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Alle Rezensionen zu Tiamat
(Genre »Metal«, Land »Schweden«)

 

Prey
(2003, Century Media 77480-2)

Genau das Richtige, um bei wolkenverhangenem Himmel auf seinem Sofa seine Gedanken schweifen zu lassen. Mit PREY scheinen die Schweden um Chefdenker, Sänger, Gitarrist und Keyboarder Johan Edlund an ihren unvergesslichen Geniestreich »WILDHONEY« anzuknüpfen: Mehrere instrumentale Zwischenspiele integrieren sich nahtlos in die sehr melodisch, eingängig, sanft, jedoch zugleich druckvoll und mächtig arrangierten Stücke.

Mühelos gelingt es den Schweden schon mit dem ersten Stück »Cain« - das mit zartem Vogelgezwitscher beginnt und perfekt auf Wildhoney gepasst hätte - eine Gänsehaut-Atmosphäre zu erzeugen. Kurz: Trotz minimalem Instrumenteneinsatz ein beeindruckend emotionales Album – nicht zuletzt dank Edlunds Stimme, die in Tiamats dreizehnjähriger Geschichte immer mehr an Selbstsicherheit und Ausdruck gewonnen hat (man höre etwa »Light In Extension«). (nat)



Siehe auch:
Sentenced
The Chuck Norris Experiment
W:O:A Full Metal Juke Box – Vol.3


Zur DVD-Rezension über Tiamat

 Tiamat: Prey

Offizielle Website

Offizielle Website      www.facebook.com/tiamat

   

The Scarred People
(2012, Napalm ?)

Die tiamatschen Album-Zyklen werden nicht wirklich kürzer: Auf »PREY« (2003) und »AMANETHES« (2008) folgt nun endlich »THE SCARRED PEOPLE«. Das eröffnende Titellied, das mit Abstand längste auf dem Album, vereinigt bittersüße Melodien und eine tolle Mikroleistung kombiniert mit einem satten Groove und packenden Refrain. In den folgen zehn Stücken schlagen die Schweden Brücken zwischen ihren Frühwerken und den Aktuellen und beweisen erneut, dass sie sich in keine Schublade stecken lassen.

Johan Edlund (Gesang, Gitarre), Anders Iwers (Bass) und Lars Sköld (Schlagzeug) reihen psychedelische Passagen à la Pink Floyd (»384«) an Blues (»Messinian Letter«), das akustische Instrumental »Tiznit« inklusive Vogelzwitschern erinnert an »WILDHONEY«-Zeiten, ebenso »The Red Of The Morning Sun« mit seiner verträumten Melodie und bewegend-hypnotischem Gesang. Danke Tiamat! (nat)



Siehe auch:
Ceremonial Oath
Dark Tranquillity

   

The Ark Of Covenant – The Complete Century Media Years
(12 CDs, 2008, Century Media/EMI 50510-9977610)

Ein Liebhaberobjekt für Fans haben Century hier auf den Markt geschmissen: »THE ARK OF THE COVENANT – THE COMPLETE CENTURY MEDIA YEARS« ist auf eine Auflage von 3000 Stück beschränkt. Von den Anfängen als laut grunzende, doomige Death-Kapelle bis zur Ankunft in einer komplexen Gothic Rock/Metal-Klangwelt, von »THE ASTRAL SLEEP« bis »PREY« begleitet diese Sammlung die Schweden auf ihrem Werdegang – und natürlich darf dabei die Kultscheibe »WILDHONEY« nicht fehlen.

Mehr zu den einzelnen Alben findet ihr unter den jeweiligen Rezensionen. Die Box beinhaltet außerdem zwei exklusive Audio-CDs: »PANOPTICON«, eine B-Seiten/Raritäten-Sammlung, sowei die bis dato unveröffentlichte »THE CHURCH OF TIAMAT« (zur gleichnamigen DVD). Überdies gibt's ein 74 Seiten starkes Booklet mit sämtlichen Texten, rare Fotos, ausführliche Liner Notes von Anders Iwers sowie ein nummeriertes Echtheitszertifikat. Sammlerherzen dürften höher schlagen. (nat)

   

Amanethes
(2008, Nuclear Blast NB2013)

Eins vorweg: Wer fünf Jahre später auf ein zweites »PREY« gehofft hat, den wird der Nachfolger »AMANETHES« enttäuschen. Wer von Mastermind Johan Edlund kein drittes Wunder (nach »WILDHONEY« und erwähntem »PREY«) erwartet hat, wird mit einem sehr guten Album belohnt. Die Schweden springen von Paradise Lost zu Type O Negative zu Sisters (Of Mercy), reihen harte Klängen wie im Opener »The Temple Of The Crescent Moon« an Gothicanleihen (»Raining Dead Angels«).

