »SUNDUR« präsentieren sich die Zwillingsschwestern Jófríður und Ásthildur Ákadóttir als Neo-Romantikerinnen, Nachwuchs-Melusinen und versponnene Lo-Fi-Seelchen. Der tiefe, dunkle Ozean, das irrlichternde,empfindsame Piano und die zart hexenhafte Instrumentierung: Sie spielen die Hauptrolle in diesen Miniatur-Melodramen. Pascal Pinon, die das Album innerhalb von nur zwei Tagen aufgenommen haben, zeichnen Gefühle mit luftiger Hand. Lassen das Unheimliche sich seinen Weg durch dichte Nebelschwaden bahnen. Das sind Sounds für alle Dämmerstunden dieser Welt. Das Harmonium raunt dazu.

Mit »SUNDUR« verarbeiten die umtriebigen Schwestern (Jófríður ist auch noch bei den isländischen Elektronikpopstern Samaris aktiv, Ásthildur studiert klassisches Piano in Amsterdam) ihre räumliche Trennung: Seit der Geburt waren die Zwillinge niemals voneinander getrennt. Keine Frage: Die beiden jungen Frauen sind ein Stückchen erwachsener geworden. Gehen souverän mit der kargen, aber dennoch elaborierten Instrumentierung. Es knuspert und knipselt in diesem Songs, es wallt und es maunzt. Und in wunderfeinen Balladen wie »Babies« entsteht auf eigentümliche Weise eine leise Euphorie. Die lange nachwirkt. Was für ein stilles, geheimnisvolles Glück! (emv)



Siehe auch:
Samaris

 Pascal Pinon: Sundur

Video-Link Offizielle Website

Die CD »Sundur« war »CD des Monats« im Monat 8 / 2016.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Schön, dass die beiden faszinierenden Isländerinnen schon beim dritten Album angekommen sind. Ihre Musik wird stetig spannender, obwohl das so zart und simpel wirkt, was sie da tun. Ich muss mir die CD auf jeden Fall auch mal besorgen.
Ingo J. Biermann

Ja, die Zwillinge klingen versponnen und romantisch, als wohnten sie in einem verwunschenen Zauberwald, umgeben von Elfen und Schmetterlingen. Aber sie haben auch viele Ideen und kleine Tricks, das macht das Album richtig gut. Und natürlich sehr sehr charmant.
Tim Jonathan Kleinecke

Frische Musik, jung und ansprechend. Es ist immer wieder erstaunlich, was ein Land mit einer zahlenmäßig derart kleinen Bevölkerung an Talenten hervorbringt. Als Pop eine runde Sache. Dem Jazzer in mir fehlen allerdings die Ecken und Kanten.
Gerd Harthus

Bei mir rennen die beiden jungen Damen offene Türen ein. Wenn die Dämmerung einbricht, wächst solch sympathisch versponnene Musik fast bis in den Himmel. Eingängig und gleichzeitig skurril: Pascal Pino beweisen, dass kein Volk das so grandios beherrscht wie eben Island,
Peter Bickel

Offizielle Website      www.pascalpinon.blogspot.com

   

Twosomeness
(2013, Morr Music MORR121)

Die Songs auf dem zweiten Pascal-Pinon-Longplayer »TWOSOMENESS« hören sich fast wie fein gesponnenes Volksliedgut an, mit denen man Kinder in den Schlaf singen mag. Wenn nur diese die beunruhigenden Unterströmungen nicht wären! Die Zwillingsschwestern Jófrídur and Ásthildur bewegen sich weiterhin geschmeidig in einer sanften Lo-Fi-Popwelt, aber die Strukturen sind komplizierter und die emotionalen Befindlichkeiten vielschichtiger geworden. In diese vom Home-Recording-Charme geprägte Welt mag mitunter das latent Unheimliche in Form elektronischer Störgeräusche einziehen.

Gesungen wird teils auf isländisch, teils auf englisch. Die Zwillinge lassen hauchzarte Songgebilde entstehen und fühlen sich in ihrer Rolle als eigenwillige Nachwuchs-Feen hörbar wohl. Besonders innig wird es dann, wenn es wie in »Good And Bad Things« in Richtung Ballade geht. Produziert hat übrigens Alex Somers, der bereits mit Sigur-Rós-Sänger Jónsi gearbeitet hat. Kein Wunder also, dass die verträumt-vertrackte Gegenwelten entstehen!
(emv)



Siehe auch:
Sigur Rós

   

Pascal Pinon
(2010, Morr Music/Indigo morr101)

In den Sechziger Jahren kam die Popmusik auf, wie wir sie bis heute kennen und allgemein bevorzugen. Zugleich gab es aber auch von Anfang an eine dunkle Gegenströmung; beispielsweise Velvet Underground, die von Anfang an sowohl den Rock als auch die Popmusik gleichermaßen feierten wie subversiv unterwanderten. Lange Zeit gab es einerseits die sich verästelnden Strömungen des Populären und andererseits die des Alternativen, der Independents und des Avant-Sonstwas. Doch in den letzten Jahren, vielleicht seit Nirvana ist diese Trennung so abstrus durcheinander gekommen, dass man millionenschwere (und anti-innovative) Mainstream-Gruppen wie Placebo oder Coldplay so konsequent wie sinnlos unter »Alternative/Indie« einordnet, aber die hohe Schule der Avantgarde, etwa Scott Walker oder eben Velvet Underground komplett abwegig im »Pop«-Regal suchen muss. Velvet Underground, nicht ganz nebenbei bemerkt, waren auf ihren vier Alben extrem vielseitig und loteten stilistische wie inhaltliche Gegensätze aus wie bis heute nur äußerst wenige Rockbands. So gibt es unter vielem anderen die von der Schlagzeugerin Moe Tucker gesungenen Avant-Pop-Perlen, die später als Blaupause für komplette Bandkarrieren dienen durften, die der Moldy Peaches etwa.

Was kümmert uns das alles? Der Kategorisierungswahn führt dazu, dass mittlerweile immer wieder von einer paradoxen Kategorie namens »Indie-Pop« gesprochen wird, einem Widerspruch in sich. (Zum Glück hat es nicht zum „Indie-Mainstream« gereicht...) Und wenn nun diese drei oder vier (je nach Pressefoto) 14- bis 15-jährigen Mädels aus dem fernen Island mit Blockflöten, zarten Gitarren und Glockenspiel aus ihrem Jugendzimmer herauskommen und die genannte Moe-Tucker-LoFi-Stilistik wieder einmal aufgreifen und zu einem kleinen, netten Album von elf ebensolchen Stücken ausbreiten, fragt man sich, ob das nun dieser vielgenannte Indie-Pop sein soll. Ja, eigentlich ist das nicht der Rede wert, daher die ausufernde und zugegeben auch sinnlose Einführung. Es gibt halt nicht wirklich mehr zu sagen zu dieser Platte. Die Mädels sind bestimmt sehr sympathisch, sie tragen lustige altertümliche Kleider und blicken wie Küken vom Pressefoto in die große weite Welt hinaus. Aber die Musik... naja, okay, die ist auch ganz nett. Aber lasst uns doch lieber mal abwarten, ob da noch was kommt. (ijb)



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