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Alle Rezensionen zu 1982
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Pintura
(2010, Hubro/Grappa HUBRO CD2510)

Schon die Besetzung klingt ebenso skurril wie zauberhaft: Hardanger-Fiedel, Harmonium, Schlagzeug. Kommen dann noch die Namen hinzu (Nils Økland, Sigbjørn Apeland, Øyvind Skarbø) hat man eine Ahnung, was einen erwarten könnte. Das Album jedoch übertrifft diese Erwartungen nochmals.

"Improvisierte Kammermusik" nennen die drei ihre Musik, die hier unter ihrem Trio-Namen 1982 auftreten. Man könnte auch "Spontan-Folk" oder "Ambient-Jazz" dazu sagen, wirklich treffen können all diese Namen nicht. Der Sound ist tatsächlich unvergleichlich: Der ebenso zarte wie manchmal rachitisch röchelnde Sound des Harmoniums. Die ebenso vollen wie manchmal erschrocken zitternden Melodielinien der Fiedel. Raschelnde Drums, die manchmal wie Alltags-(Stör)geräusche von nebenan oder draußen vor dem Fenster klingen. Alles drei verbindet sich zu träumerischen, tastenden Improvisationen, die ebenso schnell in sich zusammenfallen wie zu plötzlicher Schönheit erblühen können.

Die Sensibilität, die diese zerbrechliche Musik von den Instrumentalisten verlangt, ist enorm. Gleichzeitig klingen die acht Tracks so ungeheuer sicher und ausgefeilt, als habe ein Komponist die Musik bis ins allerletzte zarte Detail ausformuliert. Eine wundervolle CD im Sinn des Wortes - voller kleiner Wunder. (sep)



Siehe auch:
Nils Økland
Sigbjørn Apeland
Berit Opheim Versto
Nils Økland & Sigbjørn Apeland

 1982: Pintura

Offizielle Website

Offizielle Website      www.1982trio.com

   

Chromola
(2017, Hubro/Grappa HUBROCD2558)

»CHROMOLA« markiert das zehnjährige Jubiläum des Trios 1982. Ihr erstes gemeinsames Konzert fand am 14. Februar 2007 beim Øyvind Jazzforum in Bergen statt. Zwei Jahre später erschien ihr unbetiteltes Debütalbum, damals noch bei NorCD, da Hubro gerade erst im Entstehen war. Seit »PINTURA« erschienen alle 1982-Platten bei Andreas Melands kleinem Label, und wie bislang jedes der vier Alben hat auch dieses einen ganz eigenen Charakter. Nach den beiden Werken mit Gästen kehren Skarbø, Økland und Apeland zum Trioformat zurück.

Der Unterschied zu beispielsweise »PINTURA« liegt in der schwebenderen, ambient-mäßigeren Grundstimmung; Skarbøs Schlagzeug ist kaum präsent - oder zumindest meist nur in atmosphärischer Weise. Da »CHROMOLA« diesmal in Bergener Sandvik-Kirche aufgenommen wurde, spielt Apeland fast durchgehend auf einer Kirchenorgel. Auch wenn Album Nummer 5 keineswegs revolutionär ist, so handelt es sich doch um 1982s beste, weil dichteste und anrührendste Platte seit dem Hubro-Debüt 2010. Schlicht, aber intensiv - und mit einem leichten Prog-Faktor. (ijb)

   

A/B
(2014, Hubro/Grappa HUBROCD2532/LP3532)

Das vierte Album des in Bergen angesiedelten Improv-Trios mit (Hardanger-)Geiger Økland, Harmonium-Spezialist Apeland und Schlaginstrumentalist Skarbø (Bly de Blyant) darf, nach dem Neo-Americana-Quartett mit BJ Cole, als ihr Vorstoß in zeitgenössische (Avantgarde-)Komposition verbucht werden. Dabei deutet der Albumtitel »A/B« darauf hin, dass nicht nur LP-Seiten gemeint sind, sondern gar zwei ziemlich unterschiedliche Stile.

Wie bisher tragen die Stücke auch hier keine Titel, sondern werden nur durch ihre Laufzeit angegeben. Das auf »Seite A« mit 18 Minuten längste Stück war ein Outtake der Sessions von »Pintura«, das der Komponist Stian Omenås um ein Arrangement für fünf Bläser (Fagott, Klarinette, Flöte, Tenorhorn und Posaune) erweiterte, so dass vom intuitiven Jazzgestus des Originals nicht mehr viel übrig bleibt, dafür aber die im Volksmusikalischen verankerte Musik von 1982 in einer Kammermusiksuite weitergeschrieben wird. Den »Rest«, d.h. die »B-Seite« des Albums bilden fünf recht kurze, wie gehabt im (daraufhin geschlossenen) Bergener Grieghallen-Studio eingespielte Trio-Nummern, die den Eindruck skizzenhafter Nachsätze vermitteln. Ein feines Zwischenwerk. (ijb)



Siehe auch:
Fredrik Ljungkvist & Atomic
Erik Johannesen
Esben Brandt Kvartet feat. Fredrik Ljungkvist
Bly de Blyant

   

1982 + BJ Cole
(2012, Hubro/Grappa HUBROCD2522/LP3522)

Eine höchst interessante Paarung kam hier zusammen, im Dezember 2011 in Bergen: Als wären 1982 nicht ohnehin ein aus ungewöhnlichen Kontrasten heraus agierendes Trio, luden sie für ihr drittes Album ausgerechnet den 65-jährigen englischen Pedal-Steel-Star BJ Cole ins Studio. Nicht alle werden Cole gleich zuordnen können, doch gehört hat ihn garantiert jeder schon; er war als Gast bei so vielen Größen der Rock- und Popmusik zugegen, dass eine Aufzählung die hier mögliche Zeichenanzahl überschreiten würde.

Für 1982 erweist sich diese Ausweitung zum Quartett als ebenso fruchtbares Projekt; Coles Instrument fügt sich zwischen Harmonium, Hardangergeige und Schlagzeug ein, als hätte es die Band nie anders gegeben. Und genau das kann man ebenso als Gewinn sehen wie gleichgültig betrachten. Diese improvisierte Folk Music eckt weniger an und ist nicht so komplex wie es bei der vorhergehenden, wunderbaren CD »Pintura« der Fall war, doch die klangliche Verschiebung zum Atmosphärisch-Getragenen bleibt über die recht kurze Laufzeit des Albums meist zu skizziert, um vollständig zu begeistern. Eine Vertiefung dieser musikalischen Ideen möchte man daher gern hören. (ijb)



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