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Alle Rezensionen zu Alamaailman Vasarat
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

Käärmelautakunta
(2003, Silence Records/Bonnier SLC 014)

»Wir sind eine finnische Band«, schreiben mir Alamaailman Vasarat, »die punkige Brazz-Musik für Geheimagenten spielen. Oder koscheren Kebab-Jazz. Oder von Metal beeinflusste Filmmusiken.« Ach, ich solle doch einfach zu hören, dann würde ich schon sehen. Und dann lassen sie mich damit allein.

Gesagt, getan, und schon verstehe ich die Jungs um den Saxophonisten Jarno Sarkula. Jede Eingrenzung ihres Treibens in eine Schublade wäre in der Tat eine unzulässige Verkürzung. Wenn man auch nicht aufhören kann, irgendwie Bezugspunkte zu dem zu suchen, was man eben kennt und damit im Griff zu haben glaubt. Es ist schlicht die ungeheuere Kraft, die aus den neun Stücken strömt, die einen sprachlos macht (passenderweise wird auch nicht gesungen).
Eben noch agieren die zwei Celli wie schwerste E-Gitarren, dann wieder eröffnen die Blasinstrumente eine tieftraurige Weise, wie man sie von Roma- und Sinti-Beerdigungen erwartet. Im nächsten Moment schleppt sich eine Elegie verstört dahin, worauf eine angejazzte Großstadtmelodie folgt – eindringlichste Momente halt aus dem Leben einer finnischen Band. (frk)



Siehe auch:
Charon
Höyry-kone
Verschiedene: Tervetuloa Kioskiin Vol.3

 Alamaailman Vasarat: Käärmelautakunta

Offizielle Website

Offizielle Website      www.vasarat.com

   

Valta
(2012, Lasergun Records/Nordic Notes NN046)

Etwas heller klingt alles auf den ersten Blick: Statt Posaune (schade eigentlich!) ertönt eine Trompete (Jarkko Niemelä, auch Althorn). Ansonsten hat sich nicht viel verändert? Langsam, und lieber noch öfter hören: »Valta« bedeutet »Reich«, vielleicht ist damit zu erklären, warum diese CD gelegentlich nach Österreich-Ungarn klingt.

Die Hämmer donnern immer noch mit Vorliebe balkanisch angehauchte Waisen in Höllentempo durch die Nacht, bis die beiden Celli samt Drums mit Metal die Macht übernehmen. Ihr vogelwilder Stilmix führt über TexMex-artige Leichtigkeit in Klezmer (»Hajakas«), sie spielen genial mit allen ihnen möglichen Klängen (die verzerrten Celli – ein Ton gewordener Wahnsinn!) und machen sprachlos mit ihrer Virtuosität. »Luu Messingillä« wird so fast zur Essenz des AV-Schaffens. Die Metal-lastigen Stücke überzeugen auch (»Norsuvaljakko«), außerdem überraschen sie mit fast Western-artigen Soundtrack-tauglichen Oden. All das hat Kraft und Klasse. (tjk)

   

Huuro Kolkko
(2009, Nordic Notes/Broken Silence NN027)

Angeblich war »HUURO KOLKKO« ein völlig vergessener finnischer Forscher, Abenteurer und Insektensammler (auf dem Cover einer seiner Insektenkästen), der sich viel in Afrika aufhielt und während des ersten Weltkriegs in Marokko verschwand. Dessen Lebensgeschichte und Aufzeichnungen haben sich die Hämmer der Unterwelt angenommen und aus diesen Inspirationen ein Konzeptalbum erschaffen.

Das bisher schon beeindruckende Klanguniversum wird durch das Tubax, ein Kontrabass-Saxophon, und das Theremin erweitert; musikalisch verzichten Alamaailman Vasarat im Vergleich zu früheren Alben auf allzu schräge Avantgardismen, werden dafür manchmal düsterer, swingen sogar hier und da und geben nicht mehr ständig Vollgas. Gut so, denn dass Huuro Kolkko seine Käfer und Mücken unter Ohren betäubendem Cello-, Sax- und Posaunengetöse in die Schachtel gespießt hätte, mag man sich kaum vorstellen. (tjk)

   

Maahan
(2007, Nordic Notes/Broken Silence NN011)

Auf der Leinwand flackert ein osteuropäischer Frankenstein-Stummfilm von 1918. Verfolgungsjagd im ruckelnden Schnellvorlauf. Das Saxophon treibt die Szene voran, die Celli stolpern vor sich hin, die Tuba ist der kollektiven Trunksucht anheim gefallen, und die Pump Organ weiß schon gar nicht mehr, wo oben, wo unten ist. Ein einziges Durcheinander!

Was merkwürdig klingt, bewahrheitet sich aber als noch abstruser. Alamaailman Vasarat (»Die Hämmer der Unterwelt«) bewegen sich auf ihrem eigenen Schlachtfeld zwischen Weltkriegspathos, mundfauler Klezmer-Musik, lustiger Zirkusakrobatik und überdrehter Polka in Moll. Ausufernd, rastlos oder bedrohlich. Das Herz der Freunde des Abseitigen übt sich hier im Hochtonschlagen. (maw)

   

Vasaraasia
(2000, Silence Records/Nordic Notes SLC 012)

»Kebab Tai Henki« anstatt Geld oder Leben also fordern Alamaailman Vasarat, und der überwältigte Hörer kann sich nur ergeben: Egal, aber spielt weiter! Und sollte noch mal jemand behaupten, man bräuchte für knackige Power Gitarre und Bass: Hier ist der Gegenbeweis.

Kaum eine Band auf der Welt verbindet Ethno, Klezmer, Punk, Jazz, Metal, Tango und was noch alles so geschickt und mit einer solchen Power wie die »Hämmer der Unterwelt«, aber sie haben ja auch ein VASARAASIA, ein »Hammerding«! Ja, dann ist ja alles klar: Die Mischung aus knackigen Bläsern (Sopransax und Posaune, gelegentlich sogar Didgeridoo), verzerrtem Cello und Harmonium plus energischen Drums genügt allemal, um den unbedarften Hörer vom Planeten in eine Umlaufbahn der Unterwelt-Begeisterung zu hämmern. (tjk)



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