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Alle Rezensionen zu Rebekka Karijord
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

We Become Ourselves
(2012, Control Freak Kitten Records/Sony Music CFK010)

Die Norwegerin, die offiziell bisher vor allem als »Rebekka« in Erscheinung trat, fiel uns schon öfter positiv auf. Bisherige CDs wie zum Beispiel »NEOPHYTE« oder »GOOD OR GOODBYE« begeisterten durch Experimentierfreude und Soundvielfalt; »WE BECOME OURSELVES« stellt ihre alten Aufnahmen allerdings noch weit in den Schatten. Denn Rebekka Karijord präsentiert sich nun wesentlich eingängiger und schafft es dadurch, eher im Pop-Regal zu landen als bei der Avantgarde. Aber das ist natürlich nicht das wichtigste Argument für diese CD: Die Sängerin, Komponistin und Schauspielerin schafft es vielmehr, ihre faszinierende Vorliebe für Mystik so auszuleben, dass wir ihr wie gebannt an den Lippen hängen und beschließen, fortan nur noch in der Nacht zu leben, um ihre Musik adäquat goutieren zu können.

Vor allem ihr Spektrum verblüfft: Melancholisch verträumt und dann wieder mit wuchtiger Energie, kurz darauf in die Düsternis absinkend und gleichzeitig in raffinierten Soundscapes schwelgend erinnert Rebekka an die besten Zeiten von Kate Bush, Tori Amos, Björk oder an unsere allseits geliebte Karin Dreijer Andersson alias Fever Ray. Die Nordnorwegerin arrangiert noch dazu immer den Songs angemessen und übertreibt nie - was bei dieser Musik nahe läge - die Wahl der Mittel. Last but not least überzeugen auch ihre Videos mit bildgewaltiger Umsetzung der musikalischen Motive, so dass ich diese CD schon jetzt beiseite lege für meine Kandidaten des Jahres. (peb)



Siehe auch:
Rebekka & The Mysterybox
Fever Ray
Agnes Obel
Björk

Rebekka Karijord: We Become Ourselves

Offizielle Website

Die CD »We Become Ourselves« war »CD des Monats« im Monat 10 / 2012.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Top, schöne Platte, volle Zustimmung! Ich kannte sie bisher nicht. Da ist mir offenbar was entgangen. Und als Kandidatin für die Jahresbestenliste merke auch ich sie vor. Allein im letzten Drittel schwächelt die CD ein wenig. Und jetzt schaue ich mir mal die Videos an!
Ingo J. Biermann

Eva-Maria, das Bild mit dem Unterholz triffts genau. Davon gibt's ja in Norwegen auch reichlich. Dass das Fräulein das Potential hat, sich von hohem Niveau aus noch weiter zu steigern, dass ließen die Vorgängerplatten schon hoffen. Und: Hoffnung erfüllt.
Sebastian Pantel

Ja! Anmutig verschurbelt und intelligent geheimnisvoll. Bisweilen auf unpeinliche Weise fast altmodisch feierlich und dann wieder auf hippe Weise experimentell. Ohne dabei an poppiger Leichtigkeit einzubüßen. Schöne Scheibe, um sich abseits der ausgetrenene Wege angenehm im Unterholz zu verlaufen.
Eva-Maria Vochazer

Emotional kann mich Rebekka nicht so recht erwärmen, darum teile ich die allgemeine Begeisterung nicht ganz und gar. Allerdings ist das wirklich blitzgescheit und abwechslungsreich, Eva-Marias Worte bringen es auf den Punkt.
Tim Jonathan Kleinecke

Offizielle Website      http://rebekkakarijord.com

   

Mother Tongue
(2017, Control Freak Kitten Records/Cargo)

Kompliziert ist besser: Denn einfache Geschichten sind die Ausnahme! »MOTHER TONGUE«, das dritte Album der norwegischen Pop-Grenzgängerin Rebekka Karijord, ist ein überaus komplexes Album über Mutterschaft geworden. Wer einen roten Faden sucht, wird vor allem auf widersprüchliche Gefühle stoßen: Denn Karijord verarbeitet ihre Erfahrungen mit der Frühgeburt ihrer Tochter, mit den angstvollen Monaten im Krankenhaus und der Abhängigkeit des winzigen Säuglings von der Gerätemedizin. Und thematisiert ihre körperlichen und emotionalen Veränderungen nach der Geburt.