In »Equinox Of The Gods« mischen sie eine Kinderstimme – wie einst Clawfinger in»Do What I Say« – mit Death Metal-Schlagzeug. Edlund agiert insgesamt sehr abwechslungsreich: von tiefen Gesängen à la Porno-Peter (Pete Steele) in »Will They Come?« bis zum weinerlichen, finalen »Amanes«. Fazit: Gut geklaut – gut weiterverarbeitet. (nat)



Siehe auch:
Clawfinger

   

Judas Christ
(2003, Century Media/SPV 77380-2)

Tiamats Bandgeschichte ähnelt einer Achterbahnfahrt. Nachdem sich die Schweden schon Mitte der 90er Jahre von ihren Death und Splatter Metal-Wurzeln abgewendet und psychedelisch-experimentelle Wege eingeschlagen hatten, finden sie im neuen Jahrtausend zusehends Gefallen an eingängigem Gothic-Rock.

Keine Frage: Edlund & Co beherrschen ihr Handwerk, was sich auf »JUDAS CHRIST« in gefälligen Düsterklängen widerspiegelt. Mit »Vote For Love« liegt sogar sogar ein charttauglicher vor – überraschend angesichts anderer, an vergangene Tage erinnernde Stücke. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Statt die Metalszene ein weiteres Mal zu revolutionieren, setzt Tiamat auf das sichere (Gothic-)Pferd. Nicht schlecht, aber auch längst nicht so innovativ und risikofreudig wie frühere Alben. (map)

   

Skeleton Skeletron
(1999, Century Media 77280-2)

Beängstigend harmlos klingen Tiamat anno 1999. Den Großteil ihres Pulver verfeuern die Schweden auf »SKELETON SKELETRON« gleich am Anfang, mit dem ungewöhnlichen, reizvollen Opener »Church Of Tiamat«. Bei der anschließenden Single-Auskopplung »Brighter Than The Sun« fragt man sich unwillkürlich, wann die Sisters (Of Mercy) eigentlich diesen Song geschrieben haben – und warum man ihn noch nie gehört hat. Allerdings mit extrem schauderhaftem weiblichen Gesang – der leider noch weitere Stücke versaut.

Die gesamte Dreiviertelstunde bleibt sehr ruhig, eher unspektakulär und lebt hauptsächlich von Johan Edlunds brillanter Stimme. Edlund verwandelt den Rolling Stones-Kracher »Sympathy For The Devil« in einen melancholischen Düsterrocker und huldigt Nic Cave mit »Best Friend Money Can Buy«. Extrapunkte für diese Wahnsinnsstimme. Wenn nur die Kompositionen etwas inspirierter wären. (nat)

   

A Deeper Kind Of Slumber
(1997, Century Media/SPV 77180-2)

Natürlich lastete eine enorme Bürde auf den Schultern Johan Edlunds nach dem Meisterwerk »WILDHONEY«. Natürlich war es unmöglich, den hohen Erwartungen gerecht werden. Und natürlich bot »A DEEPER KIND OF SLUMBER« eine perfekte Angriffsfläche, weil es doch so vermeintlich anders war als seine Vorgänger.

Die Kritik fiel vernichtend aus. Vor allem alte Fans empfanden die Scheibe zu kompliziert, zu untypisch – was de facto komisch ist, da Tiamat lediglich dem mit »CLOUDS« betretenen und mit »WILDHONEY« fortgesetzten Weg folgten: Traditionellen Metal reduzierten sie zugunsten sphärischer Sounds, wobei das Augenmerk anfangs noch dem Metal und später »der Sphäre« galt. Ein zu Unrecht unterschätztes Album, das die Schweden als ambitionierte Musiker bestätigte. (map)

   

Wildhoney
(1994, Century Media/SPV 77080-2)

Ein atmosphärisches Meisterstück: Mit »WILDHONEY« haben die Schweden ein wahrhaftiges Denkmal in die Metal-Landschaft gesetzt – und übermächtig liegt der Schatten dieses unübertroffenen Albums über all ihren Nachfolgern.

