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Alle Rezensionen zu Johanna Elina
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Our Garden
(2012, Divine Records/Broken Silence)

Wenn die Sache so einfach wäre. Wenn sich Johanna Elina einfach unter der Rubrik »interessante neue Jazz-Vokalistin« einordnen ließe. Aber es ist vertrackter. Denn die finnische Sängerin bleibt auf ihrem Debütalbum »OUR GARDEN« nicht brav in der jazzigen Ecke stehen. Sondern sucht das Abenteuer. Wagt sich mit »Dream Of A Family« auf scheinbar brav-folkiges Terrain mit naivem Unterton vor. Aber die vertrauten Dinge verändern hier fast unmerklich ihre Konturen. Oder die Chanteuse schlendert im Zweieinhalb-Minüter »How Can You Resist Love« zunächst ins ins Balladige hinüber, nur um dann kopfüber ins klassische Filmmusical zu springen.

Nach eigenwilliger Leichtigkeit steht ihr nur zwischenzeitlich der Sinn. Rasch kippt die Stimmung wieder. »He´s gone. He´a left you all alone. All mistakes are done. And you´re going nowhere.« Präziser er als in »Mistakes« lässt sich das Zerbrechen einer Beziehung wohl nicht beschreiben. Das sehr schräge »Strange Shore« mit den taumelnden Bläsern ist der heimliche emotionale Höhepunkt des Albums.

Johanna Elina, die heute in Kopenhagen lebt, hat für ihr erstes Album hochkarätige musikalische Mistreiter vornehmlich aus den skandinavischen Ländern gefunden, die ihre selbstbewusste Altstimme dezent in den Fokus rücken. Gekonnt spielt sie die Tatsache herunter, dass es sich hier um ein sehr schlaues Album handelt. Braucht sie nicht, das merken wir auch so! (emv)

Johanna Elina: Our Garden

Offizielle Website

Offizielle Website      www.johannaelina.com

   

Belonging
(2016, Danish Music & Entertainment/Membran)

Durch diese Songs flattern kleine schwarze Vögel. Mitunter klingen diese beunruhigenden Sounds so, als ob ein Kind im Dunkeln tapfer gegen seine Angst ansingt. Johanna Elina macht es sich und uns auf ihrem zweiten Album »BELONGING« nicht einfach. Das sind keine leicht verdaulichen Songs. Sondern Grenzgänger-Klänge zwischen Weirdop, experimentellem Jazz und eigensinnigem Kunstlied. Die Dinge entschleunigen sich, wenn die finnische Sängerin mit der markanten Altstimme den Abstieg in komplizierte Gefühlswelten wagt. Es geht um Geburt, Krankheit und Tod. Um Depression, Schreibblockaden und Verlorenheit. Aber keine Angst: »BELONGING« ist kein düsteres Album geworden. Sondern eines, das sich auf poetische Weise mit schwierigen Themen auseinandersetzt und ihnen auf diese Weise die Schwere nimmt.

Johanna Elina interpretiert verschrobene Balladen wie »Little Things« ebenso überzeugend wie vertrackte Stücke voller elektronischer Störgeräusche wie »He Would«. Immer wieder irrlichtert eine ferne Kirchenorgel durch diese spröden Soundlandschaften und erzeugt einen Nachhall sakraler Traditionen. Dass dass Album im legendären Sundlaugin-Studio von Sigur Rós in Reykajvík aufgenommen wurde und Soundtüftler Birgir Jón Birgisson mit Rat und Tat zur Seite stand, das ist deutlich zu hören. Mag schon sein, dass garstige Elfen bei den Aufnahmen Pate standen. Entstanden sind Songs zwischen Traum und Nachtmahr, die sich eigenwillig jeder vorschnellen Verortung entziehen. (emv)



Siehe auch:
Sigur Rós



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