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Alle Rezensionen zu Ásgeir Trausti
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Dýrð í dauðaþögn
(2012, Sena)

Wenn Ásgeir Trausti lächelt, dann höchstens verhalten. Der 20jährige isländische Singer-Songwriter entdeckt auf seinem Debütalbum »Dýrð í dauðaþögn« (übersetzt etwa: Die Herrlichkeit der Todesstille) die Leichtigkeit in der Zurückhaltung. Und die Kunst des mühelosen Flirrens zwischen den Stilen. Den Part des gutmenschigen Klampfer-Barden will der klassisch aussgebildete Gitarrist partout nicht geben und spielt auf dem rein auf Isländisch gesungenen Album unaufdringlich mit elektronischen Subelementen, wie es James Blake nicht besser könnte. Wechselt in Songs wie »Leyndarmá« immer wieder hinüber ins Poplager, mit komplexen Arrangements, Piano und Bläser inklusive. Doch die Grundhaltung der Songs ist unmittelbar und handgemacht, dabei auf unaufdringliche Art entspannt und vielschichtig. Dass einfaches Geschichtenerzählen eine komplexe Sache ist, hat Trausti offenkundig bei seinem musikalischen Vorbild Bon Iver studiert. Mit heller Stimme sinniert er über Gefühlszustände, die sich nicht nach simplem Schema erklären lassen.

Unvorhergesehene Ereignisse als Chance begreifen und sich dabei Unterstützung von der Familie holen. Ásgeir Trausti strebte bis vor kurzem eine Sportlerkarriere als Speerwerfer an, bis ihn eine Verletzung zurückwarf. Die Lyrics zum Album steuerte größtenteils sein Vater Einar Georg Einarsson bei, ein bekannter isländischer Dichter. Bei der Instrumentierung half der große Bruder Þorsteinn Einarsson, Gitarrist und Sänger der Reggae-Legenden Hjálmar. Entstanden ist ein Album, das sich auf anregende Weise nicht greifen lässt. Luftig und offen daherkommt. Durch das eine leichte Trauer ebenso schwingt wie eine zurückgenommene Euphorie. Dabei steht es dem Jungspund durchaus gut zu Gesicht, wenn er in Songs wie dem großartigen »Heimförin« mit mächtiger Instrumentierung zur großen Geste ausholt. (emv)



Siehe auch:
Hjálmar


Zu den aktuellen Tourterminen von Ásgeir Trausti

Ásgeir Trausti:  	Dýrð í dauðaþögn

Offizielle Website

Die CD » Dýrð í dauðaþögn« war »CD des Monats« im Monat 11 / 2012.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Mir gefällt dieses Debut auch ausgesprochen gut. Wie er musikalisch Leichtigkeit mit Tiefgang verbindet, alles in abwechslungsreiche und kreative Arrangements packt - das hat was, und zeigt eine erstaunliche Reife. Weiter so!
Tim Jonathan Kleinecke

Tim, da kann ich mich nur anschließen! unbedingt weiter so! Ganz schön weit für sein Alter, der Bursche. Bleibt nur noch zu hoffen, dass er das Speerwerfen dauerhaft aufgegeben hat!
Leif Haugjord

Bon Iver war ein gutes Stichwort. Die ganze Zeit habe ich schon überlegt, woran mich diese Stimme denken lässt. Auch an den Pop-Reichtum von Helgi Jonsson oder die soulige Tiefe von Thomas Dybdahl erinnert dieses CD-Kleinod. Hat mir auf Anhieb gefallen!
Peter Bickel

Hmja, mich hat der junge Mann nicht auf Anhieb überzeugt, und ich muss gestehen, dass mich der derzeitig grassierende Bon-Iver-Wahn auch zunehmend irritiert. Dennoch: Island 10 Points. Beim nächsten Mal dann vielleicht 12, wer weiß...
Ingo J. Biermann

Offizielle Website      www.facebook.com/asgeirtrausti

   

In The Silence
(2013, One Little Indian/Rough Trade)

Auf Island er ist der knapp 20jährige Singer-Songwriter Ásgeir bereits ein Superstar: Dort besitzt jeder dritte Insulaner das Debütalbum des Jungspunds. Da die isländische Sprache für den Rest der Welt mitunter sperrig daherkommt, erscheint unter dem Titel »IN THE SILENCE« nun die englischsprachige Version der Songs. Die Übersetzungen hat Musikerkollege John Grant besorgt. Damit könnte Ásgeir auch den Rest der Welt von sich überzeugen. Den Part des gutmenschigen Klampfen-Barden will der klassisch ausgebildete Gitarrist partout nicht geben und spielt dezent mit elektronischen Subelementen, wie es James Blake nicht besser könnte. Wechselt mitunter hinüber ins Poplager, mit ausgefeilten Arrangements, Piano und Bläsern. Das kommt sehr direkt und handgemacht daher, ist dabei entspannt und vielschichtig. Dass einfaches Geschichtenerzählen eine hochkomplexe Sache ist, hat Ásgeir offenkundig bei seinem musikalischen Vorbild Bon Iver studiert. Mit heller Stimme sinniert er über Gefühlszustände, die sich nicht nach simplem Schema erklären lassen.

Unvorhergesehene Ereignisse als Chance begreifen und sich dabei Unterstützung von der Familie holen. Entstanden ist ein Album, das sich auf anregende Weise nicht greifen lässt. Luftig und offen daherkommt. Das mit zurückgenommener Euphorie glänzt. Dabei steht es dem Jungspund durchaus gut zu Gesicht, wenn er mitunter mit mächtiger Instrumentierung zur großen Geste ausholt.
(emv)



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