Bereits »Whatever That Hurts« spiegelt fast sämtliche Empfindungen wider, zu denen menschliche Gemüter fähig sind: Eben schmeichelt die Stimme noch träumerisch-verspielt, dann schreit Edlund schmerzgepeinigte Seelenqualen heraus, um kurz darauf in grüblerische Melancholie zu verfallen. Das filigran-zerbrechliche Kunstwerk weckt alle Sinne und undefinierbare Sehnsüchte. (nat)

   

Gaia
(EP, 1994, Century Media 77089-2)

Nur für Hardcore-Fans. Wer vier altbekannte Tiamat-Songs in minimalst veränderter Version benötigt, bitte: »The Ar« als Radio-Version, »Visionaire« als Remixed Longform-Version, »Gaia« und »Whatever that Hurts« als Video Edit. Der Unterschied zu den »WILDHONEY«-Originalen ist kaum zu hören.

Darüber hinaus covern die Schweden instrumental Pink Floyds »When You're In« als Instrumental, getreu dem Motto: Wir nehmen einen Hauch Melodie und wiederholen einen einzigen Riff bis zur Besinnungslosigkeit. Das I-Tüpfelchen auf dem wirkungslosen »GAIA«: der Industrial-Remix von »The Ar«, bei dem nur der Anfang »industrialisiert« wird.
Century Media veröffentlichte Gaia übrigens auch 2001 noch einmal im Doppelpack mit dem remasterten »WILDHONEY«. (nat)

   

The Sleeping Beauty – Live In Israel
(1994, Century Media)

Die ersten Meinungsverschiedenheiten gab es beim Albumtitel: So nannten Tiamat selbst den Mitschnitt in Tel Aviv anno 1993 schlicht »LIVE IN ISRAEL«. Die Plattenfirma ergänzte »THE SLEEPING BEAUTY«, was Tiamat auch 15 Jahre später nicht akzeptieren. Der Grund laut Bandwebsite: »Hazy hippie reasons such as artistic freedom«. Die nächsten Kontroversen gab es unter den potentiellen Käufern: Geldmacherei sagen die einen – da sie alle Stücke bereits von »ASTRAL SLEEP«/»CLOUDS« kennen, absolutes Muss sagen eingefleischte Fans – Live ist nicht gleich Studio.

Fakt: Eine besondere Band spielt an einem besonderen Ort fünf Stücke aus ihrer Black/Death-Phase (»In A Dream«, »Ancient Entity«, »The Sleeping Beauty«, »Mountain Of Doom«, »Angels Far Beyond«). Sie geht dabei noch einen energiegeladenen Schritt weiter in Richtung melodischen Death – sowohl gesanglich, als auch instrumental. Ob das den Kauf des Halbstünders rechtfertigt, möge jeder selbst entscheiden. (nat)

   

Clouds
(1992, Century Media/SPV 9736-2)

Nachdem sich Tiamat zunächst mit fiesem Death Metal einen Namen gemacht hat, betritt die Band auf ihrer dritten Platte progressives Neuland. Abwechslungsreicher Metal – mal wütend, mal besinnlich – mischt sich mit sphärischen Klängen. Auch Johan Edlund trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem er den Großteil der Stücke in gemäßigteren Tonlagen vorträgt.

Zwar herrscht auf »CLOUDS« der ruppige Grundton vor, doch sorgen ruhigere Passagen in Form akustischer Gitarren oder dezenter Keyboard-Choräle immer wieder für Stimmungswechsel. Und das ist die eigentliche Stärke der fünf Schweden. Binnen eines Augenblicks versetzen diese den Hörer von der nackten Wirklichkeit in surreale Traumwelten. Der Grundstein für »WILDHONEY« – eines der wichtigsten Metal-Alben überhaupt – ist somit gelegt. (map)



Siehe auch:
Katatonia

   

The Astral Sleep
(1991, Century Media/SPV 9722-2)

Erwarte das Unerwartete – bei Tiamat muss man auf alles gefasst sein. »THE ASTRAL SLEEP« marschiert aus der Black / Death-Vergangenheit der Schweden in die (Doom)Zukunft. Die ehemaligen Treblinka-Jungs zeigen auf ihrem zweiten Album deutlich Richtung Wildhoney: Manchmal rechnet man damit, Edlund in der nächsten Sekunden lauthals "Honeymoon!" schreien zu hören.

Zwischen dem lieblichen instrumentalen »Intro« und »Outro« tobt wilder Death, schmeichelt zart gehauchter Gesang oder dominieren ausgeklügelte Melodien. Die Gothic Metal-Mitbegründer passen in keine Schublade, denn sie waren, wie der Frontmann bemerkt, »immer das Problemkind der Metalszene«. (nat)



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