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Alle Rezensionen zu Johnossi
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Johnossi
(2006, V2/Rough Trade VVR1040232P)

Ups – das knallt! Und wie. Anhaltend. Eindringlich. Nachhaltig. Denkt man in den ersten Sekunden, Johnossi alias John plus Ossi bieten allein schüchtern-schrammeliges Gitarrengeklimper zur leicht heiseren Stimme, wird man schnell eines besseren belehrt. Denn die Beiden rocken sich durch ihre Songs, als gelte es sich der Ursprünge des Rocks zu versichern. Die da wären: ungestüme Spielfreude, freundliche Rotzigkeit, angekratzte Melancholie, versteckt hübsche Melodien samt gekonntes Gegröle zu schlenkernden Gitarren, die ruhig mal in die Höhe hoch wimmern dürfen. Und immer wieder ist da diese konzentrierte Schlichtheit, die sagt: Egal, was musikalisch noch alles auf uns zu kommen mag, es geht doch nichts über einen verflucht guten Song, wie man ihn sich sofort live vorstellen kann.

Höhepunkte sind zweifellos Tracks wie »Press Hold«, bei dem Gitarre wie Stimme so kraftvoll klirren, dass selbst Iggy Pop neidisch werden dürfte. Oder der vergleichsweise zurückgenommene wie hinterhältige Titel »Man Must Dance«, der unsereins fingerschnippend am Rande der Tanzfläche hippeln lässt. Also, macht weiter Jungs, lasst es krachen: Wissen wir doch, dass es bei echtem, wirklichen und wahrhaftem Rock allein darum geht, richtig Krach zu machen und Mädchen kennen zu lernen. Und nicht zufällig heißt der (vorerst) letzte Song, dem man lauschen darf, »Summerbreeze«. (frk)

 Johnossi: Johnossi

Offizielle Website

Die CD »Johnossi« war »CD des Monats« im Monat 7 / 2006.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Fassen wir kurz zusammen: The White Stripes, The Kills, Death From Above 1979 – alles Duos der jüngeren Rockgeschichte. Und leider sind sie alle besser als die beiden Stockholmer. Johnossi klingen zwar selbstredend zerschossen wie ihre verschlissenen Jeans und so rau und pur, dass der Bluesaspekt noch einiges retten kann. Zum alles in den Schatten stellenden Entwurf reicht es aber nicht, dafür sind ihre Ausdrucksweisen zu limitiert und einfach zu gewöhnlich.
Markus Wiludda

Ok. Kapitulation. Weiße Fahne. Ich sag es ja schon: Jungs, Ihr seid gut. Ihr seid sogar ziemlich viel versprechend. Unmöglich, bei euren Songs sitzen zu bleiben. Die Füße setzem sich von alleine in Bewegung. Euer Ungestüm, Eure Energie reißen mit. Kein Widerstand möglich. Und Respekt: Euer Songwriting ist ziemlich ausgereift und Eure Bandbreite zeigt, dass Ihr lernfähig seid. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Aus Euch kann noch richtig was werden.
Eva-Maria Vochazer

Ok, ich reduziere Johnossi mal aufs Einfachste. Wer SOOL mag, aber findet, dass Frontmann Ebbot als Sexsymbol nichts taugt, der sollte seine Augen und Ohren lieber auf diese jungen Herrschaften richten. Mit 'ner gehörigen Portion Erotik in der Stimme, Kraft im Gesang und krachendem Schwung in der Gitarre ist Johnossi, plump gesagt, 'ne leckere Band und mein absoluter Monatsrockfavorit!
Liska Cersowsky

Wie meinte Tim so schön beim gemeinsamen Beratschlagen? »Die wollen nur spielen, Spaß haben und machen. Live. Die wissen, was sie können; die wissen, was sie tun.« Das isses. Was soll man da noch hinzufügen? Die können leise, die können laut. Und mit laut meine ich richtig laut. Und: Diese Musik kommt verdammt gut im Kopfhörer, wenn man unterwegs ist. Getestet!
Peter Bickel

Offizielle Website      www.johnossi.com

   

Mavericks
(2010, V2/Universal 06025227359205)

2006 gelang ihnen mit dem Debüt „»JOHNOSSI« ein Überraschungserfolg. Wie einst Iggy Pop oder The Soundtracks Of Our Lives überzeugen Johnossi alias John Engelbert und Oskar Bonde mit ungezügelter Kraft, scharfkantig schrammelnden Gitarren und heiserem Gesang, als gäb’s kein Morgen mehr. Das kam an: Das schwedische Indie-Duo wurde über den grünen Klee gelobt und konnte sich auch auf Festivals überraschend gut durchsetzen.

Das verflixte dritte Album, bei dem fast jede Band gewisse Schaffenskrisen erkennen lässt, zeigt jedoch im Fall von Johnossi kaum Abnutzungserscheinungen. Die beiden Schweden lärmen noch immer ungestüm und rotzig und reißen bei ihren Aufnahmen die Fader bis zum Anschlag auf. Dass Johns Rock-Stimme auch eine Menge Melancholie verströmen kann, blitzt bei den ruhigeren Passagen durch, wobei »ruhig« relativ zu verstehen ist. Johnossi stinken noch immer nach Lederjacken, Bier und schlechter Luft, und das ist gut so. (peb)

   

All They Ever Wanted
(2008, Universal 0602517-63199)

»I Want To Party With My Pain« setzt als Songtitel die Grundstimmung für das zweite Johnossi-Album »ALL THEY EVER WANTED«: Roh, wüst, gewaltätig, kraftvoll, laut, aufbegehrend. Da wird so manches Anhimmel-Mädchen, das nach dem poppigeren Erstling der beiden Schweden in hingerissenes Schwärmen ausbrach, brutal aus süßen Träumen gerissen. Und wennschon. Dass diese beiden so viel anarchischen Lärm machen, wird eindeutig aufs Haben-Konto verbucht. Auch wenn es im Sinne des geistesverwandten Duos White Stripes gängigen Schönheitsbegriffen diametral zuwiderläuft.

Das Leben hat jede Menge Schattenseiten. Diese Thematik ist das Leitmotiv, mit dessen Hilfe die zwei Johnossis die Klippe des schwierigen zweiten Albums meistern. Sie enttäuschen manche Erwartung, tragen hier und da zu dick mit den Keyboards auf, aber hey!, sie gehen Risiken ein, wählen den steinigeren, den unbequemeren Weg. Nähern sich dem Erbe des Blues an. Weil es wehtut. Und das soll es auch. (emv)



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