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Alle Rezensionen zu Greta Aagre & Erik Honoré
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Tuesday Gods
(2017, Jazzland/Edel 377 903 7)

Nachdem ihre erste Duoplatte »YEAR OF THE BULLET« 2012 als Verwandte von »UNCOMMON DEITIES« gesehen werden konnte, so ist die Nachfolgerin »TUESDAY GODS« klar als Schwester von Erik Honorés zeitgleich erschienener Hubro-CD »UNREST« erkennbar. Beide erzählen deutlich von Unruhe, entstanden in einer Zeit persönlicher Umbrüche und Turbulenzen. Doch wo das vorwiegend instrumentale, dunklere »UNREST« dies musikalisch stärker mit Brüchen hörbar und erfahrbar macht, ist das Songalbum »TUESDAY GODS« mit Honorés Texten von einer schwebenden Homogenität geprägt; die zarten, von Greta Aagre präsent und effektfrei gesungenen Lieder kleidete Honoré in komplexe Soundskulpturen, aus denen die jahrelange Arbeit mit dieser, seiner ureigenen, subtilen Punkt-Stilistik spricht.

Mit den beiden spielte Bjorn Charles Dreyer auf allen Stücken Gitarre, doch sein Spiel mischt sich filigran in die ausgefeilten Klangbilder, wie man es häufig von Eivind Aarset kennt. Das alles erinnert stark an Sidsel Endresens großartiges Album »UNDERTOW«, wo Gitarrist Roger Ludvigsen vergleichbar schwebend mitwirkte. Auf beiden Alben tritt außerdem sehr sporadisch Nils Petter Molværs Trompete auf, hier zudem auf zwei Stücken André Kassen am Saxofon. Auch die herbstlich gedankenversunkene Atmosphäre lässt an »UNDERTOW« denken, wenngleich »TUESDAY GODS« lichter und optimistischer wirkt. Beide sind ganz und gar großartige Werke, souverän und weise: Jazzlands schönste CD seit langer Zeit, vielleicht sogar seit »UNDERTOW«, und das war vor 17 Jahren. (ijb)



Siehe auch:
Bjorn Charles Dreyer
Yūgen
Sidsel Endresen
André Kassen

Greta Aagre: Tuesday Gods

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.aagrehonore.com

   

Year of the Bullet
(2012, Jazzland/Universal 371 061-9)

»YEAR OF THE BULLET« ist in mancherlei Hinsicht das Partneralbum zum parallel erschienenen »UNCOMMON DEITIES«, das Erik Honoré mit Jan Bang produzierte. Hier wie dort verschmelzen Live-Samples mit Studioproduktion, Musiker unterschiedlicher Stile bekommen größere Präsenz als reine Gäste, und nicht zuletzt überschneiden sich mehrere der Interpreten. Neben Jan Bangs Samplework veredelt auch hier Arve Henriksen einige Songs mit seinem prägnanten Trompetenklang, und Dai Fujikuras Streicher- Samples werden von Honoré in die durchweg reichen Songtexturen eingewoben. David Sylvian, obgleich nicht konkret präsent, hatte als Berater wohl einigen Einfluss auf die Platte; zumal »sein« Designer Chris Bigg das Artwork zu beiden Alben gestaltete.

Doch wo das Meisterwerk »UNCOMMON DEITIES« von den schwebenden bis abstrakten Stimmen Sylvians und Sidsel Endresens geprägt ist, spielt sich »YEAR OF THE BULLET« in viel konventionellerem Gebiet ab: Keine vielschichtigen, assoziationsreichen Geschichten, sondern die warmen Songs von Greta Aagre, denen das komplexe, aber doch klar subtile Klangbild mehr als ein Fundament bietet, stehen im Zentrum; immer wieder schwingen sich instrumentale Passagen zu eigenen kleinen Episoden auf. Bislang traten Aagre und Honoré als Elsewhere in Erscheinung; dieses zum Teil in Kristiansand, Oslo, Rom, Terracina, Lissabon und New York entstandene Album ist ihr erstes unter ihren eigenen Namen, direkt an der Grenzlinie der eingängigen Pop-Jazz-Welt von Jazzland und dem freischwebenden Impressionismus von SamadhiSound stattfindend. Einziger Wermutstropfen: Greta Aagre gelingt es nicht durchweg, Honorés Klangreichtum kongenial zu begegnen. (ijb)



Siehe auch:
Jan Bang
Bang, Honoré, Sylvian, Endresen, Henriksen
Arve Henriksen
Erik Honoré

Audio-Link



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