Mitunter muss man hier an das bahnbrechende Album »BLOOD BITCH« von Karijords Landsfrau Jenny Hval denken, die sich experimentell mit einer anderen rein weiblichen Erfahrung auseinandersetzt: Der Menstruation. Und so ist »MOTHER TONGUE« auch ein ungewöhnlicher musikalischer Essay über das Frausein im postfaktischen Zeitalter. Rebekka Karijord stellt sich bewusst zwischen die Stühle: Eine eigenwillige, angefolkte Ballade wie »Waimanolo« trägt den Hauch des Geheimnisvollen in sich. Die Musikerin erkundet Neuland, indem sie akustische Instrumente wie elektronische Elemente einsetzt. Das klingt im Ergebnis beunruhigend magisch, wie im schwebenden Track »Wear It Like A Crown«. Tribales Schlagwerk, das an die Sami-Kultur erinnert: Auch davor kennt die Musikerin keine Berührungsängste. Zwischen den Zeilen klingt durch: Muttersein ist keine mystische Naturerfahrung: Sondern so kompliziert und aufregend wie das Leben selbst. (emv)



Siehe auch:
Jenny Hval

   

Music for Film and Theatre
(2013, Control Freak Kitten Records/Cargo CFK018)

Nach ihrem wunderbaren Erfolgsalbum »WE BECOME OURSELVES« legt Rebekka Karijord eine kleine Zäsur ein und veröffentlicht, wie der Titel schon sagt, eine Auswahl ihrer zwischen 2007 und 2013 entstandenen Stücke für Film- und Theaterproduktionen. So schön die Auslese auch spielt und, trotz Herkunft aus etwa zehn verschiedenen Projekten, fast mit dem Bogen eines »normalen« Albums punktet: Nicht selten dringt allzu markant durch, welche Filmmusiken während der Entstehung als Temp-Tracks herhalten mussten. Gleich zu Anfang wähnt man sich beispielsweise in Clint Mansells »Requiem for a Dream«, andernorts klingen Karijords Streicher wie Jóhann Jóhannsson oder ihr Piano arg nach Yann Tiersens »Amelie« — und so gibt es noch eine Reihe weiterer Déja-Vu-Momente.

Das ist nett, doch auch ein wenig schade, denn die Komponistin hat bislang bewiesen, dass sie mehr auf dem Kasten hat. Offenkundig beugte sie sich hier den Wünschen ihrer Regisseurinnen — bei einer Auftragsarbeit ehrenwert, hinterlässt es jedoch auf dieser CD, die ebenso als homogenes eigenes Album wie (vermutlich auch) als Visitenkarte für zukünftige Aufträge gemeint ist, einen negativen Beigeschmack. (ijb)



Siehe auch:
Jóhann Jóhannsson
Jarle Bernhoft
Sjur Miljeteig

   

Neophyte
(2003, Kirkelig Kulturverksted/Musikkoperatørene FXCD 268)

Die auf den Lofoten aufgewachsene Rebekka Karijord wurde in eine schwedische Künstlerfamilie hineingeboren: Bis zu ihrer Volljährigkeit zog sie 17mal um, ihren ersten Song komponierte sie mit 3 Jahren, und mit acht nahm sie ihr erstes Demo-Band auf. Da ihr die künstlerische Kontrolle enorm wichtig ist, komponiert und arrangiert die wie eine Lichtfee übers Cover huschende Performerin am liebsten allein, mit dem Computer.

Ihr Debüt wollte sie wie Explosion klingen, und das tut es im übertragenen Sinn auch: Die verschiedenen Streicher, die surreal-elektronischen Loops und ihre kräftig raumgreifende Stimme schwimmen auf einer stilistischen Wellenlänge wie derzeit Björk, nur vielleicht noch mutiger, stilistisch radikaler und jugendlich expressiver. Mit der hat sie allerdings stimmlich weniger gemein als vielmehr mit Tori Amos und Sinead O’Connor. (peb)



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