Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu The Migrant
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Amerika
(2012, Divine Records/Broken Silence)

Eine Klampfe. Eine Stimme. Und eine große Lust am Sich-Treiben-Lassen. In den endlosen Weiten eines Staates, der einmal als Land der unbegrenzten Möglichkeiten galt. Bjarke Bendtsen begibt sich sich auf seinem zweiten Soloalbum so wie Simon & Garfunkel auf die Suche nach Amerika. Und liefert schimmernde, nur auf den ersten Blick bescheiden daherkommende Momentaufnahmen einer Bildungsreise ins lebendig pochende Herz eines Kontinents ab, auf das er auf seinen Herumstromereien mit der Gitarre vielleicht einen flüchtigen Blick erhaschen konnte. Der ehemalige Sänger der dänischen Band The Elephants, der stimmlich der verschollene kleine Bruder von Thom Yorke sein könnte, beruft sich dezent auf die reiche Folkpop-Tradition der USA. Mit einer großen Betonung auf Pop. Entstanden sind die Aufnahmen in Fort Worth in Texas, im Heimstudio von Co-Produzent James Talambas. Dem es gelingt, eine spröde funkenkelnde Lagerfeuer-Atmosphäre entstehen zu lassen.

Bendtsen bleibt auf »AMERIKA« nicht bei beseelter, introvertierter Klampferei stehen. Entwickelt Tiefe und selbstbewusste Melancholie wie im schweren Schritts daherkommenden Song »Hurricane«. Arrangiert fein und tiefgründig. Lädt seine Bläser-Freunde ein, um eine Stimmung trauriger Euphorie entstehen zu lassen. Baut im sich vielleicht schönsten Song des Albums, nämlich »2811 California Street« gekonnt große Spannungsbögen auf und lässt den großen Pop triumphierend in seine Hobo-Welt einziehen. (emv)



Siehe auch:
The Elephants

The Migrant: Amerika

Offizielle Website

Offizielle Website      www.themigrant.net

   

Flood
(2015, Devil Duck Records/Indigo)

Das Leben eines Hobos: Bjarke Berndtsen alias The Migrant ist im texanischen Austin und im regnerischen Kopenhagen gleichermaßen zuhause. Auf seinem dritten Album »FLOOD« bewegt sich der dänische Singer-Songwriter erneut auf den weiten Weiden der großen US-Countrytradition. Klampfe, Einsamkeit und endlose Weiten. Wer nun glaubt, «gähn, diese jaulenden Gitarrenheinze gibt´s doch tausendfach«, der denkt zu kurz. Denn Berndstsen gehört zu den Musikern, die auch nach links und rechts schauen: Er flirtet mit dem Blues, experimentiert sanft mit Psychedelik-Klängen, überrascht mit rockigen Ausflügen und bleibt sich mit seinen herzerwärmenden Songs trotzdem selbst treu. Von wegen langweiliger Nöler! Der Mann ist ein bärtiger Troubadour!

Und noch etwas ist hier anders: Das Album wurde unter Live-Bedingungen eingespielt: In einer Hütte, wie es sich für klassischer Liedermacher gehört und natürlich mit der bewährten Begleitband, mit der The Migrant seit Jahren zusammenarbeitet. Das intime, intensive Klangerlebnis macht deutlich, warum der Däne in der Vergangenheit bereits Genregrößen wie Villagers und Dry The River supported hat. (emv)

Video-Link

   

Beads
(2013, Divine Records/Broken Silence)

Ich lasse mir das Träumen nicht verbieten! Bjarke Berndtsen, der kreative Kopf hinter The Migrant, ist seinem Motto auf dem dritten Album »BEADS« konsequent treu geblieben. Inszeniert fein hausgemachte Melodramen des Alltags, die zwischen sanfter Euphorie und verhaltenem Weltschmerz oszillieren. The Migrant verorten sich zwar weiterhin mit beiden Füßen im grünen Grenzgebiet zwischen Americana-Folkpop und hieppiesken Psychedelik-Welten, aber holen hörbar zur größeren Geste aus. Die Instrumentierung ist ausladender geworden: Ukule, Mandoline, Violine oder indische Instrumente wie Dilruba setzen Berndtsens Klampfe in Szene.

Fast scheint es, als sei der bärtige dänische Zausel hier thematisch mit Songs wie »Amsterdam« vom Wald- zum Stadtschrat mutiert, was durchaus von Vorteil ist. Aber grundsätzlich geht es hier immer noch um die bewusstseinserweiternde Erfahrung des Reisens und die unbedingte Notwendigkeit des Sich-Treiben-Lassens. Berndtsen ist ein Freund der gepflegten Verlangsamung, was ihn in temperamentvolleren Tracks wie »Nuts« nicht davon abhält, zwischendurch in verspielte Begeisterungsstürme auszubrechen. Da pfeifen wir doch vergnügt mit! Und wärmen uns mit The Migrant an den knisternden Flammen eines urbanen Lagerfeuers. (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel