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Alle Rezensionen zu Sigrid Moldestad
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Så Ta Mitt Hjerte - Dei Beste Songane
(2 CDs, 2016, Heilo/Grappa HCD 7300)

Am Anfang dieses Best-Of-Albums der norwegischen Folksängerin und Fiedelspielerin Sigrid Moldestad stand ein grausamer Akt: Sie musste einige ihrer Lieblinge töten! Als Lieblinge bezeichnet sie ihre eigenen Songs, unter denen sie nun eine Auswahl treffen musste. Nach mehr als zehn Jahren ist das Repertoire gewachsen und ist die Spellemansprisen-Preisträgerin zu einer der beliebtesten Folkkünstlerinnen ihres Landes aufgestiegen.

Auf der Doppel-CD präsentiert die Frau aus der Provinz Nordfjord eine feine Mischung aus Live-Aufnahmen, älteren Veröffentlichungen und neuem Material. Und überrascht mit einer Stilviellfalt, die von sanftem Folkpop über traditionellen norwegischem Liedgut bis hin zu countryesken Einflüssen reicht. Die Stimmung ist besinnlich, mitunter sogar leicht feierlich: Gerade zur Adventszeit passen diese schmeichelnden Konsensklänge bestens! (emv)



Siehe auch:
Sigbjørn Apeland
Stein Urheim
Olav Mjelva
Magne Thormodsæther

Sigrid Moldestad: Så Ta Mitt Hjerte - Dei Beste Songane

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sigridmoldestad.com

   

Brevet Til Kjærleiken
(2014, Grappa)

Sigrid Moldestads viertes Soloalbum ist eine Hommage: An den in Deutschland weitgehend unbekannten norwegischen Autor Jan-Magnus Bruheim zur Feier seines hundertsten Geburtstages. Übersetzt lautet der Albumtitel »Brief an die Liebe«. Sehr liebevoll ist er ausgefallen, dieser musikalische Blick auf das Schaffen Bruheims, der auch Kinderbücher geschrieben hat. Hier geht es aber im die vielen Schattierungen der Liebe, und so überrascht es nicht wirklich, dass das Album am Valentinstag veröffentlicht wurde. Bruheim ist zwarbereits 1988 verstorben, aber sein Geist lebt unter anderem in den norwegischen Schulen fort, dem der Autor war auch als Lehrer tätig. Die Aufnahmen sind im Schulhaus im om Örtchen Botnane entstanden, wo Bruheim lange lebte und auch Moldestad zuhause ist. Schöne Idee, das!

Dass Sigrid Moldestad auf einen Album zum Gedenken an den Poeten keine aufregenden neuen musikalischen Experimente eingehen würde, war zu erwarten. Auf bewährte Weise bewegt sich die Musikerin zwischen norwegischer, keltischer und nordamerikanischer Folkmusik und flirtet mit ruhigem, balladigen Pop. Dass die Pedal-Steel-Gitarre hier mehrfach erklingt, ist ein umbedinger Pluspunkt! Die Songs basieren auf den Gedichten Bruheims und wurden alle von Moldstad selbst geschrieben. Unterstützt wird sie von den bestens aufgelegten Mitmusikern Kato Ådland, Sigbjørn Apeland, Kåre Oppheim und Anders Røine. (emv)

Video-Link

   

Himlen Har Sove Bort Mørkret
(2012, Helicopter Records HCD 7267)

Anmutig ist ein zutiefst altmodisches Wort, aber hier trifft es die Sache ziemlich genau. Denn in entspannter Schönheit kommt es dahergesegelt, das dritte Soloalbum von Sigrid Moldestad. Unaufgeregt begibt sich die Hardanger-Fiedel-Spielerin und Sängerin auf »HIMLEN HAR SOVE BORT MORKRET« (Der Himmel hat die Dunkelheit weggeschlafen) auf einer stillen Mission: Sie will zeigen, dass sich traditioneller norwegischer Folk, sanfter Pop und loungige Jazz-Klänge keineswegs beißen! Dass dieser Ansatz nicht von bahnbrechender Neuigkeit ist, wollen wir hier nicht zu sehr bekritteln, zumal sich die erfahrene, in ihrer Heimat vielfach ausgezeichnete Musikerin selbstredend hochkarätige Mitstreiter aus der heimischen Folk-Szene mit ins Boot geholt hat.

Wer laute Töne sucht, wird auf diesem sehr fein arrangierten Album nicht fündig werden. Moldestad setzt auf Zwischentöne und kleine Veränderungen. Wechselt auf den komplett auf norwegisch gesungenen Tracks sehr leichtfüßig zwischen den Stilen. Vielleicht am meisten bei sich ist die Chanteuse in den ruhigen, balladigen Tracks wie im sehr innigen »Vaknevise«. Stille Nachdenklichkeit hebt die Welt nicht aus den Fugen. Ungeduldige Hörer werden das langweilig finden. Gelassene Hörer vielleicht einfach nur auf hohem Niveau entspannend. (emv)

   

Sandkorn
(2010, Heilo/Grappa HCD 7248)

Geschwungen ranken ein paar Linien um den Namen auf dem Cover, Gedanken scheinen auch in Sigrid Moldestad gefangen: die Romantik hat’s ihr angetan, die Liebe auch, das schlägt sich natürlich in der Musik nieder.

Einfach hat sie es sich nicht gemacht, sie verfolgt durchaus eine Grundidee mit der Romantik, wobei sie mehrfach Grenzen überwindet. Allein der Titel stammt vom schottischen Nationaldichter Robert Burns, musikalisch sammelt sie auch allerhand ein: stilistisch von Country bis Blues (sehr fein: »No Skal Eg Fortelje«), instrumentell von Fender Rhodes bis Slide-Guitar. Sie selbst spielt Hardanger Fidel und singt, beides sehr passabel. Sehr schön das ruhigste Stück »Å Vaking«. Trotzdem springt insgesamt der Funke nicht recht über, ist das über weite Strecken einfach zu brav. Es fehlt an Esprit, an Überraschung, an irgendwas, das bleibt. (tjk)

   

Taus
(2007, Grappa)

Klassische norwegische Folkmusik, schnörkellos und ohne überflüssige Süße: Dafür ist Sigrid Moldestad in ihrer Heimat zu Recht mit dem renommierten Spellemanspris ausgezeichnet worden. Die Musikerin sieht sich auf »TAUS«. aber auch in einer jahrhundertealten Tradition: Denn es ist keineswegs so, dass ausschließlich Männer die Kunst der Hardanger-Fiedel beherrscht haben, sondern es gab immer wieder Frauen, die den Bogen auf kunstvolle Art führten. Gleichwohl sind Folk-Violinistinnen im hohen Norden die große Ausnahme geblieben. Ihre nahezu vergessene Geschichte will Moldestad zum Klingen bringen.

Moldestad interpretiert hier traditionelle Musik neu, fügt aber auch Eigenkompositionen mit und liefert mit »Samuline« gar einen norwegischen Radiohit der stillen Sorte. Damit erinnert die Musikerin an die Geschichte von Samuline Seljeset und anderen Musikerinnen, die ihre Heimat verließen, um die Fidel zu spielen. (emv)

Video-Link



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