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Alle Rezensionen zu Black Twig
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Paper Trees
(2012, Soliti SOL004)

Es ist alles eine Frage der Haltung: Wer selbstbewusst ist, der braucht nicht großmäulig aufzutrumpfen, um Eindruck zu hinterlassen. Black Twig aus Helsinki sind auf selbstverständliche Weise präsent, unaufgeregt und präzise. Das Quartett spielt auf seinem Debütalbum »PAPER TREES« in lässig-zärtlicher Weise noisigen 90er-Gitarren-Indierock, mit dezidierten Grenzüberschreitungen in Richtung poppige Leichtigkeit und ausgedehnten Ausflügen in psychedelisisch ausufernde Gegenwelten der Früh-70er. Sie tun dies, ohne je penetrant oder angestrengt zu wirken. Mit scheppernden Gitarren und cool-schlunzigen Vocals. Grenzgänger eben. Wie George Clooney in »From Dusk Till Dawn«.

Nur auf den ersten Blick klingen diese zehn Songs improvisiert-jammend. Reines Täuschungsmanöver! Diese Vier sind konzentriert und fokussiert bei der Sache. Lassen im hippiesk mäandernden Stückchen »Kouvola« nur kurzzeitig die Zügel los und versinken in repetitiven Klangmustern, bis die langen Haare flattern. Und nein, nein: Im Gegensatz zu vielen unseligen Retrobands geht der Blick von Black Twig eben nicht stur nach hinten, sondern neugierig nach vorne. Die Vier haben keine Scheu vor Zitaten, weil sie offen sind für alles, was des Weges kommt: Auf »What We Bring« werden sie sie geradezu balladig. Nur um im Sahnestückchen »Lake Song« das großstädtische Hipstertum unter dezent rückkopplenden Gitarreneinsatz aufblitzen zu lassen. (emv)

 Black Twig: Paper Trees

Offizielle Website

Offizielle Website      www.blacktwigmusic.com/

   

Blaze On A Plain
(2016, Soliti Soliti049)

Man kann sich auch in Orte verlieben. »BLAZE ON A PLAIN«, das dritte Black-Twig-Album, lässt sich von der Landschaft zwischen Roihupelto und Roihuvuori inspirieren, wo das Album Ende 2015 entstanden ist. Schenkt man Google Earth Glauben, handelt es sich hier um ruhige, grüne Vorstädte der Hauptstadt Helsinki, umgeben von Wald und Meer. Sehr finnisch eben! Was sofort auffällt: Trotz allen Gitarrengescheppers hat bei Black Twig eine neue Leichtigkeit Einzug gehalten. Songs wie das sehr poppige »Never Gonna Learn« kommen heiter und fast schon übermütig daher. Mitunter fühlt man sich hier an die schlunzigen Spielkinder The Rollstons errinnert, die Altmeister der finnischen Popszene.

Und schau an, in psychedelisch angehauchten Songs wie dem erzcoolen und tiefenentspannten »Gods« heben Black Twig zu manischen Gitarrensounds in lichte Höhen ab. Die Himmel über Roihupelto müssen sehr blau sein! Das Lärmen haben die Vier, die »BLAZE ON A PLAIN« übrigens als ihr bisher gelungenstes Gemeinschaftswerk bezeichnen, natürlich nicht verlernt. Fun Fact: Das nahegelegene Provinzstädtchen Hyvinkää muss wirklich etwas haben, denn Black Twig sind nach den Kollegen von Sister Flo bereits die zweite finnische Band, die dem Örtchen einen Song widmen! (emv)



Siehe auch:
The Rollstons
Sister Flo

   

Heliogram
(2014, Soliti SOL021)

Gefühlvoller scheppern mit Black Twig: Die vier Nachwuchskräfte aus Helsinki haben auf ihrem zweiten Album »HELIOGRAM« ihre Mélange zwischen noisigem Gitarrenlärm und popaffiner Sensibilität noch verfeinert. Zelebrieren sozusagen Garagenpop! Den Finnen geht es darum, Momente flüchtiger Schönheit festzuhalten, diese aber durchaus in verzerrte und verschwommene Klampfenklänge einzuhüllen. Gefühl und Härte also! Black Twig flirten mitunter verhalten mit psychedelischen Endlosschleifen, tun das aber immer mit leichter Hand. Kennen keine Berührungsängste vor hellen Klangfarben: Im feinen Track »Pastel Blue« laufen all diese Einflüsse wie Wasserfarben farbenfroh ineinander!

Die Vier haben streifen sich in Songs wie »She´s Still My Friend« die lässige Schlunzigkeit des US-90ies-Collegerocks über, aber befreien diese sorgsam von burschikoser Hemdsärmeligkeit. Diese Jungs wissen genau, was sie tun! Haben mit straßenköteriger Bellerei nichts zu tun. Sondern sind die klugen urbanen Nachtschwärmer, die geschmeidig in Turnschuhen durch die Metropole navigieren, ohne sich wirklich fassen zu lassen. Dafür aber warten Tracks wie »Floors« mit einer verhaltenen Euphorie auf, die nie zu sehr ausufert. Cool, das, sehr cool! (emv)



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