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Alle Rezensionen zu Needlepoint
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Outside the Screen
(2012, BJK Music/Musikkoperatørene BJKCD103)

Bjørn Klakegg macht ja einiges durch. Von seinen akustisch-entspannten Country-Jazz-Alben unter eigenem Namen führte der Weg mit dem Needlepoint-Debüt durch eine teils ekstatische Jazzrock-Sause nun zu diesem nun eher pop- als rockbetonten Zweitling, auf dem sich die Band zum Quartett erweitert. David Wallumrød ist neu dabei und bereichert das zuletzt eher unsanfte Live-Klangbild um wunderbar vielseitiges Tastenspiel, mit Hammond-Orgel, Fender, Clavinet, Klavier - und Autoharp. Aber auch Bassist Nikolai Hængsle Eilertsen probiert Soundeffekte aus mit Wah-Wah und Moog Taurus. Dagegen bleibt ausgerechnet der sonst so markante Thomas Strønen diesmal mit seinen Drums oft souverän im Hintergrund – wenn es nicht gerade kraftvoll zur Sache geht.

Doch die entscheidende, unerwartete Neuerung: Songwriter und Bandchef Bjørn Klakegg singt nun auch. Toll, wenn man sich mit Anfang 50 noch einmal neu erfindet und sein Spektrum erweitert. Offenkundig frönt Klakegg hier seiner Liebe für die besseren (d.h. geschmackssicheren) Tage des gerade noch in gesundem Maße poppigen Progressive Rock. Sein – genremäßig gleichwohl ganz adäquat – etwas dünner, naja sagen wir zarter Gesang wird die Gemüter spalten, doch wer Bock auf diese Mucke hat, geht auch noch diesen Schritt mit. (ijb)



Siehe auch:
Food
Knut Reiersrud
The Living Room
Parish

 Needlepoint: Outside the Screen

   

Aimless Mary
(2015, BJK Music)

Wir schnallen uns an und gehen auf Zeitreise. Landen in den frühen 70er Jahren, den großen Zeiten des sanften und experimentierfreudigen britischen Progressive Rock. Könnte sein, dass wir uns unvermutet im Land von Grau und Pink wiederfinden, dem die unvergessenen britischen Caravan ein musikalisches Denkmal gesetzt haben. Needlepoint-Mastermind Bjørn Klakegg und seine exzellent aufgelegten Mitstreiter jammen auf ihrem dritten Album »AIMLESS MARY« so tiefenentspannt, dass es eine Freude ist. Auf dem mit Katzenpfoten daherkommenden Titelstück feiern die Vier das einfache Leben. Und setzen einer schrulligen Außenseiterin ein musikalisches Denkmal. Wunderbar retro ist das, und irgendwie wieder sehr aktuell!

Dass Needlepoint vom Jazz kommen, das ist unverkennbar. Die temperamentvollen Improvisationen der fetten Hammondorgel im ausufernden Track »Fear« machen viel Lust, das lange Hippie-Haupthaar zu schwingen. Der Achtminüter »Soaring« entpuppt sich als überraschende Abenteuerfahrt zwischen den Stilen, wilde Tempowechsel inklusive. Gelassensein. Sich Zeit nehmen, um die eigenen Hörgewohnheiten zu schärfen. Die guten alten Progressive-Zeiten sind heute aktueller denn je. Needlepoint erinnern uns mit behutsamer Aktualität daran. (emv)

   

The Woods are not what they seem
(2010, BJK Music/Musikkoperatørene BJKCD102)

Das norwegische Trio Needlepoint ist Bjørn Klakeggs neues Projekt, nach einigen entspannten Folk- und Americana-beseelten Alben in eigenem Namen, Jazzgruppen wie 4G oder Out to Lunch, sowie zuletzt Sideman-Aktivitäten bei Vidar Johansen, Terje Gewelt und Hanne Hukkelberg. Des Gitarristen neue Partner sind Bassist Nikolai Hængsle Eilertsen und Drummer Thomas Strønen, mit denen er sich, erwähnte Genreeinflüsse im Hinterkopf, in eine recht »unmoderne« Spielart von rock-inspiriertem Jazz oder jazz-inspiriertem Rock (wer weiß das schon so genau?) vertieft, rein instrumental und aus Jam-Sessions geboren.

Beginnend mit zwei noch recht entspannt bluesigen Rocknummern, entwickeln Needlepoint acht Songs, denen Strønen und Eilertsen ein dichtes Rhythmusfundament bilden, worüber Klakegg seine Gitarre erzählen lässt, als wäre er ein Enkel John Lee Hookers. Die Live-im-Studio-Qualität der Aufnahmen gipfelt im wilden, 13 Minuten langen »Drift«, das Funk, Jazz und Blues gleichermaßen in einer epischen Rocknummer verschmilzt. Klakegg beweist sich als Gitarrist mit eigenem Klang, dem man nach wie vor gerne das Ohr leiht, wenn er auch ohne allzu einprägsame Songs und Melodien seinen Weg weiter geht. (ijb)



Siehe auch:
Bjørn Klakegg
Thomas Strønen
BigBang
Nikolai Hængsle Eilertsen / Elephant9



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